Speicherpreise explodieren: DDR5 über 400 Euro, DDR4 +51%

Die PC-Auslieferungen fallen im zweiten Quartal 2026 um knapp fünf Prozent. Grund sind explodierende Speicherpreise durch die KI-Nachfrage.

Die Auslieferungen fielen um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 68,2 Millionen Einheiten. Hauptverantwortlich ist eine schwere Knappheit bei Speicherchips, ausgelöst durch die enorme Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz. Branchenbeobachter sprechen bereits von einem „Memory Crunch“.

Lieferengpässe belasten den Markt

Nach mehr als zwei Jahren stetigen Wachstums kommt die Trendwende überraschend. Marktforscher von IDC zeigen: Zwar sinken die Stückzahlen, doch die Umsätze der Hersteller steigen. Sie geben die gestiegenen Komponentenkosten einfach an die Kunden weiter. Analysten warnen, dass die Speicherknappheit bis Anfang 2028 anhalten könnte. Kleinere Hardware-Anbieter könnten dabei unter die Räder kommen.

Die großen Hersteller entwickeln sich höchst unterschiedlich. Apple legte dank des MacBook Neo um 10,1 Prozent zu und erreicht nun einen Marktanteil von zehn Prozent. Die Konkurrenz hingegen kämpft: HP verlor neun Prozent, Dell fünf und Lenovo 2,1 Prozent. Einzig ASUS hielt sich mit einem Mini-Plus von 0,2 Prozent knapp im positiven Bereich.

Speicherpreise explodieren

Wer seinen Rechner aufrüsten will, muss tief in die Tasche greifen. 32 Gigabyte DDR5-Arbeitsspeicher kosten inzwischen über 400 Euro, eine 2-Terabyte-SSD der vierten Generation rund 300 Euro. Und das Ende der Fahnenstange ist nicht erreicht: Die Preise dürften bis 2027 weiter steigen.

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Selbst ältere Technologien sind betroffen. Die Vertragspreise für DDR4-8Gb-Chips stiegen im zweiten Quartal um 51 Prozent, für das dritte Quartal sind weitere 30 bis 40 Prozent angekündigt. Eine kuriose Entwicklung: DDR3-Speicher ist inzwischen pro Gigabit teurer als DDR5. Der Grund liegt in der hohen Nachfrage nach Enterprise-SSDs und LPDDR5X-Chips – letztere verteuerten sich um satte 89 Prozent.

Viele Nutzer stehen zudem vor einem weiteren Problem: Ältere Hardware gilt seit 2025 als offiziell veraltet. Systeme mit VGA-, DVI- oder FireWire-Anschlüssen werden von moderner Hardware nicht mehr nativ unterstützt.

Windows in der Krise

Auch Microsofts Betriebssystem macht Probleme. Der Marktanteil von Windows fiel im Juni 2026 auf 56,55 Prozent. Zudem räumte der Konzern einen schwerwiegenden Bug in Windows 11 (Versionen 24H2 und 25H2) ein: Die Systemdatei „CapabilityAccessManager.db-wal“ kann auf über 500 Gigabyte anwachsen und damit die gesamte Festplatte füllen. Ein optionales Update vom 23. Juni bringt Abhilfe, ein Pflicht-Patch folgt am 14. Juli 2026.

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Angesichts steigender Kosten und technischer Hürden setzen viele Verbraucher lieber auf ihre alten Geräte. Microsoft reagiert mit einer neuen Funktion: Die „Cloud Rebuild“-Option für Windows 11 erlaubt es, Betriebssystem und Treiber vor dem Systemstart aus der Cloud zu laden. Das Tool soll mit Version 26H2 im Laufe des Jahres 2026 erscheinen.

Sicherheit bleibt ein Dauerbrenner. Forscher entdeckten eine Zero-Day-Lücke namens „RoguePlanet“ (CVE-2026-50656). Microsoft aktualisierte daraufhin seine Malware-Schutz-Engine auf Version 1.1.26060.3008 oder höher. Der Fehler betrifft sowohl Windows 10 als auch Windows 11.