Mit 68,2 Millionen ausgelieferten Geräten sanken die Verkaufszahlen um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Schuld ist eine drastische Verknappung von Speicherchips – ausgelöst durch den unstillbaren Hunger der KI-Industrie nach Rechenleistung.
Speicherkrise bremst die gesamte Branche aus
Neun Quartale lang kannte der PC-Markt nur eine Richtung: nach oben. Doch nun ist der Höhenflug jäh gestoppt. Marktforscher von IDC sprechen von einem „Versorgungsnotstand“, der die Erholung der Branche zunichtemacht. Der Preisanstieg bei LPDDR5X-Speicherchips lag im zweiten Quartal bei erschreckenden 89 Prozent.
Besonders hart trifft es die großen Hersteller. HP verlor satte neun Prozent bei den Auslieferungen und kommt nun auf einen Marktanteil von 19,1 Prozent. Dell musste ein Minus von fünf Prozent verkraften (13,6 Prozent Marktanteil). Marktführer Lenovo hält mit 24,4 Prozent zwar die Spitzenposition, verbuchte aber ebenfalls einen Rückgang um 2,1 Prozent. Einzig ASUS konnte sich mit einem hauchdünnen Plus von 0,2 Prozent (7,4 Prozent Marktanteil) dem Abwärtstrend halbwegs entziehen.
Die Prognosen für den Rest des Jahres sind düster: IDC erwartet für 2026 einen Gesamtrückgang von 11,3 Prozent. Besonders das vierte Quartal dürfte mit einem prognostizierten Minus von 20 Prozent zum Albtraum für die Branche werden.
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Apple trotzt dem Trend mit dem MacBook Neo
Während die Konkurrenz blutet, zeigt Apple eine bemerkenswerte Gegenbewegung. Der iPhone-Konzern steigerte seine Mac-Auslieferungen um 10,1 Prozent auf rund 6,7 Millionen Geräte. Der Marktanteil kletterte von 8,5 auf 9,9 Prozent.
Der Treiber dieses Wachstums ist eindeutig das MacBook Neo, das im März 2026 auf den Markt kam. Zwar musste Apple den Einstiegspreis aufgrund des Speichermangels von ursprünglich 599 auf 699 Dollar anheben – und das Einstiegs-MacBook Air kostet inzwischen 1.300 Dollar. Doch die Käufer ließen sich davon nicht abschrecken: Rund 800.000 Einheiten mehr als im Vorjahr gingen über die Ladentheke.
Die finanzielle Stärke des Konzerns untermauert diese Widerstandsfähigkeit: Apple sitzt auf 68,5 Milliarden Dollar Bargeldreserven – ein Plus von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Marktkapitalisierung erreicht atemberaubende 4,6 Billionen Dollar.
„RAMageddon“: Drei Hersteller kontrollieren den Markt
Die Ursache der Krise ist eine beispiellose Verknappung von Arbeitsspeicher. Branchenkenner sprechen bereits vom „RAMageddon“. Der Grund: Die explosionsartige Nachfrage nach KI-Hardware verschlingt die Produktion von High-Bandwidth-Memory (HBM) für Rechenzentren. Für die Unterhaltungselektronik bleibt immer weniger übrig.
Die Produktion ist extrem konzentriert: Samsung, SK Hynix und Micron kontrollieren gemeinsam 93 Prozent der weltweiten DRAM-Produktion. Diese Marktmacht nutzen sie – die Preise für Arbeitsspeicher dürften 2026 um mehr als 50 Prozent steigen. Eine Entspannung? Frühestens Anfang 2028, so die aktuellen IDC-Prognosen.
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Die Großen werden größer – Kleine Hersteller in Gefahr
Die aktuelle Krise wird die Konsolidierung der Branche beschleunigen. IDC warnt: Kleinere Hersteller könnten vom Markt verschwinden, weil sie bei der Beschaffung knapper Komponenten gegen die Schwergewichte Apple, Dell, HP und Lenovo keine Chance haben.
Diese nutzen ihre schiere Größe und Einkaufsmacht, um sich die begehrten Speicherchips zu sichern. Und sie haben einen weiteren Vorteil: Dank kräftiger Preiserhöhungen steigen ihre Umsätze trotz sinkender Stückzahlen. Die Unternehmen mit den besten Lieferketten-Partnerschaften werden diesen Sturm am besten überstehen – und der wird nach Einschätzung von Experten noch bis mindestens 2028 andauern.

