Spendenbetrug: Kriminelle nutzen Stourbridge-Brand für GoFundMe-Fallen

Nach dem Großbrand in Stourbridge warnen Behörden vor betrügerischen Hilfsaktionen. Kriminelle nutzen die Tragödie für illegale Spendenforderungen.

Der Dudley Council hat eine dringende Warnung vor gefälschten Spendenseiten auf Plattformen wie GoFundMe herausgegeben, die vorgeben, den Opfern des verheerenden Feuers in Stourbridge zu helfen. Bei dem Brand wurden insgesamt 19 Häuser zerstört. Während die Behörde eine offizielle Spendenaktion für die Betroffenen eingerichtet hat, versuchen Trittbrettfahrer nun, die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung mit nicht autorisierten Kampagnen auszunutzen.

Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie von Betrugsmustern ein, die weltweit bei Katastrophen und persönlichen Notfällen beobachtet werden. Branchenexperten und Verbraucherschützer mahnen zur erhöhten Vorsicht, da Kriminelle zunehmend digitale Kanäle nutzen, um Gelder für fiktive Zwecke abzuzweigen.

Systematischer Betrug über soziale Netzwerke

Nach Erkenntnissen des Better Business Bureau (BBB) agieren Kriminelle heute verstärkt über soziale Medien und SMS-Nachrichten. Durch gefälschte Wohltätigkeitsorganisationen sollen auf diesem Weg bereits Beträge in Millionenhöhe entwendet worden sein. Die Maschen reichen dabei von der Ausnutzung lokaler Tragödien bis hin zu weltweit beachteten Krisenereignissen.

Auch im US-Bundesstaat Indiana warnten staatliche Stellen wie der Generalstaatsanwalt Todd Rokita vor Betrügern, die gezielt Opfer von Stürmen ins Visier nehmen. Nach einem Derecho, der Windgeschwindigkeiten von 100 mph und weitreichende Stromausfälle verursachte, traten vermehrt Akteure von außerhalb des Bundesstaates auf.

Juristen raten in solchen Fällen dringend dazu, beauftragte Bauunternehmer gründlich zu prüfen und Barzahlungen zu vermeiden. Zudem wird darauf hingewiesen, dass staatliche Hilfsorganisationen wie die FEMA grundsätzlich keine Gebühren für ihre Dienste erheben.

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Rechtliche Konsequenzen bei vorgetäuschten Notfällen

Neben dem Missbrauch von Katastrophenfällen nehmen auch Betrugsversuche auf Basis vorgetäuschter Krankheiten zu. In einem aktuellen Verfahren plädierte die 47-jährige Stacey R. Robbins auf nicht schuldig, nachdem ihr Diebstahl und Täuschung vorgeworfen wurden. Sie soll eine Krebserkrankung vorgetäuscht und über GoFundMe mehr als 7.000 US-Dollar gesammelt haben. Eine weitere Anhörung ist für den September angesetzt.

In einem ähnlichen Fall wurde die 38-jährige Elizabeth „BethAnn“ Parker wegen Urkundenfälschung festgenommen. Ihr wird vorgeworfen, falsche Angaben über die Erkrankung eines Kindes gemacht zu haben, um Spenden zu generieren. Sie befindet sich derzeit im Marion County Jail in Haft.

Dass nicht jede gut gemeinte Aktion im Sinne der Betroffenen ist, zeigt ein Beispiel aus dem Umfeld der Familie von Van Viet Truong. Diese lehnte eine nicht autorisierte Online-Spendenaktion in Höhe von 13.000 US-Dollar ab. Der Organisator beendete daraufhin die Kampagne und veranlasste die vollständige Rückerstattung der Beträge.

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Veruntreuung bei etablierten Organisationen

Der Missbrauch betrifft jedoch nicht nur Einzelpersonen. In New York reichte die Generalstaatsanwaltschaft Klage gegen die Organisation „Healing for Heroes“ ein. Den Gründern wird vorgeworfen, Spenden in erheblichem Umfang veruntreunt zu haben.

Konkret sollen unter anderem 33.312,16 US-Dollar aus Airbnb-Einnahmen für persönliche Zwecke einbehalten worden sein. Insgesamt habe die Organisation fast 100.000 US-Dollar gesammelt, wovon jedoch laut den Ermittlungsbehörden lediglich die Hälfte tatsächlich Veteranen zugutegekommen sei. Die Staatsanwaltschaft fordert nun die Auflösung der Organisation.

Finanzexperten empfehlen Spendern, vor einer Überweisung die Identität der Organisatoren zu prüfen und vorzugsweise offizielle Kanäle zu nutzen, wie sie aktuell vom Dudley Council für die Opfer in Stourbridge bereitgestellt werden.