Das Zentrum für Digitale Souveränität in der öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) erweitert die Reichweite seiner Open-Source-Plattform openDesk. Über ein neu aufgesetztes Partnerprogramm öffnet die bundeseigene Organisation die Suite über den öffentlichen Sektor hinaus auch für die Privatwirtschaft.
Erste zertifizierte Partner stehen bereits fest: STACKIT, die Cloud-Einheit von Schwarz Digits, agiert als anerkannter souveräner Dienstleister. Als Systemintegratoren wurden das Unternehmen B1 Systems, das zugleich als Generalunternehmer für ZenDiS fungiert, sowie Dachs IT aufgenommen. Die Bewerbungsfrist für das Partnerprogramm läuft bis zum 31. Januar 2027.
Bereitstellung als Cloud-Dienst und bisherige Verbreitung
Parallel zum Ausbau des Partnernetzwerks bringen ZenDiS und die Genossenschaft govdigital die Lösung openDesk als Software-as-a-Service (SaaS) auf den Marktplatz Deutschland Digital. Seit dem 13. Oktober 2026 sind dort Pilotpakete buchbar, während das vollständige Produktivangebot für Januar 2027 geplant ist. Das Modell richtet sich an Bundesländer und Kommunen und ermöglicht einen Bezug ohne weitere Ausschreibungsverfahren.
Das Hosting erfolgt zunächst ausschließlich durch STACKIT über den behördlichen Cloud-Broker aus europäischen Rechenzentren. STACKIT hostet bereits für ZenDiS und verfügt über Erfahrung aus Projekten mit fast 100.000 Nutzern. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch öffentliche IT-Dienstleister in das Hosting eingebunden werden.
Wie viele öffentliche Stellen sich bislang für das STACKIT-Hosting angemeldet haben, wurde bislang nicht erfasst. Partnern zufolge sind im Rahmen der bisherigen Nutzung jedoch bereits rund 100.000 behördliche Arbeitsplätze auf openDesk umgestellt; zudem laufen Tests und Pilotprojekte in nahezu allen Bundesländern.
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Strategische Einbettung in die Modernisierungsagenda
openDesk wurde im Oktober 2024 als souveräne Arbeitsplatzlösung eingeführt und wird von ZenDiS im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) entwickelt. Das im Jahr 2022 gegründete Zentrum befindet sich vollständig in Bundeseigentum und ist dem BMDS zugeordnet.
Bereits seit 2024 laufen Enterprise-Subskriptionen für den Betrieb im eigenen Rechenzentrum über govdigital. Die föderale Modernisierungsagenda sieht vor, dass Ländern und Kommunen bis zum 31. März 2027 ein regulärer Zugang zu einer solchen souveränen Arbeitsplatzumgebung zur Verfügung stehen muss.
Kommerzielle Vermarktung und technische Weiterentwicklung
Neben der Bereitstellung für die Verwaltung formiert sich auch die privatwirtschaftliche Vermarktung der Softwarebausteine. Am 13. Oktober 2026 gründeten die Softwarehersteller Collabora Productivity, Element, Nordeck, Open-Xchange, Univention und XWiki die Open Productivity Software GmbH mit Sitz in Berlin.
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Unter der Geschäftsführung von Dr. Gerald Pfeifer und Peter Ganten soll das Unternehmen openDesk außerhalb der öffentlichen Verwaltung vertreiben, insbesondere an Betreiber kritischer Infrastrukturen und internationale Unternehmen. Als primäre Wettbewerber benennt das Unternehmen Microsoft 365 sowie Google Workspace. Zu den ersten Vertriebspartnern gehören Adfinis, die msg group und Smile.
Gleichzeitig wird die funktionale Weiterentwicklung der Plattform vorangetrieben: Auf der Smart Country Convention vom 13. bis 15. Oktober 2026 in Berlin stellte ZenDiS einen Prototyp für agentische künstliche Intelligenz vor.
Das System greift über das standardisierte Model Context Protocol auf die verschiedenen Module der Open-Source-Suite zu, um mehrstufige Arbeitsprozesse eigenständig auszuführen. Die Integrationsschicht ist anbieterunabhängig angelegt und nicht an spezifische Sprachmodelle gebunden.

