Speicherpreise explodieren: RAM +110%, SSDs +147% im Q1 2026

DRAM- und SSD-Preise steigen drastisch durch KI-Nachfrage. Smartphones und Konsolen leiden unter Engpässen, Entspannung erst ab 2028 erwartet.

Die Nachfrage nach KI-fähiger Hardware sorgt für drastische Preissteigerungen bei Speicherchips – und das betrifft längst nicht mehr nur Rechenzentren.

Preisexplosion bei DRAM und SSDs

Der Hunger der KI-Industrie nach Hochleistungsspeicher hat den Halbleitermarkt fest im Griff. Im ersten Quartal 2026 sind die Preise für DRAM-Bausteine um 90 bis 95 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gestiegen. Noch härter trifft es die Verbraucher: RAM für PCs und Notebooks verteuerte sich um 110 Prozent, SSDs sogar um 147 Prozent.

Besonders extreme Ausreißer zeigen sich bei Spezialkomponenten. Hier verzeichnen einzelne Bauteile Preissteigerungen von bis zu 700 Prozent. Die Gesamtkosten für Speicher haben sich binnen zwölf Monaten versechsfacht – und ein Ende des Trends ist nicht in Sicht.

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„Die Preise für DRAM könnten sich bis Ende 2026 noch einmal verdoppeln“, prognostiziert Chris Xia, Regionalmanager bei Lexar. Der Grund: KI-Rechenzentren schlucken die verfügbaren Kapazitäten nahezu vollständig.

Dramatische Folgen für Smartphones und Konsolen

Die Branche spricht längst von einem „DRAMageddon“. Die Exportpreise südkoreanischer Halbleiter, die als Gradmesser für den Weltmarkt gelten, haben historische Höchststände erreicht. Das bekommen auch die Hersteller von Unterhaltungselektronik zu spüren.

Für das kommende Samsung-Spitzenmodell S26 zeichnen sich Speicher-Upgrade-Kosten ab, die 25 bis 66 Prozent über dem Niveau des Vorgängers liegen. Beim iPhone 17 hat sich der Preis pro Gigabyte Berichten zufolge bereits verdoppelt.

Die Spieleindustrie könnte ebenfalls unter die Räder kommen. Branchenbeobachter rechnen damit, dass die nächste Konsolengeneration sich bis 2028 verzögern könnte – die Komponentenpreise machen eine wirtschaftliche Produktion derzeit nahezu unmöglich.

Strukturelle Engpässe bis 2028

Die großen Speicherhersteller Samsung, SK Hynix und Micron haben ihre Produktion massiv auf High Bandwidth Memory (HBM) umgestellt – jene Speicherchips, die für KI-Anwendungen benötigt werden. Für Standardkomponenten bleibt weniger Kapazität übrig.

Morgan Stanley warnt vor einem strukturellen Engpass, der über den Speichermarkt hinausgehen könnte. Während große Cloud-Anbieter ihre Kapazitäten durch langfristige Verträge sichern, drohen Smartphone- und PC-Industrie ab 2027 ernsthafte Versorgungslücken.

Der Sekundärmarkt für gebrauchte Hardware profitiert von der Entwicklung. Hochleistungs-DRAM und Speicher behalten ihren Wert deutlich länger als in früheren Zyklen. Analysten erwarten eine wachsende Nachfrage nach generalüberholten Servern und günstigen Einstiegs-PCs.

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Eine Entspannung bei den Preisen? Fehlanzeige. Finanzinstitute rechnen frühestens 2028 mit einer Trendwende. Selbst dann sollen die Kosten noch 30 bis 50 Prozent über dem Niveau früherer Marktzyklen liegen.

Nvidia bringt KI-Mini-PC für 3.999 Euro

Trotz der Versorgungskrise bringen Hersteller neue Spezialhardware auf den Markt. Nvidia macht ab dieser Woche den DGX Spark Mini-PC verfügbar – zum Preis von rund 3.999 Euro. Das System basiert auf der Grace-Blackwell-Architektur, bietet 128 Gigabyte RAM und ist für lokale KI-Aufgaben optimiert.

Parallel dazu setzen Softwarehersteller auf Optimierungen, um die Hardware-Abhängigkeit zu reduzieren. Microsoft hat mit „Advanced Shader Delivery“ für Windows 11 ein Feature eingeführt, das Ladezeiten verkürzen und die Leistung in anspruchsvollen Anwendungen verbessern soll – unterstützt von ausgewählten AMD-Grafikkarten.