Speicherkrise treibt Monitor-Preise: +130% bis Ende 2026

Speicherknappheit treibt Monitorpreise: KTC warnt vor Erhöhungen, AOC hat bereits angezogen. Branchenexperten erwarten weitere Anstiege.

Der Monitor-Hersteller KTC hat vor bevorstehenden Preiserhöhungen für seine gesamte Produktlinie gewarnt. Als Grund nennt das Unternehmen die gestiegenen Kosten für Arbeitsspeicher und Chips. Verhandlungen mit Lieferanten laufen derzeit, ein konkreter Zeitpunkt für die Anhebung steht noch nicht fest.

Laut Berichten könnte die Preiserhöhung jedoch bis Ende August 2026 wirksam werden, andere Quellen sprechen von einem Zeitfenster von 30 bis 60 Tagen. Betroffen sein sollen vor allem Modelle mit 4K-Auflösung und hohen Bildwiederholraten.

KTC rät Kunden, bei Interesse an aktuellen Geräten zeitnah zuzugreifen, solange die bisherigen Preise noch gelten. Gleichzeitig versichert der Hersteller, trotz der Kostenanpassung an seinem Qualitätsniveau festzuhalten.

AOC zieht bereits nach

Während KTC noch verhandelt, hat der Konkurrent AOC nach eigenen Angaben bereits gehandelt: Ab dem 1. August 2026 wurden die Preise für Einsteiger-Office-Monitore sowie für die Gaming-Serie AGON angehoben. Als Ursache nennt AOC gestiegene Kosten für Chips und Steuerplatinen.

Distributoren in China wurden entsprechend informiert. Ob auch Samsung und LG die gestiegenen Komponentenkosten an Kunden weitergeben, ist bislang offen – Beobachter halten es für möglich, dass beide Unternehmen die Mehrkosten zunächst selbst absorbieren.

Speicherknappheit als Wurzel des Problems

Hintergrund der Preisspirale ist eine sich verschärfende Knappheit bei Speicherchips. SK-Hynix-Chairman Chey warnte, dass die Nachfrage nach Speicherprodukten im Jahr 2027 die Produktionskapazität nahezu um das Doppelte übersteigen könnte – der schwerste Speichermangel seit Jahren zeichne sich ab.

Anzeige

Die Preise für Monitore steigen – KTC warnt, AOC hat bereits erhöht. Wer jetzt noch zuschlägt, kann bares Geld sparen. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, welche Modelle sich lohnen und wie Sie den richtigen Kaufzeitpunkt erwischen. Jetzt kostenlosen Leitfaden sichern

Das Unternehmen prüft derzeit Standorte für eine neue Frontend-Waferfabrik in den USA, wobei die Baukosten dort laut Chey doppelt so hoch ausfielen wie in Südkorea. Zusätzlich investiert SK Hynix 38,1 Milliarden US-Dollar in zwei neue Speicherfabriken, die im Dezember 2028 beziehungsweise Juni 2029 eröffnet werden sollen.

Der Marktforscher Gartner rechnet damit, dass DRAM- und SSD-Preise bis Ende 2026 um 130 Prozent über dem Niveau von Ende 2025 liegen werden. TrendForce beziffert die Vertragspreise für DRAM im dritten Quartal 2026 mit einem Anstieg von 13 bis 18 Prozent gegenüber dem Vorquartal, bei NAND-Speicher liegt das Plus bei 10 bis 15 Prozent.

Auch der Chef des Speicher-Controller-Herstellers Phison sieht keine schnelle Entspannung: Neue NAND-Produktionskapazitäten benötigten rund vier Jahre Vorlauf, weshalb die Knappheit mindestens ebenso lange anhalten dürfte. Phison baut deshalb strategische Lagerbestände für Enterprise-SSDs auf, die für zwei Jahre reichen sollen.

Auswirkungen reichen über Monitore hinaus

Die Kostenwelle beschränkt sich nicht auf Bildschirme. AMD rechnet für das zweite Halbjahr 2026 mit einem Gaming-Umsatz, der wegen der Komponentenkosten um mehr als 20 Prozent niedriger ausfällt. Laut J.P. Morgan ist die Nachfrage nach Halbleitern stärker als noch vor drei Monaten, während sich Preiserhöhungen von Speicherchips zunehmend auf Fertigungsausrüstung und Materialien ausweiten.

TSMC hat seine Investitionsausgaben für 2026 um etwa 15 Prozent auf 60 bis 64 Milliarden US-Dollar erhöht, Intel plant Investitionen von 20 Milliarden US-Dollar, SK Hynix erhöht seine Kapitalausgaben um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 40 Billionen Won.

Anzeige

Speicherknappheit treibt die Preise – bis zu 130 Prozent teurer könnten Monitore bis Ende 2026 werden. Doch nicht jeder Kauf ist ein Schnäppchen. Mit unserer Checkliste finden Sie den perfekten Zeitpunkt und vermeiden teure Fehlkäufe. Checkliste für den Kaufzeitpunkt jetzt sichern

Auch bei Zulieferern von Leiterplattenmaterialien zeigt sich der Trend: Der taiwanische Hersteller Nan Ya hat die Preise für Kupferkaschierfolie und Prepreg wegen gestiegener Materialkosten erhöht, da Glasfasergewebe und Kupferfolie derzeit knapp sind.

Für Verbraucher bedeutet die Gemengelage aus Speicherknappheit, steigenden Fertigungskosten und wachsender Nachfrage aus dem KI- und Server-Segment, dass Preiserhöhungen bei Monitoren und anderen Elektronikprodukten in den kommenden Monaten wahrscheinlicher werden. Wer den Kauf eines neuen Bildschirms plant, dürfte laut den Herstellerhinweisen von KTC gut beraten sein, aktuelle Preise nicht allzu lange abzuwarten.