StarFighter und BM15: Zwei neue Linux-Flaggschiffe starten

Zwei europäische Hersteller präsentieren neue Linux-Notebooks mit Schwerpunkt auf Reparierbarkeit und Hardware-Sicherheitsfunktionen.

Zwei europäische Hersteller bringen leistungsstarke Linux-Laptops mit Fokus auf Reparierbarkeit und Sicherheit auf den Markt.

Der Markt für Linux-basierte Laptops erlebt einen bemerkenswerten Frühling. Gleich zwei namhafte europäische Hardware-Schmieden haben in dieser Woche neue Systeme angekündigt: Das britische Unternehmen Star Labs liefert endlich sein lang erwartetes Flaggschiff StarFighter aus, während der deutsche Hersteller TUXEDO Computers mit dem BM15 Gen1 ein auf Langlebigkeit getrimmtes Business-Notebook vorstellt. Beide setzen bewusst auf Werte, die in der Massenware oft zu kurz kommen: offene Firmware, physische Privatsphäre-Schalter und nachhaltige Bauweise.

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StarFighter: Das Warten hat ein Ende

Nach einer über dreijährigen Entwicklungszeit hat Star Labs den Verkauf und Versand seiner StarFighter-Serie gestartet. Ursprünglich für Januar 2026 angekündigt, verzögerte sich die Auslieferung um ein halbes Jahr – das Unternehmen nennt Lieferkettenprobleme und Schwierigkeiten mit einem ersten Fertigungspartner als Gründe.

Das 16-Zoll-Workstation ist ein echtes Kraftpaket. Es bietet ein Display im 16:10-Format, wahlweise als QHD-Variante mit 165 Hertz oder als 4K-IPS-Panel mit 625 Nits Helligkeit. Besonders sticht die modulare Bauweise hervor: Eine abnehmbare 1080p-Magnet-Webcam und dedizierte Hardware-Kill-Schalter für die Funkmodule sorgen für maximalen Datenschutz.

Drei Konfigurationen stehen zur Wahl:

  • Standard (ab 1.878 Euro): Intel Core Ultra 5 125H, 32 GB LPDDR5X-RAM
  • Ultra (ab 2.843 Euro): Intel Core Ultra 9 285H, 64 GB RAM
  • AMD-Edition (ab 3.573 Euro): Ryzen 7 8845HS

Zwar ist der Arbeitsspeicher bei allen Modellen fest verlötet, doch zwei M.2-2280-Steckplätze erlauben flexible Speichererweiterung. Als Betriebssystem kommen Ubuntu 26.04 oder Fedora 44 zum Einsatz – unterstützt von quelloffener Coreboot- oder edk II-Firmware.

TUXEDO BM15: Reparierbarkeit als Geschäftsmodell

Ganz andere Akzente setzt der deutsche Hersteller TUXEDO Computers. Der BM15 Gen1 ist kein High-End-Speedster, sondern ein durchdachtes Arbeitstier für Unternehmen. Das 15,6-Zoll-Gerät setzt auf einen Intel Core 5 120U und unterstützt bis zu 64 GB DDR5-5200-RAM.

Der Clou: Der 55-Wh-Akku lässt sich von außen wechseln – ohne das Gehäuse zu öffnen. Ein klarer Kontrast zum Trend fest verklebter Komponenten. Die Basisversion mit 16 GB RAM und 512-GB-SSD unter TUXEDO OS startet bei fairen 965 Euro.

Für den Unternehmenseinsatz gibt es einen integrierten Smartcard-Leser (ISO 7816) und optionales 4G-LTE. Besonders sicherheitsbewusste Administratoren dürfte die BIOS-Steuerung freuen: Per Knopfdruck lassen sich das Intel Management Engine (ME), die Webcam, Audiokomponenten und das WLAN-Modul komplett deaktivieren. Der Versand beginnt voraussichtlich Ende Mai 2026.

Sicherheit auf Hardware-Ebene

Beide Hersteller eint ein Ansatz, der in der Mainstream-Welt selten geworden ist: Firmware-Transparenz und physische Sicherheitsmaßnahmen. Der StarFighter nutzt den Linux Vendor Firmware Service (LVFS) für nahtlose Updates und setzt auf TCG Opal 2.0-konforme SSDs für hardwarebasierte Verschlüsselung. TUXEDO wiederum bietet mit der ME-Deaktivierung einen Angriffsvektor weniger – ein entscheidender Vorteil für Organisationen mit hohen Sicherheitsanforderungen.

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Der Markt im Wandel

Die neuen Linux-Modelle erscheinen in einer dynamischen Phase. Zum Vergleich: ASUS brachte am 7. Mai das ExpertBook Ultra mit 3K-OLED-Display und Intel Core Ultra X7 358H für rund 3.600 Euro in die USA – allerdings mit Windows 11 Pro. Lenovo präsentierte ebenfalls neue Legion-Gaming-Notebooks mit variablen OLED-Displays und RTX-5090-Grafik.

Doch die Linux-Nische bleibt eigenständig. Während die Großen auf verklebte Komponenten und KI-Software-Suiten setzen, punkten Star Labs und TUXEDO mit Nachhaltigkeit und Nutzerautonomie. Branchenbeobachter sehen darin einen Trend, der durch die zunehmenden „Right-to-Repair“-Regelungen in Europa und Nordamerika weiter Auftrieb bekommen dürfte.

Die Frage wird sein, ob die kleineren Hersteller das Versprechen einer reibungslosen „Out-of-the-Box“-Erfahrung einlösen können – ohne die offene Integrität zu opfern, die die Linux-Community seit jeher schätzt.