Stargate-Rechenzentrum: 16-Milliarden-Projekt in Michigan offiziell gestartet

Der Bau des 16-Milliarden-Euro-KI-Rechenzentrums Stargate in Michigan beginnt. Widerstand von Anwohnern und Energieprobleme prägen das Großprojekt.

Der Bau des riesigen KI-Rechenzentrums „Stargate“ in Michigan hat offiziell begonnen – ein 16-Milliarden-Euro-Projekt, das die Zukunft der Künstlichen Intelligenz sichern soll.

Der heutige Spatenstich in Saline Township markiert den Startschuss für eine der größten Rechenzentrumsanlagen der Welt. Auf einem 100 Hektar großen Gelände entstehen drei Gebäude mit jeweils rund 51.000 Quadratmetern Nutzfläche. Die Bauarbeiten laufen bereits seit rund drei Monaten, die Außenhüllen der Hallen sollen kurz vor der Fertigstellung stehen.

Anzeige

Während weltweit gigantische Rechenzentren für die künstliche Intelligenz entstehen, fragen sich viele Nutzer, wie sie die Technologie schon heute sinnvoll einsetzen können. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie die KI ohne Vorkenntnisse sicher und effektiv in Ihren Alltag integrieren. Urlaub planen, Sprachen lernen, Zeit sparen: So erledigt ChatGPT Ihre Alltagsaufgaben in Sekunden

Teil eines 500-Milliarden-Plans

Das „Stargate“-Projekt ist nur ein Puzzleteil einer gewaltigen Infrastrukturoffensive. Im Januar 2025 hatten OpenAI, Oracle und SoftBank gemeinsam mit der US-Regierung einen 500-Milliarden-Euro-Plan vorgestellt, um die Rechenkapazitäten für KI-Anwendungen massiv auszubauen. OpenAI selbst will bis 2030 insgesamt umgerechnet 550 Milliarden Euro in Computerressourcen investieren.

Oracle treibt den Ausbau mit Hochdruck voran: 100 neue Cloud-Rechenzentren sind geplant, 66 bestehende Standorte werden erweitert. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 hat Oracle Investitionen von 25 Milliarden Euro eingeplant – 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Parallel dazu entsteht in Abilene, Texas, ein weiteres Großprojekt exklusiv für OpenAI.

Anwohner wehren sich

Doch nicht alle sind begeistert. Der Bau in Michigan stößt auf erheblichen Widerstand. Der Gemeinderat von Saline Township hatte die notwendige Umwidmung des Geländes zunächst abgelehnt – und erst nach Androhung juristischer Schritte zugestimmt. Anwohnerin Kathryn Haushalter hat bereits Klage eingereicht.

Anzeige

Mit der rasanten Verbreitung von KI-Systemen steigen auch die gesetzlichen Anforderungen an Sicherheit und Transparenz für Unternehmen und Nutzer. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche rechtlichen Pflichten und neuen Risiken Sie jetzt im Blick behalten müssen. Neue KI-Gesetze, neue Cyberrisiken: Was kommt wirklich auf Ihr Unternehmen zu?

Der Widerstand gegen solche Megaprojekte wächst landesweit. Aktuell gibt es in den USA 142 Bürgerinitiativen in 24 Bundesstaaten, die sich gegen Rechenzentren zur Wehr setzen. Allein 2025 wurden 25 Projekte durch Proteste gestoppt, fast 100 weitere stehen rechtlich in der Kritik. Eine Gallup-Umfrage vom Mai 2026 zeigt: 70 Prozent der US-Bürger lehnen ein Rechenzentrum in ihrer direkten Nachbarschaft ab.

Umweltaktivistin Erin Brockovich hat eine Online-Karte veröffentlicht, die über 4.000 Standorte auflistet – als Frühwarnsystem für betroffene Gemeinden. Auch die Politik reagiert: Der Bundesstaat Ohio hat am 27. Mai Steuervergünstigungen für Rechenzentren ausgesetzt.

Strom wird zur Achillesferse

Neben Bürgerprotesten bereitet vor allem die Energieversorgung Kopfzerbrechen. Branchenexperten schätzen, dass 30 bis 50 Prozent der ursprünglich für 2026 geplanten US-Rechenzentren wegen fehlender Stromanschlüsse verschoben oder gestrichen wurden.

Der globale Stromverbrauch von Rechenzentren wird sich Prognosen zufolge bis 2030 mehr als verdoppeln – von 415 auf 945 Terawattstunden. Google hat seit Anfang 2025 Verträge über 3,2 Gigawatt erneuerbare Energie abgeschlossen. Microsoft sicherte sich per 20-Jahres-Vertrag die Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks Three Mile Island – für 835 Megawatt exklusive Rechenleistung.

Auch die „Stargate“-Baustelle kämpft mit Lieferengpässen. Spezialtransformatoren für solche Hochleistungszentren haben derzeit Vorlaufzeiten von drei bis fünd Jahren. Die USA haben ihre Importe von elektrischen Schaltanlagen aus China 2025 mehr als verfünffacht – ein klares Zeichen für den akuten Mangel an heimischer Produktion.