Steigende Speicherkosten zwingen Hersteller zu Preiserhöhungen, während gleichzeitig immer raffiniertere Hardware-Fälschungen auftauchen.
AMD plant Preisschub – NVIDIA hält sich noch bedeckt
AMD wird voraussichtlich die Preise seiner Radeon-GPUs um 10 bis 15 Prozent anheben. Die Anpassungen dürften im dritten Quartal 2026 beginnen. Hauptgrund: Die Kosten für GDDR6-Speicher sind explodiert. Lag der Spotpreis pro Gigabyte zuletzt bei umgerechnet rund 2,30 Euro, sind es inzwischen knapp 7 Euro – eine Verdreifachung.
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Während AMD auf die Lieferketten-Engpässe reagiert, zeichnet sich bei NVIDIA bislang keine vergleichbare Preisstrategie ab. Die Probleme betreffen jedoch die gesamte Branche: Auch Apple-Chef Tim Cook warnte kürzlich vor steigenden Gerätepreisen aufgrund der Speicherknappheit. Analysten schätzen, dass der globale Speicherchip-Markt bis Ende 2026 ein Volumen von 890 Milliarden Euro erreichen könnte.
Fälscher werden immer dreister
Die hohen Preise für aktuelle High-End-Karten locken Betrüger an. In China wurden jetzt besonders perfide Gefälschte NVIDIA GeForce RTX 4090 aufgespürt. Die Karten wurden auf Online-Marktplätzen für umgerechnet rund 200 Euro angeboten – ein Bruchteil des üblichen Preises.
Der Reparatur-Experte „Brother Zhang“ deckte auf: Die angeblichen GPUs enthielten keinerlei funktionsfähige Silizium-Chips. Stattdessen verbaute man einen GPU-Kern aus Plastik mit gefälschten Lasermarkierungen – inklusive einer erfundenen Produktionsdatum-Angabe „2030″. Die umliegenden Speicherchips waren Elektronikschrott, QR-Codes zur Identifikation fehlten völlig.
Exportkontrollen treiben Materialpreise in die Höhe
Die Halbleiterindustrie kämpft zudem mit neuen regulatorischen Hürden. China verschärfte die Exportkontrollen für Indiumphosphid (InP) – ein Schlüsselmaterial für optische Chips in KI-Rechenzentren. Das Land kontrolliert rund 70 Prozent der weltweiten Indium-Produktion.
Die Folgen sind dramatisch: Der Preis für 6-Zoll-Indiumphosphid-Wafer stieg von umgerechnet etwa 1.300 Euro auf rund 4.600 Euro – ein Plus von 250 Prozent. Das trifft eine Branche, die ohnehin unter Hochdruck arbeitet: Allein im ersten Quartal 2026 erzielte der Server-Markt 114 Milliarden Euro Umsatz, ein Plus von 30,4 Prozent im Jahresvergleich. GPU-beschleunigte Server trugen mit 64 Milliarden Euro mehr als die Hälfte bei.
Alte Hardware feiert Comeback
Angesichts der Preisexplosion bei neuer Technik besinnen sich viele PC-Bauer auf ältere Komponenten. Auf Messen zeichnete sich ein Trend ab: Zurück zu Prozessoren wie dem AMD Ryzen 7 5800X3D oder Grafikkarten der GeForce RTX 30-Serie. Der Grund: Sie nutzen den günstigeren DDR4-Arbeitsspeicher und sind insgesamt preiswerter.
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AMD trotzt den Turbulenzen
Trotz aller Widrigkeiten zeigt sich AMD finanziell robust. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens erreichte Mitte Juni 2026 rund 790 Milliarden Euro. Grund sind milliardenschwere Deals mit großen Technologiekonzernen und die bevorstehende Auslieferung des Helios Rack-Systems in der zweiten Jahreshälfte. Der nächste wichtige Termin für Anleger: die Vorlage der Quartalszahlen im August 2026.
Auch die Spielebranche bleibt optimistisch. Die Aktien von Take-Two legten knapp fünf Prozent zu. Auslöser: Die Vorbestellungen für den sehnlichst erwarteten Titel Grand Theft Auto 6 starten am 25. Juni 2026, der Release ist für den 19. November 2026 geplant.

