Stargate-Projekt: Nvidia investiert 3 Mrd. Dollar in Texas-Strominfrastruktur

Nvidia sichert sich mit Milliardeninvestition in Lancium die Stromversorgung für das KI-Großprojekt Stargate und baut seine Kontrolle über die KI-Infrastruktur aus.

Der Chip-Konzern Nvidia will bis zu drei Milliarden Dollar in den texanischen Energie-Infrastrukturanbieter Lancium investieren. Der Schritt sichert die Stromversorgung für das milliardenschwere KI-Projekt „Stargate“ und markiert einen strategischen Wandel: Nvidia kontrolliert künftig nicht nur Chips, sondern auch die Energieversorgung für Rechenzentren.

Milliarden-Deal für Rechenzentren-Strom

Die Vereinbarung sieht zunächst eine Investition von zwei Milliarden Dollar vor, wofür Nvidia rund 20 Prozent an Lancium erhält. Eine weitere Milliarde soll fließen, sobald das Unternehmen bestimmte Meilensteine erreicht – etwa den Anschluss ans Stromnetz. Damit könnte der Anteil auf etwa 30 Prozent steigen.

Lancium, unterstützt vom Finanzinvestor Blackstone, betreibt einen 400 Hektar großen Campus in Abilene, Texas. Das Unternehmen hat bereits vier Gigawatt (GW) Strom im Bundesstaat gesichert, weitere 15 GW befinden sich in der Planung. Dieser Bestand ist besonders wertvoll, weil Texas zuletzt neue Netzanbindungen gestoppt hat. Ein Börsengang von Lancium wird für 2027 erwogen.

Stargate: Das Milliarden-Projekt der KI-Giganten

Die Investition stützt direkt die „Stargate“-Initiative, ein Gemeinschaftsprojekt von SoftBank, OpenAI und Oracle. Geplant sind Gesamtinvestitionen von bis zu 500 Milliarden Dollar für riesige KI-Rechenzentren. Lancium liefert dafür die Strominfrastruktur.

Die gesicherte Leistung wird intern bereits verteilt: 1,2 GW gehen an den Campus von OpenAI und Oracle, 900 Megawatt an Projekte mit Crusoe und Microsoft. Weitere 1 GW sind für QTS vorgesehen, ebenso 1 GW für den Crusoe-Standort Childress. Der Deal passt zu Nvidias Strategie, über Beteiligungen an Privatunternehmen die eigene Marktposition zu festigen – im Quartal bis April investierte der Konzern Berichten zufolge 18,6 Milliarden Dollar in verschiedene Firmen.

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KI-Infrastruktur: Expansion auch außerhalb der USA

Der Run auf KI-Infrastruktur ist längst global. Firmus, eine ehemalige Bitcoin-Mining-Firma, sammelte am 7. August 2026 zwei Milliarden Dollar von Investoren ein – darunter Nvidia, Blackstone, Coatue und Jane Street. Die Bewertung des Unternehmens stieg dadurch auf über 10,5 Milliarden Dollar, nachdem sie im April noch bei 5,5 Milliarden Dollar gelegen hatte.

Firmus will die Mittel für den Ausbau von „KI-Fabriken“ in Australien und Indonesien nutzen. Der rasante Bewertungssprung zeigt: Spezialrechenzentren für die stromhungrige KI-Hardware sind begehrt wie kaum eine andere Anlageklasse.

Regulierung und nächste Hardware-Generation

Während Nvidia seine Infrastruktur ausbaut, bleibt das Unternehmen im Visier der Regulierungsbehörden. Die US-Regierung prüft derzeit, wie chinesische Firmen Zugang zu Nvidia-Chips erhalten. Es geht um die Kontrolle der globalen Verteilung modernster Halbleitertechnologie.

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Die Nachfrage nach der nächsten Hardware-Generation ist derweil ungebrochen. SpaceX hat sich am 6. August 2026 exklusiv auf Nvidias Vera-Rubin-Architektur festgelegt. Das Raumfahrtunternehmen will bis Ende 2026 zwei GW Rechenkapazität aufbauen, bis Ende 2027 sollen es rund zehn GW sein. SpaceX erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 7,8 Milliarden Dollar – ein Großteil der KI-bezogenen Einnahmen stammt aus der Vermietung von GPUs.