Die globale Tech-Branche steht vor einem Wendepunkt. Eine dramatische Verknappung von Arbeitsspeicher treibt die Preise in ungeahnte Höhen und bedroht die Märkte für Consumer-Elektronik, Unternehmens-IT und Automobilindustrie. Der Grund: Die unersättliche Nachfrage nach KI-Infrastruktur frisst die Produktionskapazitäten auf.
KI-Boom löst Versorgungskrise aus
Auslöser der Krise sind neue Vertragspreise führender Hersteller für das erste Quartal 2026. Südkoreanische Speichergiganten haben für DDR5-Module Preisaufschläge von bis zu 80 Prozent im Vergleich zum Vorquartal kommuniziert. Der Spotmarkt, der Sofortlieferungen abbildet, zeigt die Dynamik noch deutlicher: Seit September 2025 hat sich der Preis für DDR5 vervierfacht.
Die Situation bei der älteren DDR4-Generation ist chaotisch. Spotpreise liegen aktuell über 170 Prozent über den Vertragspreisen. Für Hardware-Hersteller, die auf diese Komponenten angewiesen sind, wird die Planung damit nahezu unmöglich.
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Produktion wandert zu Hochleistungs-Speichern ab
Die eigentliche Ursache ist ein struktureller Wandel, den Experten als „KI-Kannibalisierung“ bezeichnen. Die Herstellung von High Bandwidth Memory (HBM), essenziell für KI-Beschleuniger wie von Nvidia, bindet enorme Ressourcen. Technisch benötigt ein Gigabyte HBM etwa die dreifache Wafer-Kapazität eines Standard-DDR5-Gigabytes.
Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron fahren ihre HBM-Produktion massiv hoch. Die Kapazität für konventionellen Speicher schwindet. Prognosen deuten an, dass die KI-Nachfrage bis Ende 2026 fast 20 Prozent der globalen DRAM-Wafer-Kapazität beanspruchen wird. SK Hynix, das Samsung kürzlich erstmals seit Jahrzehnten im DRAM-Umsatz überholt hat, setzt voll auf dieses KI-zentrierte Modell.
Folgen für Verbraucher und Unternehmen
Die Auswirkungen sind bereits spürbar. Branchenprognosen erwarten für das erste Quartal 2026 allein bei PC-Preisen Steigerungen von 15 bis 20 Prozent. Laptop-Hersteller reagieren mit reduzierten Auslieferungen hoch ausgestatteter Modelle oder weichen auf geringere Speicherkonfigurationen aus.
Für die Unternehmens-IT zeichnet sich ein anhaltender „Superzyklus“ der Speicherpreise ab, der bis 2027 andauern könnte. Rechenzentren sehen sich mit explodierenden Kosten konfrontiert. Auch die Automobilindustrie ist betroffen, denn moderne Fahrzeuge benötigen immer mehr Speicher für Infotainment und Assistenzsysteme.
Anders als die pandemiebedingte Chipkrise 2020-2022 ist diese Knappheit strukturell bedingt. Es gibt keinen schnellen Ausweg, da die Produktionslinien dauerhaft für den KI-Markt umgerüstet werden.
Keine Entspannung vor 2028 in Sicht
Marktbeobachter sind sich einig: Der „Memory-Superzyklus“ hat gerade erst begonnen. Die Verknappung wird sich 2026 voraussichtlich noch verschärfen. Eine spürbare Entlastung wird nicht vor Ende 2027 oder 2028 erwartet, wenn neue Fabriken anlaufen.
Samsung und SK Hynix bereiten bereits die Massenproduktion der nächsten HBM4-Generation vor, was das Angebot an Standard-DRAM weiter verknappen wird. Solange Tech-Giganten weiter Milliarden in KI-Infrastruktur pumpen, bleibt die Nachfrage ungebremst. Die Ära des günstigen, reichlich verfügbaren Arbeitsspeichers scheint vorbei zu sein. RAM wird zum knappen und teuren Premiumgut.
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