ST Engineering startet mit DrN-600 in den Markt für autonome Luftfracht

Der Technologiekonzern ST Engineering stellt mit dem vollelektrischen DrN-600 eine unbemannte Frachtmaschine für die Mittelstrecken-Logistik vor. Ziel ist die Zertifizierung bis 2028 und der kommerzielle Betrieb.

Der Technologiekonzern ST Engineering bringt mit dem DrN-600 die größte unbemannte Frachtmaschine auf den Markt. Das Fluggerät soll die Lücke zwischen kleinen Drohnen und bemannten Transportflugzeugen schließen und die Logistik revolutionieren.

Vorgestellt wurde der elektrische Senkrechtstarter auf der Singapore Airshow 2026. Entwickelt in Partnerschaft mit dem US-Elektroflugzeugbauer Air Inc., zielt das Projekt auf den wachsenden Bedarf an automatisierten und widerstandsfähigen Lieferketten ab. Besonders im Fokus stehen entlegene Regionen und die sogenannte „Middle-Mile“-Logistik zwischen Verteilerzentren.

Technische Daten: Elektrisch, 100 Kilogramm Nutzlast

Der DrN-600 ist ein vollelektrisches VTOL-Flugzeug (Vertical Take-Off and Landing). Es kombiniert die Wendigkeit eines Multikopters mit der Effizienz eines Starrflüglers im Reiseflug. Die technischen Kernwerte sind beeindruckend:

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  • Maximales Startgewicht: 600 Kilogramm
  • Nutzlast: Bis zu 100 Kilogramm
  • Reichweite: 70 bis 120 Kilometer
  • Spannweite: 8 Meter

Ein besonderes Merkmal ist das von oben zu beladende Front-Frachtabteil, das an eine Boeing 747 erinnert. Es nimmt standardisierte Paletten auf und soll so den Bodenumschlag beschleunigen. Angetrieben wird die Drohne von Lithium-Polymer-Batterien.

Strategie: Die Lücke im Markt füllen

Während sich viele Anbieter auf die letzte Meile zum Endkunden konzentrieren, adressiert ST Engineering bewusst die kritische Mittelstrecke. Der DrN-600 soll Güter zu abgelegenen Industrie-Standorten, Inseln oder Bergregionen transportieren – also dorthin, wo konventionelle Infrastruktur fehlt.

„Die Idee ist simpel“, so analysieren Branchenkenner. „Das System ist leistungsfähiger als eine Lieferdrohne, aber deutlich kostengünstiger und simpler zu betreiben als ein bemanntes Flugzeug.“ Diese Balance soll den Durchbruch für den kommerziellen, großflächigen Einsatz unbemannter Frachtflüge bringen. Das System ist primär für den zivilen Markt gedacht, hat aber auch Dual-Use-Potenzial für militärische Logistik.

Der Schlüssel zum Erfolg: Zertifizierung von Anfang an

Ein entscheidender Unterschied zu vielen Drohnenprojekten ist der Fokus auf Regulierung und Zertifizierung. Der DrN-600 wurde von Grund auf entwickelt, um den Standards großer Luftfahrtbehörden wie der europäischen EASA zu entsprechen.

Die Wahl des Maximalgewichts von knapp unter 600 Kilogramm ist dabei taktisch klug. Es erlaubt den Betrieb innerhalb bestehender regulatorischer Rahmenbedingungen und könnte langwierige Zulassungsverfahren für schwerere Flugzeuge vermeiden. Dieser pragmatische Ansatz zeigt: ST Engineering zielt auf zeitnahe, gewinnbringende Einsätze, nicht auf endlose Testphasen.

Fahrplan: Flugtests 2026, Markteintritt 2028

Der Zeitplan ist ambitioniert, aber methodisch. Noch im zweiten Quartal 2026 sollen die ersten Flugtests mit einer Basisversion außerhalb des streng kontrollierten singapurischen Luftraums beginnen. Diese Tests dienen der Kundenfeedback und der Feinabstimmung.

Das große Ziel ist die abschließende Zertifizierung bis 2028, gefolgt vom Start kommerzieller Operationen im selben Jahr. Der DrN-600 ist Teil eines größeren Ökosystems unbemannter Systeme des Konzerns, das auch zentrale Docksteuerung und Integration in digitale Stadtnetzwerke umfasst. Die Partnerschaft mit Air Inc. unterstreicht den entschlossenen Vorstoß von ST Engineering in die nächste Generation der Luftlogistik.

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