Speicherpreise: DRAM und NAND steigen Q3 2026 um bis zu 18%

Trotz Jubiläums- und Feiertagsrabatten steigen Speicher- und Prozessorkosten. DDR4 erlebt eine Renaissance, während Arrow Lake teurer wird.

Während Händler und Hersteller mit zeitlich begrenzten Rabattaktionen locken, steigen die Preise für Speicher und Prozessoren weiter an. Ein Überblick über Gewinner und Verlierer am aktuellen Markt.

Lockangebote zum Jubiläum und Unabhängigkeitstag

Der britische Händler Scan Computers feierte sein 40-jähriges Bestehen mit einem 24-Stunden-Blitzangebot: Ein Bundle aus dem ASUS ROG MAXIMUS Z890 HERO Mainboard und einer ROG Ryuo IV SLC 360 ARGB Wasserkühlung gab es für umgerechnet rund 475 Euro. Der reguläre Wert des Pakets liegt bei etwa 1.215 Euro – ein satter Rabatt von über 60 Prozent.

Solche Aktionen sind jedoch die Ausnahme. Branchenbeobachter sehen einen klaren Trend hin zu günstigeren B-Serie-Mainboards wie dem B860 oder B850. Der Grund: Moderne Prozessoren takten sich automatisch auf ihre Leistungsgrenze hoch. Manuelles Übertakten – einst das Hauptverkaufsargument teurer Z-Serie-Boards – verliert damit für viele Anwender an Bedeutung. Ein aktuelles Beispiel: Das ASRock B860 Steel Legend WiFi war diese Woche für rund 150 Euro zu haben.

Auch in den USA lockten die Feiertage Anfang Juli mit Rabatten. HP senkte den Preis für seinen Omen 35L Gaming-PC (mit RTX 5070 und 32 GB RAM) um umgerechnet rund 1.000 Euro auf etwa 1.600 Euro. Newegg startete zudem Aktionen für DDR5-Arbeitsspeicher verschiedener Top-Marken.

DDR4 feiert ein überraschendes Comeback

Während die Preise für moderne DDR5-Riegel anziehen, erlebt der Vorgänger DDR4 eine unerwartete Renaissance. In Japan fielen die Preise für DDR4-Kits auf den tiefsten Stand seit Ende 2025. Ein 64-GB-Kit von Crucial (DDR4-3200) kostete im Angebot umgerechnet nur noch rund 195 Euro – ein Preisnachlass von fast 50 Prozent.

Der Hintergrund: Die DRAM-Preise sind seit Juni 2025 um das Drei- bis Fünffache gestiegen. Viele Hersteller und Kunden setzen daher wieder auf die günstigere Technologie. Intel reagiert darauf offenbar mit einer Strategieänderung: Der Chipriese plant, die Verfügbarkeit seiner 10. bis 14. Core-Generation im dritten Quartal 2026 zu erhöhen. Besonders der chinesische Markt steht im Fokus, wo die Produktion von DDR4-Mainboards wieder anlaufen soll. Branchenkreisen zufolge könnte bereits Anfang 2027 ein „Raptor Lake Next“-Refresh erscheinen, der weiterhin den Sockel LGA1700 und DDR4 unterstützt.

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Der Preisdruck bleibt: Arrow Lake wird teurer

Die kurzfristigen Rabatte täuschen nicht über die grundlegende Marktentwicklung hinweg. Intel hat die unverbindlichen Preisempfehlungen für seine Arrow-Lake-S-Prozessoren angehoben. Der Core Ultra 7 270K Plus verteuerte sich um 16 Prozent auf umgerechnet rund 325 Euro, der Core Ultra 5 250K Plus stieg um 15 Prozent auf etwa 214 Euro.

Die Ursachen sind vielfältig:

  • DRAM und NAND-Flash: Marktforscher von TrendForce erwarten für das dritte Quartal 2026 einen Anstieg der DRAM-Vertragspreise um 13 bis 18 Prozent. NAND-Flash-Speicher soll um 10 bis 15 Prozent teurer werden. Dabei sind die Preise bereits in den ersten beiden Quartalen explodiert: DRAM legte im ersten Quartal um rund 90 Prozent zu, im zweiten um über 50 Prozent.
  • Grafikkarten: AMD hat seinen Partnern Berichten zufolge eine mögliche Preiserhöhung von 10 Prozent für GPUs und VRAM-Pakete ab Juli 2026 angekündigt.
  • PC-Markt: In den USA sanken die PC-Auslieferungen im ersten Quartal 2026 um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders hart traf es das Budget-Segment (Geräte unter 500 Euro) mit einem Rückgang von fast 19 Prozent.
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Licht am Horizont? Analysten erwarten langsamere Steigerungen

Einige Branchenvertreter, darunter auch von Asus, geben sich vorsichtig optimistisch. Zwar hätten die Preiserhöhungen Ende 2025 und Anfang 2026 fast 30 Prozent erreicht. Doch im zweiten Halbjahr 2026 könnte sich das Tempo verlangsamen – auf Steigerungen im einstelligen Prozentbereich.

Dennoch bleibt die Lage angespannt. Die Engpässe bei Speicherbausteinen werden Prognosen zufolge bis Ende 2027 anhalten. Der Grund: Die Hersteller priorisieren High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Server – ein Geschäft, das deutlich profitabler ist als die Produktion konventioneller DRAM-Chips für PCs. Solange die KI-Nachfrage boomt, dürften PC-Bauer und Gamer die Leidtragenden sein.