Spirit-Airlines-Daten: 119 US-Abgeordnete wollen Verkauf an Google stoppen

Mehr als 119 US-Parlamentarier verlangen Änderungen am geplanten Verkauf von Spirit-Daten; das Insolvenzgericht entscheidet am 14. Oktober.

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Mehr als 119 Abgeordnete beider Kammern des US-Kongresses stellen sich gegen den geplanten Verkauf interner Unternehmensdaten der insolventen Fluggesellschaft Spirit Airlines an Google.

Angeführt von Repräsentant Steven Horsford und Senatorin Elizabeth Warren wandten sich die Parlamentarier in einem gemeinsamen Schreiben an Google-Chef Sundar Pichai sowie Spirit-Chef Dave Davis. Sie fordern den sofortigen Abbruch der Transaktion im Umfang von 10 Millionen US-Dollar, bei der umfangreiche Datenbestände für das Training von Systemen mit künstlicher Intelligenz an den Technologiekonzern übertragen werden sollen.

Massiver Umfang interner Mitarbeiter- und Kommunikationsdaten

Der verhandelte Datensatz wirft erhebliche Bedenken hinsichtlich des Beschäftigtendatenschutzes auf. Laut den Kongressmitgliedern umfasst das Paket rund 100 Millionen E-Mails, etwa 500 Millionen Nachrichten aus Microsoft Teams, Personalakten, Stundenzettel, Steuer- und Lohndaten sowie Arbeitsverträge.

Ein vor Gericht eingereichter Arbeitswiderspruch beziffert den Umfang auf etwa 80.000 E-Mail-Konten, 17.082.644 OneDrive-Elemente und 20.577.677 SharePoint-Elemente, ergänzt durch jahrzehntelange Dokumentationen zu Schulungen, Bewerbungsprozessen und Dienstreisen.

Google war am 14. August 2026 als Gewinner aus der Auktion für die bereinigten Daten von Spirit Airlines hervorgegangen. Als Zweitbieter trat Mercor mit einem Gebot von 7,5 Millionen US-Dollar auf, während die KI-Firma micro1 am 3. September 2026 ein weiteres Gebot abgab. Spirit Airlines hatte den Flugbetrieb am 2. Mai 2026 eingestellt, was unter anderem in Las Vegas zum Verlust von fast 1.000 Arbeitsplätzen führte.

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Streit um Anonymisierung und Re-Identifizierungsrisiken

Spirit Airlines und Google vereinbarten nach Unternehmensangaben, Buchungs- und Transaktionsdaten, Rückerstattungen, Bordverkäufe sowie WLAN-Nutzungsdaten vollständig auszuschließen. Google betonte, keine personenbezogenen Daten erwerben zu wollen, und verwies darauf, dass die Bestände vor einer Übertragung durch eine unabhängige dritte Partei streng de-identifiziert werden müssten.

Mit diesem Schritt wurde der Dienstleister Tonic.ai beauftragt, da die verbleibenden Unternehmens-E-Mails weiterhin unstrukturierte Fluggastdaten enthalten können. Zudem ist der Käufer verpflichtet, öffentlich auf Versuche einer Re-Identifizierung zu verzichten.

Die US-Abgeordneten halten diese Schutzmaßnahmen für unzureichend. Unter Verweis auf Erkenntnisse des National Institute of Standards and Technology erklärten sie, dass bereinigte Daten unter bestimmten Bedingungen mithilfe moderner KI-Verfahren wieder bestimmten Personen zugeordnet werden könnten. Sie fordern sechs verbindliche Maßnahmen, darunter den weitgehenden Ausschluss von Mitarbeiterdaten sowie ein Prüfprotokoll, das von der Belegschaft akzeptiert werden muss.

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Widerstand von Gewerkschaften vor dem Insolvenzgericht

Neben den Parlamentariern laufen auch Arbeitnehmervertreter gegen das Geschäft Sturm. Die Gewerkschaft Association of Flight Attendants-CWA, die 55.000 Flugbegleiter vertritt, sowie Pilotengewerkschaften von Spirit Airlines und American Airlines reichten ebenso wie der Softwarehersteller Springshot Widerspruch ein. Sara Nelson, Präsidentin der Flugbegleitergewerkschaft, warnte vor neuartigen Bedrohungen für Arbeitnehmerrechte durch solche Datenverkäufe.

Zusätzliche Unterstützung erhält der Protest durch die Bürgerrechtsorganisation Electronic Privacy Information Center. In einer gerichtlichen Eingabe warnte die Organisation vor inferenzbasierten Offenlegungsrisiken durch fortgeschrittene Algorithmen und kritisierte falsche Anreize für Arbeitgeber, übermäßige Beschäftigtendaten anzuhäufen.

Die Datenschutzbeauftragte im Insolvenzverfahren, Lucy Thomson, hatte nach einem ersten Bericht vom 8. September 2026 am 5. Oktober 2026 empfohlen, den Verkauf der bereinigten Daten an Google zu genehmigen. Mögliche Risiken für die Beschäftigten bezog sie in ihre Prüfung nicht ein. Das US-Insolvenzgericht verhandelt den Fall am 14. Oktober 2026, um abschließend über die Rechtmäßigkeit der Veräußerung zu entscheiden.