Die globale PC-Hardware-Branche steckt in einer Zwickmühle: Während die Computex 2026 in Taipeh neue Produkte feiert, explodieren die Preise für Speicherchips. DRAM verteuerte sich zuletzt um bis zu 63 Prozent, NAND-Flash sogar um 75 Prozent – und die Lage dürfte sich noch verschärfen.
Speicherkrise: Preisschock für die gesamte Branche
Die Zahlen sind alarmierend. Marktforscher von TrendForce prognostizieren für 2026 einen Rückgang der weltweiten Notebook-Auslieferungen um 13 Prozent. Hauptursache: die massiv gestiegenen Kosten für Arbeitsspeicher und Prozessoren. Allein im zweiten Quartal schossen die DRAM-Preise um 58 bis 63 Prozent in die Höhe, NAND-Flash-Speicher verteuerte sich um 70 bis 75 Prozent.
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NVIDIA-CEO Jensen Huang rechnet mit einer mehrjährigen Durststrecke. „Die Engpässe werden uns noch einige Jahre begleiten“, erklärte Huang am Montag. Der Chiphersteller setzt weiter auf die Partnerschaft mit SK Hynix, um die Nachfrage zu bedienen. Die Folgen sind bereits spürbar: RAM-Preise stiegen Anfang der Woche um rund 40 Prozent, was Produktionspläne für PCs, Spielkonsolen und Smartphones durcheinanderwirbelt.
Computex 2026: Neue Hardware trotz Krise
Dennoch nutzten zahlreiche Hersteller die Computex am Montag für Produktneuheiten, die noch dieses Jahr erscheinen sollen.
Lian Li präsentierte eine umfangreiche Gehäuse-Serie. Das LANCOOL 4 kommt für 120 Euro (129,99 US-Dollar) im dritten Quartal auf den Markt. Die Besonderheit: eine gebogene Glasfront mit speziellen Lüfteraussparungen, die das typische Hitzeproblem von Glasgehäusen lösen soll. Das B4-MATX erscheint bereits am 26. Juni, das O11D EVO RGB V2 folgt im vierten Quartal, das LANCOOL 207XL zum Jahresende.
Corsair erweitert sein Peripherie-Sortiment. Die Nightsword V2 Wireless Gaming-Maus für 120 Euro integriert Stream Deck-Steuerung und eine 8kHz-Abtastrate. Ebenfalls neu: die kompakte Clipper Pro Mini 60-Tastatur mit magnetischen Schaltern und IP57-Zertifizierung für 93 Euro.
Kühlung und Netzteile im Fokus
- Cooler Master kündigte die MWE Gold V4-Netzteilserie an. Die Modelle von 750 bis 1000 Watt enthalten einen GPU Shield, der Spannungsspitzen in Echtzeit überwacht. Der Verkauf startet am 12. Juni.
- DeepCool zeigte den Assassin V Vision mit 4,5-Zoll-IPS-Display und den SILENTNOX PRO 360 AIO-Kühler mit gebogenem 2K-AMOLED-Display.
- Xeron (ehemals GAMEMAX) feierte sein Debüt mit dem S Lab-Gehäuse und einem AIO-Kühler, der 320 Watt abführen kann.
Lichtblicke: Sonderangebote und Rabattaktionen
Trotz der allgemeinen Preisrallye gibt es vereinzelte Schnäppchen. Die Samsung T7 1TB Portable SSD fiel am Montag auf 177 Euro – der erste deutliche Preisnachlass seit Beginn der Speicherkrise. Zuvor kostete das Modell 266 Euro.
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In Asien weitet ASUS sein Austauschprogramm für Notebook-Akkus aus. Die Initiative umfasst ROG-, Vivobook- und ProArt-Modelle und bietet ein Tool zur Suche nach Originalteilen.
Im US-Markt locken Händler mit High-End-Bundles: Ein Paket aus AMD Ryzen 9 9950X3D und MSI X870E-Mainboard wird mit einem Rabatt von über 124 Euro angeboten. Fertig-PC-Systeme wie ein Modell mit i7-14700F und RTX 5060 sind für rund 1.260 Euro zu haben.
Doch wer auf breite Preissenkungen hofft, dürfte enttäuscht werden. Die Branche rechnet mit einer anhaltenden Teuerung – zumindest bis die neuen Chipfabriken ihre Produktion hochfahren.

