Starling: Neue Linux-Desktop-Umgebung aus Swift startet

Neue Linux-Zertifikatskurse und die Swift-basierte Desktop-Umgebung Starling treiben die Open-Source-Entwicklung voran.

Eine Welle neuer Zertifizierungskurse und eine bahnbrechende Desktop-Umgebung treiben das Open-Source-Ökosystem voran.

Neue Zertifikatskurse für Linux-Administratoren

Mehrere Bildungseinrichtungen haben Ende Juli ihre Lehrpläne für Linux-Administratoren erweitert. Die Knowledge Academy bietet ab sofort einen fünftägigen CompTIA Linux+-Kurs in Northampton an. Das Programm umfasst 15 Module – von Benutzerverwaltung über Kernel-Module bis hin zur Automatisierung. Branchenexperten empfehlen den Teilnehmern mindestens sechs Monate praktische Erfahrung, bevor sie das praxisorientierte Training absolvieren.

Parallel dazu starten zweitäige Kurse zur Linux-Systemadministration in Coventry und Luanda. Die Teilnehmer lernen dort die Konfiguration von Dateisystemen, die Paketverwaltung mit Zypper und die Systemsicherheit per SSH-Verschlüsselung. Wer sich spezialisieren möchte, kann in Fort Lauderdale ein eintägiges Training für Alpine Linux buchen – für knapp 3.000 Euro geht es dort um den apk-Paketmanager und das OpenRC-Init-System.

Für ambitionierte Berufseinsteiger gibt es ebenfalls Neues: alfatraining kündigte einen achtwöchigen Vollzeitkurs zur Vorbereitung auf die LPIC-1-Prüfungen an. Der Kurs deckt Systemarchitektur und administrative Aufgaben sowohl unter Debian- als auch unter RPM-basierten Distributionen ab. Ergänzend wurden die Vorbereitungsmaterialien für die LPIC-1-Prüfung 102 aktualisiert – mit einer Test-Engine, die 121 Fragen umfasst. Zum Bestehen sind 500 von 800 Punkten nötig.

Starling: Eine Desktop-Umgebung aus Swift

Am 28. Juli 2026 erreichte die Linux-Desktop-Entwicklung einen Meilenstein: Die Ankündigung von Starling. Diese neue Desktop-Umgebung wurde in der Programmiersprache Swift geschrieben und nutzt einen eigenen Wayland-Compositor. Sie läuft auf dem Flutter-Engine-Kern via DRM/KMS und unterstützt anspruchsvolle Anwendungen wie VS Code, Slack, IntelliJ und Blender.

Starling wird als kleines Installationspaket von nur 53 Megabyte für Ubuntu 26.04 ausgeliefert. Die Entwickler betonten, dass das Projekt mithilfe künstlicher Intelligenz entstanden sei. Ein integrierter X11-Server sorgt für Kompatibilität mit bestehender Software.

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Marktentwicklung: Nische mit Potenzial

Trotz seiner Dominanz in der Server-Infrastruktur bleibt Linux auf dem Desktop weltweit eine Nische. Im Juni 2026 lag der globale Desktop-Anteil bei 3,09 Prozent – mit deutlichen Ausreißern nach oben. In Indien etwa erreicht Linux 16 Prozent. Auch im Gaming-Sektor ist die Verbreitung überdurchschnittlich: Steam verzeichnet zwischen 4,5 und 5 Prozent Linux-Nutzer, getrieben vor allem durch die Beliebtheit des Steam Deck.

Der Kontrast zur Server-Welt könnte kaum größer sein: Linux betreibt 100 Prozent der 500 leistungsstärksten Supercomputer und über 91 Prozent der virtuellen Maschinen in der Google Cloud. Branchenanalysten beobachten, dass Nutzer, die einmal auf den Linux-Desktop wechseln, meist dabei bleiben – wegen der Geschwindigkeit, Kontrolle und Freiheit, die das System bietet.

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Community lebt von lokalen Initiativen

Der Austausch vor Ort bleibt ein zentraler Pfeiler des Ökosystems. Gleich mehrere Veranstaltungen sind für Ende Juli und Anfang August geplant. Am heutigen Mittwoch fanden Treffen für Linux-Mint-Enthusiasten in Waldacker statt, zeitgleich ein Workshop für ältere Hardware in Almere. Auch Hochschulen beteiligen sich: Eine digitale Vorlesung am selben Tag widmete sich Open-Source-Alternativen wie LibreOffice und Firefox.

Weitere Termine stehen bereits fest: Am 31. Juli lädt Valencia zu einer GNU/Linux-Installationsparty mit anschließender Diskussion. Am 2. August folgt ein Installationsworkshop in Saarlouis. Diese lokalen Initiativen bieten Neueinsteigern oft eine kostenlose Gelegenheit, technische Hilfe zu erhalten und sich über den Umstieg auf Linux zu informieren.