Speicherpreise explodieren: DDR5 springt um 63%, NAND um 75%

Steigende Speicherpreise zwingen Dell, Microsoft und Acer zu 8GB-RAM in neuen Notebooks. Die KI-Nachfrage treibt die Kosten.

Dell, Microsoft und Acer rüsten ihre neuen Notebooks wieder mit 8GB Arbeitsspeicher aus – ausgerechnet jetzt, wo KI immer mehr Leistung fordert.

Die Zeiten, in denen 16GB RAM als Standard galten, sind vorerst vorbei. Steigende Speicherpreise und die explosionsartige Nachfrage aus der KI-Industrie zwingen die Hersteller zu einer Kehrtwende. Was 2024 und 2025 noch als Untergrenze galt, wird nun wieder zur Einstiegskonfiguration.

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Preisexplosion bei DDR5 und NAND

Die Zahlen sind dramatisch: Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Vertragspreise für DDR5-Speicher um 58 bis 63 Prozent im Vergleich zum Vorquarter. Bei NAND-Flash-Speicher betrug der Preissprung sogar 70 bis 75 Prozent. Das belegen aktuelle Daten des Marktforschungsinstituts TrendForce.

Bereits im ersten Quartal hatte die DRAM-Branche mit einem Umsatz von 97 Milliarden Dollar ein Rekordergebnis erzielt – ein Plus von 81 Prozent. Der Grund: Die massive Expansion der KI-Infrastruktur. Immer mehr Produktionskapazitäten werden für High-Bandwidth-Memory (HBM) und Enterprise-RDIMM-Module benötigt. Der klassische PC-Markt bleibt auf der Strecke.

Die Folgen sind deutlich spürbar. TrendForce hat seine Prognose für weltweite Notebook-Auslieferungen 2026 nach unten korrigiert: Statt eines Rückgangs um 9,4 Prozent rechnen die Analysten nun mit einem Minus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Neue Modelle mit altem Standard

Die Auswirkungen zeigen sich in den aktuellen Produktlaunches. Gleich mehrere High-End- und Mittelklasse-Notebooks kommen mit 8GB RAM auf den Markt. Betroffen sind unter anderem das Dell XPS 13, das Acer Swift Air 14 und das 13-Zoll Microsoft Surface Laptop für Geschäftskunden – letzteres zu einem Einstiegspreis von 1.299,99 Dollar (umgerechnet rund 1.200 Euro). Auch das MacBook Neo mit A18-Pro-Chip startet wieder mit 8GB Arbeitsspeicher.

Parallel dazu lockert Microsoft seine Hardware-Vorgaben. Beim jüngsten Build-Event deutete der Konzern an, dass die strengen Anforderungen für „Copilot+-PCs“ – bislang ein 16GB-RAM-Minimum – aufgeweicht werden. Neue lokale KI-Agenten und Modelle sollen auf einer breiteren Hardwarepalette laufen. Das sichert 8GB-Maschinen das Überleben im KI-Ökosystem.

Im Einstiegssegment hat Lenovo kürzlich die internationale Verfügbarkeit des IdeaPad Slim 3i ausgeweitet. Das Gerät kostet ab 799 Euro und kommt mit 8GB DDR5 sowie einer 256GB SSD.

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Während die Hardwarepreise steigen, kämpfen viele Nutzer mit der Kompatibilitätsprüfung von Microsoft. IT-Experte Manfred Kratzl enthüllt in seinem Gratis-Leitfaden einen legalen Weg, wie das Upgrade trotz strenger Systemanforderungen auf fast jedem PC klappt. Der legale Trick, den viele bei Windows 11 nicht kennen.

Partnerships und Zukunftsaussichten

Die Branche rechnet mit einer längeren Durststrecke. Erst am 7. Juni 2026 gaben Nvidia und SK Hynix eine mehrjährige Technologiepartnerschaft bekannt. Ziel ist die Sicherung der Speicherversorgung für Nvidias kommende Vera-Rubin-KI-Supercomputer, RTX-Spark-PCs und Jetson-Thor-Roboterplattformen. SK Hynix wird unter dieser Vereinbarung HBM4-Speicher liefern.

Nvidia-CEO Jensen Huang prognostizierte Anfang Juni, dass die RAM-Krise noch mehrere Jahre andauern könnte. Das deckt sich mit Einschätzungen der SK-Hynix-Muttergesellschaft, die Engpässe bis 2030 erwartet. Andere Branchenvertreter zeigen sich optimistischer: Manche hoffen auf eine Verdopplung der Preise bis Ende 2026, andere auf eine Marktberuhigung bis 2027 oder 2028.

Architektur als Ausweg

Einige Hersteller suchen bereits nach technischen Lösungen. ASRock hat in Zusammenarbeit mit TeamGroup den HUDIMM-DDR5-Speicher vorgestellt. Die neue Architektur reduziert die Anzahl der Chips und nutzt statt zwei nur noch einen 32-Bit-Subkanal. Das halbiert zwar die Bandbreite, senkt aber die Produktionskosten für Desktop- und Notebook-Speicher deutlich.

Ob das reicht, um den Preisverfall aufzuhalten? Die kommenden Monate werden zeigen, ob 8GB RAM eine Übergangslösung bleibt oder sich als neuer Standard etabliert.