Speicherkrise trifft PC-Markt: Samsung und ASUS mit Rekordpreisen

Explodierende Speicherkosten durch KI-Nachfrage treiben Premium-Laptop-Preise auf Rekordniveau. Hersteller senken Absatzziele.

Während Samsung und ASUS neue Flaggschiffe auf den Markt bringen, treiben explodierende Speicherkosten die Preise in schwindelerregende Höhen. Schuld ist der unstillbare Hunger der KI-Industrie nach Speicherchips.

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Galaxy Book6 Ultra: Apple-Niveau zum Luxuspreis

Die ersten Tests des Samsung Galaxy Book6 Ultra am 7. Mai offenbaren ein wachsendes Problem: Für stolze 3.800 Euro (Konfiguration mit 1TB SSD) bietet das Gerät einen Intel Core Ultra 7 356H, eine Nvidia RTX 5070 und 32GB RAM. Das Problem: Die Leistung liegt auf dem Niveau des Apple MacBook Pro M5 – das rund 1.700 Euro kostet.

Der Samsung-Laptop, äußerlich eine Hommage an Apples Design, enttäuscht zudem bei Details: Der Tastaturhub ist zu gering, die Webcam unterdurchschnittlich. Für diesen Preis sind solche Kompromisse schwer zu rechtfertigen.

Parallel dazu bringt ASUS das ExpertBook Ultra (B9406CAA) für 3.600 Euro in den USA an den Start. Das Business-Notebook setzt auf einen Intel Core Ultra Series 3 mit einer speziellen KI-Einheit (NPU), die 50 Billionen Operationen pro Sekunde schafft. Das 14-Zoll-3K-OLED-Display und das Gewicht von nur 1,1 Kilogramm sind beeindruckend – der Preis spiegelt jedoch den neuen Branchentrend: KI-Fähigkeiten treiben die Kosten massiv in die Höhe.

Apple kappt Speicher-Optionen – KI frisst die Chips

Am 8. Mai wurde bekannt: Apple hat mehrere High-End-Speicherkonfigurationen für Mac Studio und Mac Mini gestrichen. Die Optionen mit 64GB, 128GB und 192GB Arbeitsspeicher sind nicht mehr verfügbar. Grund ist die explodierende Nachfrage nach hochdichten Speicherchips aus der KI-Branche.

Besonders hart trifft das Profis aus den Bereichen Visual Effects, Virtualisierung und Machine Learning. Viele von ihnen nutzten den Mac Studio als kostengünstige KI-Workstation. Apple priorisiert offenbar niedrigere Speicherkonfigurationen für Endkunden, während die knappen High-End-Chips in Server und Rechenzentren wandern.

Die Lage in der Lieferkette ist angespannt. Taiwans Mainboard-Hersteller – darunter ASUS, Gigabyte, MSI und ASRock – haben ihre Absatzziele für 2026 drastisch gesenkt. ASUS etwa peilt nur noch unter 10 Millionen Einheiten an, nach 15 Millionen im Jahr 2025. Die Gründe: steigende Hardwarepreise und eine Neuausrichtung der Chipriesen Intel und AMD, die zunehmend Prozessoren für Rechenzentren statt für Verbraucher fertigen.

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Branchendaten zeigen, dass der Anteil von Speicher und SSDs an den Gesamtkosten eines Computers von rund 15 auf über 30 Prozent gestiegen ist. Diese Verdopplung zwingt die Hersteller in die Defensive.

Parabolischer Preisanstieg – das Ende der billigen Speicher

Die Ursache der Misere: ein parabolischer Anstieg der Speicherchip-Preise, angetrieben durch die Infrastruktur-Bedürfnisse generativer KI. Verträge für DRAM und NAND-Flash sollen sich allein im zweiten Quartal 2026 um über 40 Prozent verteuern. Cloud-Giganten haben bereits die Produktionskapazitäten für 2027 gesichert – die Konsumgüterhersteller müssen um die Reste kämpfen.

Der Ausstieg großer Hersteller wie Samsung und Micron aus dem 2D-NAND-Market hat die Lage weiter verschärft. Die Folge: Panikkäufe und eine sich zuspitzende Knappheit. Microns Aktie schoss in einer einzigen Woche um fast 38 Prozent auf 746,81 Euro nach oben.

Spielkonsolen: Nintendo und Sony erhöhen die Preise

Die Speicherkrise macht auch vor der Unterhaltungselektronik nicht halt. Nintendo erhöht den Preis für die kommende Switch 2 in den USA ab September um 50 auf 500 Euro. Sony hatte den PS5-Preis bereits im Frühjahr auf 650 Euro angehoben. Beide Unternehmen nennen die hohen Speicherkosten und Zölle als Hauptgründe. Sony erwartet für das Geschäftsjahr 2026/27 sinkende Konsolenverkäufe, da die Produktion aufgrund der Speicherknappheit gedrosselt wird.

Während der Konsumgütermarkt ächzt, boomt der KI-Infrastruktursektor. SpaceX hat Pläne für eine gigantische Chipfabrik in Austin, Texas, vorgestellt. Die „Terafab“ soll mindestens 55 Milliarden Euro kosten, unterstützt von Intel, und Chips für Robotik und Weltraum-Rechenzentren produzieren. Die Gesamtkosten könnten auf 119 Milliarden Euro steigen.

Ausblick: Düstere zweite Jahreshälfte für PC-Käufer

Die Prognosen für den Rest des Jahres 2026 sind verhalten. AMD warnte kürzlich, dass Gaming- und PC-Upgrades in der zweiten Jahreshälfte deutlich zurückgehen werden. Die Gaming-Umsätze könnten um über 20 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr einbrechen, da die Komponentenpreise viele Verbraucher abschrecken.

Die Marktforscher von IDC und Gartner sagen für 2026 einen Rückgang der PC-Auslieferungen im zweistelligen Bereich voraus – zwischen 10,4 und 11,3 Prozent. Zwar steuert der gesamte Halbleitermarkt auf eine Bewertung von einer Billion Euro zu, getrieben durch ein 25-prozentiges Umsatzplus zwischen Ende 2025 und Anfang 2026. Doch dieses Wachstum konzentriert sich auf Rechenzentren in Asien und Amerika.

Für Verbraucher bedeutet das: Die Ära der billigen Speicher ist vorbei. Hochleistungs-DRAM und Premium-Komponenten kosten Rekordpreise. Die Grenze zwischen Profi-KI-Workstation und Heimcomputer verschwimmt – und die Hersteller setzen lieber auf margenstarke Serverprodukte. Premium-Laptops wie die neuen Modelle von Samsung und ASUS werden wohl bis Ende 2027 auf historisch hohem Preisniveau bleiben.