Starkey Omega AI+: Hörgeräte erfassen Schlafdauer und Schlafzyklen

Die neue Hörgerätefamilie kombiniert neuronale Klangverarbeitung mit Schlafdaten, Sturzerkennung und einer Akkulaufzeit von bis zu 51 Stunden.

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Der US-amerikanische Hörgerätehersteller Starkey hat die Einführung seiner neuesten Produktfamilie Omega AI+ bekannt gegeben. Das System tritt die Nachfolge der im Jahr 2025 vorgestellten Serie Omega AI an und setzt technisch auf eine neu entwickelte Quad-DNN-Architektur sowie den G4-Neuro-Prozessor.

Neben der Verbesserung der akustischen Signalverarbeitung integriert das Unternehmen erstmals Funktionen zur detaillierten Schlafüberwachung direkt in die Hörsysteme.

Neue Prozessor-Generation und neuronale Signalverarbeitung

Das technologische Herzstück der Omega AI+ Serie bildet die Quad-DNN-Architektur. Diese nutzt vier spezialisierte Deep Neural Networks (DNN), die simultan arbeiten, um komplexe Klangumgebungen zu analysieren. Unterstützt wird dies durch den neuen G4 Gen AI Neuro Processor. Laut Herstellerangaben ist die Neural-Network-Intelligenz bei diesem Chip direkt im Silizium implementiert.

In Bezug auf die Rechenleistung gibt Starkey an, dass der neue Prozessor Schall bis zu 2,7-mal schneller verarbeiten könne als führende Wettbewerbsprodukte mit vergleichbarer DNN-Technologie. Zudem kommt in der neuen Serie ein sogenannter DNN-Dual-Compressor zum Einsatz, den das Unternehmen als weltweite Neuheit im Hörgerätesektor bezeichnet.

Für die Nutzer bedeutet die technische Überarbeitung unter anderem, dass der sogenannte Edge Mode zur situativen Klangoptimierung nun dauerhaft aktiv bleibt. Zudem wurde ein neues System für das Feedback-Management integriert, um Pfeifgeräusche effektiver zu unterdrücken.

Erweiterte Gesundheitsfunktionen und Akkulaufzeit

Ein wesentliches Differenzierungsmerkmal der Omega AI+ ist die integrierte Schlafüberwachungsfunktion (Sleep Quality Tracking). Das System erfasst während der Nachtruhe Daten wie Schlafdauer, Schlafzyklen und die Körperposition, um daraus einen täglichen Sleep-Score zu generieren. Starkey-CEO Brandon Sawalich bezeichnete das Ohr in diesem Zusammenhang als das neue Handgelenk für die Erfassung von Vitaldaten.

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Auch bei der Hardware wurden Leistungsdaten angepasst. Die neuen Geräte erreichen eine Akkulaufzeit von bis zu 51 Stunden, was das Unternehmen als branchenführend einordnet. Die Systeme sind zudem wasserdicht und unterstützen moderne Konnektivitätsstandards wie Auracast. Sicherheitsfunktionen wie eine integrierte Sturzerkennung sowie Telehealth-Optionen für die Fernanpassung durch Akustiker gehören ebenfalls zum Funktionsumfang.

Für Kunden, die maßgefertigte Lösungen bevorzugen, bietet Starkey die DNN-360-Technologie in wiederaufladbaren Custom-Modellen an. Bei den kleinsten, nicht-drahtlosen Custom-Hörgeräten steht zudem ein automatischer Edge Mode zur Verfügung.

Marktpositionierung und globale Relevanz

Mit der neuen Produktgeneration reagiert das Unternehmen auf den wachsenden globalen Bedarf an Hörlösungen. Aktuellen Schätzungen zufolge leben weltweit etwa 1,57 Milliarden Menschen mit einem Hörverlust. Prognosen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) deuten darauf hin, dass diese Zahl in den kommenden 25 Jahren auf über 2,5 Milliarden ansteigen könnte.

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Das Vorgängermodell Omega AI verarbeitete laut Dave Fabry von Starkey bereits über 80 Millionen automatische Anpassungen pro Stunde, um den Trägern ein optimales Hörerlebnis zu ermöglichen. Mit der gesteigerten Prozessorleistung der Omega AI+ soll diese Präzision weiter erhöht werden.

Starkey, mit Hauptsitz in Eden Prairie (Minnesota), ist der einzige verbliebene Hörgerätehersteller mit US-amerikanischer Trägerschaft. Das 1967 von Bill Austin gegründete Unternehmen beschäftigt heute mehr als 5.000 Mitarbeiter an 29 Standorten und ist in über 100 Märkten weltweit aktiv. Die operative Leitung liegt derzeit bei CEO Brandon Sawalich.