SplitVPN-Datenleck: 58 Millionen Logs enthüllen Bruch der No-Logs-Politik

Ein Datenleck bei SplitVPN entlarvt falsche No-Logs-Versprechen, während Südkoreas KT eine Rekordstrafe zahlen muss.

Sicherheitsvorfälle bei einem bekannten VPN-Anbieter und einem südkoreanischen Telekommunikationskonzern zeigen eklatante Lücken zwischen Datenschutzversprechen und tatsächlicher Datenpraxis.

Massiver Datenabfluss bei SplitVPN

Ein schwerwiegender Datenleck beim VPN-Dienst SplitVPN (ehemals NotVPN) hat die Sicherheitsbranche aufgeschreckt. Eine 17 Gigabyte große SQL-Datenbank mit sensiblen Nutzerdaten und Millionen von Verbindungsprotokollen wurde auf einem Untergrund-Forum entdeckt. Sicherheitsforscher analysierten die Daten – und stießen auf einen handfesten Skandal.

Die offengelegte Datenbank enthält rund 23,4 Millionen Nutzerdatensätze und 13,6 Millionen Gerätedatensätze. Besonders brisant: Rund 58 Millionen Verbindungsprotokolle aus der Zeit zwischen Juni 2025 und dem 21. Juli 2026 wurden kompromittiert. Diese Logs zeichnen ein detailliertes Bild der Nutzeraktivität – inklusive IP-Adressen, Zeitstempel und geografischer Standorte. Zudem gelangten 2,6 Millionen Zahlungsdatensätze an die Öffentlichkeit. Vollständige Kreditkartennummern waren zwar nicht enthalten, wohl aber maskierte Kartennummern und Abrechnungs-Tokens.

Das Problem: SplitVPN wirbt offen mit einer „No-Logs-Politik“ – also dem Versprechen, keinerlei Nutzerdaten zu speichern. Der Datenleck widerlegt dieses Versprechen auf spektakuläre Weise.

Besonders betroffen sind Nutzer in Regionen, in denen digitale Privatsphäre oft überlebenswichtig ist: Russland, Iran, Indien und Myanmar. Für Menschen, die auf VPN-Dienste angewiesen sind, um Zensur zu umgehen oder anonym zu bleiben, könnte der Vorfall fatale Folgen haben.

Rekordstrafe für südkoreanischen Telekom-Riesen

Parallel dazu hat die südkoreanische Datenschutzkommission (PIPC) ein Exempel statuiert. Gegen den Telekommunikationsriesen KT Corporation verhängte die Behörde eine Rekordstrafe von 53,9 Milliarden Won – umgerechnet rund 37,4 Millionen Euro.

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Der Fall liest sich wie ein Lehrstück über Sicherheitsversagen. Zwischen dem 8. Oktober 2024 und dem 5. September 2025 hatten Hacker nahezu ein Jahr lang unbefugten Zugriff auf das KT-Netzwerk. Die Angreifer nutzten illegale Femtozellen – kleine, leistungsschwache Mobilfunk-Basisstationen – um in die Kommunikationsinfrastruktur einzudringen. Mit einem gestohlenen Zertifikat aus einem verlorenen KT-Gerät bauten sie eine gefälschte Basisstation auf, die Gerätekennungen, internationale Teilnehmerkennungen (IMSI) und SMS-Authentifizierungscodes abfing.

Laut Regulierungsunterlagen waren 16.647 Abonnenten betroffen. 368 Opfer erlitten direkte finanzielle Verluste in Höhe von 240 Millionen Won durch nicht autorisierte Mikrozahlungen. Die PIPC erstattete zudem Strafanzeige gegen KT – der Vorwurf: Das Unternehmen habe eine separate Untersuchung zu einer Malware-Infektion im März 2024 behindert, indem es relevante Logs löschte und falsche Dokumente vorlegte.

Schwachstellen in Unternehmensnetzwerken

Die Datenschutz-Pleiten fallen in eine Zeit, in der Sicherheitsforscher kritische Lücken in professioneller Netzwerk-Hardware entdecken. Zwei schwerwiegende Exploits könnten unbefugten Zugriff auf geschützte Umgebungen ermöglichen.

Palo Alto Networks warnt vor einer Authentifizierungs-Schwachstelle im PAN-OS GlobalProtect Portal und Gateway (CVE-2026-0257). Diese Lücke wird seit dem 17. Mai 2026 aktiv ausgenutzt – Angreifer können damit unbefugte VPN-Verbindungen herstellen. Unternehmen sollten umgehend Patches einspielen oder Authentifizierungs-Overrides deaktivieren.

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Noch alarmierender: Am 29. Juli 2026 wurde ein öffentlicher Proof-of-Concept für eine kritische Schwachstelle in Check Points SmartConsole veröffentlicht. Der Fehler CVE-2026-16232 erreicht einen CVSS-Score von 9,3 von 10 – und ermöglicht unauthentifizierte administrative Logins durch Token-Diebstahl. Betroffen sind sowohl Security Management Server als auch Multi-Domain Security Management Server. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat den Exploit bereits in ihren Katalog bekannter Schwachstellen aufgenommen – ein klares Signal für dringenden Handlungsbedarf.