Speicherkrise trifft PC-Bauer: SSD-Preise explodieren durch KI-Boom

Die Preise für SSDs haben sich seit Ende 2025 fast verdoppelt. Eine globale Speicherknappheit, getrieben durch KI-Infrastruktur, führt zu hohen Kosten und begrenzter Verfügbarkeit für Verbraucher.

Die Preise für beliebte SSDs von WD Black und Crucial haben sich seit Ende 2025 nahezu verdoppelt. Grund ist eine globale Speicherknappheit, angetrieben durch den unersättlichen Hunger der Künstlichen Intelligenz. Für Verbraucher und PC-Bastler beginnt eine lange Phase hoher Kosten und limitierter Verfügbarkeit.

Veröffentlicht am Montag, 12. Januar 2026, zeigt der Speichermarkt alarmierende Signale. Kernkomponenten für Gaming und Produktivität, besonders schnelle NVMe-SSDs, verzeichnen seit Monaten drastische Preissprünge. Die ersten Wochen 2026 brachten die bisher schärfsten Anstiege. Die empfehlenswerte 1TB WD Black SN850X, die Anfang November 2025 noch rund 100 Euro kostete, liegt jetzt bei etwa 190 Euro. Die 2TB-Version der Crucial T500 sprang von 165 Euro auf über 280 Euro. Diese Eskalation ist kein Einzelfall, sondern Symptom eines strukturellen Wandels in der Halbleiterindustrie: KI-Infrastruktur wird klar vor Consumer-Elektronik priorisiert.

Der KI-Effekt: Speicher-Hunger lässt Verbraucher leer ausgehen

Das Herz der Preisexplosion ist der globale Mangel an NAND-Flash- und DRAM-Speicherchips, den Grundbausteinen für SSDs und Arbeitsspeicher. Technologie-Giganten und Cloud-Anbieter kaufen diese Komponenten aggressiv auf, um ihre KI-Rechenzentren auszubauen. Die Speicherhersteller lenken ihre Produktionskapazitäten als Reaktion auf diese lukrative Nachfrage weg von Verbraucherprodukten hin zu profitableren Enterprise- und Server-Anwendungen.

Diese strategische Neuausrichtung erzeugt eine Versorgungskrise für den PC-Markt. Das Marktforschungsunternehmen TrendForce prognostiziert, dass die Vertragspreise für NAND-Flash im ersten Quartal 2026 allein um 33-38% steigen werden. Noch alarmierender für Verbraucher: Die Prognose für Client-SSDs – die Laufwerke in Laptops und Desktops – sagt einen Preissprung von über 40% voraus, den stärksten Anstieg aller NAND-Produktkategorien. Diese branchenweite Verknappung betrifft fast alle SSD-Marken und schafft einen volatilen Markt. Das Warten auf fallende Preise ist für Käufer keine sinnvolle Strategie mehr.

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Crucial zieht sich zurück – eine Marktlücke entsteht

Die Lage für die beliebte Marke Crucial ist besonders ernst. Die Muttergesellschaft Micron hat strategisch entschieden, die Consumer-Marke Crucial komplett einzustellen. Dieser Schritt bedeutet eine vollständige Hinwendung zum lukrativen KI- und Enterprise-Sektor und verlässt die Community der PC-Selbstbauer, die die Produkte lange für Leistung und Preis schätzten. Die Marke soll bis Ende Januar 2026 vollständig auslaufen.

Dieser Rückzug entfernt einen großen Konkurrenten vom Consumer-Markt, schränkt die Auswahl weiter ein und verschärft die Knappheit. Die Entscheidung stieß bei Enthusiasten auf massive Kritik. Micron betont jedoch, der Schritt sei nötig, um die Nachfrage seiner größten KI-Kunden zu bedienen. Das Unternehmen warnt zudem, dass die DRAM-Knappheit bis mindestens 2028 anhalten könnte – ein Signal für keine kurzfristige Entspannung.

WD Black rebrandet in turbulenten Zeiten

Gleichzeitig durchläuft die Marke Western Digital eine große Transformation. Nach der Ausgliederung des Flash-Speichergeschäfts Ende 2023, das nun von SanDisk geführt wird, werden die ikonischen SSD-Serien „WD Black“ und „WD Blue“ eingestellt. Diese High-Performance- und Mainstream-Laufwerke werden unter der neuen Marke „SanDisk Optimus“ vermarktet. High-End-WD-Black-Laufwerke werden etwa als SanDisk Optimus GX und GX Pro verkauft.

Unternehmensvertreter betonen, es handele sich primär um einen Markenwechsel; die Hardware bleibe vorerst gleich. Doch der Wechsel fällt in eine Phase maximaler Marktinstabilität. Während das Rebranding selbst das Angebot kaum beeinflusst, diktiert die übergeordnete NAND-Knappheit weiterhin Preis und Verfügbarkeit der neu benannten Produkte. SanDisk, das keine eigenen Fabriken für die Speichermodule betreibt, unterliegt denselben Marktkräften und Preisdruck wie alle anderen SSD-Anbieter.

Analyse: Ein struktureller Wandel, kein Konjunkturzyklus

Branchenanalysten sehen darin keinen typischen konjunkturellen Abschwung, sondern eine fundamentale strukturelle Neuausrichtung. Jahrzehntelang trieben der PC- und Smartphone-Markt die Skalierung und Richtung der Speicherproduktion. Diese Dynamik hat sich umgekehrt: Die Nachfrage des KI-Sektors nach High-Bandwidth-Memory (HBM) und Enterprise-SSDs hat nun Vorrang. Jeder Silizium-Wafer, der für einen KI-Beschleuniger reserviert wird, steht nicht mehr für Verbraucherprodukte zur Verfügung – ein Nullsummenspiel, das Verbraucher derzeit verlieren.

Diese Verschiebung hat Kaskadeneffekte auf den gesamten PC-Komponentenmarkt. Berichte von Anfang Januar 2026 deuten an, dass steigende Rohstoffkosten, verbunden mit denselben globalen Lieferkettenproblemen, die Preise für Netzteile und CPU-Kühler um 6-10% in die Höhe treiben werden. Der Bau oder das Upgrade eines PCs wird damit im kommenden Jahr insgesamt deutlich teurer.

Ausblick: Ein langer Winter für PC-Enthusiasten

Die Prognose für den Rest 2026 und darüber hinaus bietet Verbrauchern wenig Grund für Optimismus. Branchenführer und Analysten sind sich einig: Die Speicherknappheit wird sich nicht schnell lösen. Die Produktionskapazitäten für NAND sind für 2026 bereits ausverkauft. Neue Fabriken hochzufahren ist ein Prozess von Jahren; nennenswerte neue Kapazitäten werden den Markt frühestens 2027 oder 2028 erreichen.

Für potenzielle Käufer bedeutet das: Die Ära erschwinglicher, hochkapazitiver SSDs ist auf absehbare Zeit vorbei. Verbraucher, die einen neuen PC bauen oder Speicher upgraden möchten, sollten eher früher als später kaufen. Alle Indikatoren deuten auf weiter steigende Preise in den kommenden Monaten hin. Der hardware-unfreundliche Winter 2026 ist da – und er wird wohl lange andauern.

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