Starlink kämpft mit Lieferengpässen für Premium-Internet

Der neue Premium-Plan von Starlink ist so erfolgreich, dass die Lieferung des enthaltenen Zusatzrouters nicht nachkommt. Das Unternehmen sieht sich mit logistischen Herausforderungen im Rekordwachstum konfrontiert.

Der neue Premium-Tarif Starlink Residential Max ist so gefragt, dass der Anbieter mit der Hardware-Lieferung nicht mehr hinterherkommt. Kunden in den USA und Kanada müssen sich auf Wartezeiten für ein kostenloses Zubehörgerät einstellen – ein klares Zeichen für den enormen Erfolg der neu aufgelegten Spitzenklasse.

Das Problem betrifft den Starlink Router Mini, ein kompaktes Gerät zur Erweiterung der WLAN-Reichweite, das im neuen Max-Tarif enthalten ist. Das Unternehmen bestätigte auf seiner Support-Website „kurze Verzögerungen“ bei der Auslieferung. Eine konkrete Timeline für die Abarbeitung des Rückstaus nannte es nicht. Die Lieferengpässe offenbaren die logistischen Herausforderungen, vor denen der Satelliten-Internetpionier steht, während seine Nutzerzahl explodiert.

Premium-Tarif stößt auf riesige Nachfrage

Die Engpässe sind eine direkte Folge des überwältigenden Zuspruchs für den überarbeiteten Service. Der Residential Max-Plan, eingeführt Mitte Januar 2026, ist das neue Flaggschiff für Privathaushalte und bietet unbegrenztes Datenvolumen. Als Anreiz für die teurere Variante lockt SpaceX mit wertvoller Hardware: Neben dem Router Mini können Abonnenten ein kostenloses Starlink Mini Kit erhalten – eine portable Antenne für unterwegs.

Diese Kombination aus unbegrenzten Daten und Bonus-Hardware hat offenbar eine Nachfrage ausgelöst, die das erste Kontingent an Zusatzroutern schlichtweg überrannt hat. Die Strategie geht auf, doch die Produktion kommt vorübergehend nicht hinterher.

Wachstumsschmerzen bei verdoppelter Nutzerzahl

Die Lieferprobleme treten in einer Phase historischen Wachstums auf. Starlink schloss 2025 mit weltweit über 9,2 Millionen Abonnenten ab und hat seine Nutzerbasis damit in nur zwölf Monaten verdoppelt. Parallel zum Max-Tarif führte das Unternehmen günstigere Pläne mit Datenlimit wieder ein und verdoppelte das Inklusivvolumen seiner mobilen „Roam“-Variante.

Diese Diversifizierung zielt darauf ab, ein breiteres Marktsegment zu bedienen – von preisbewussten bis zu leistungshungrigen Nutzern. Der aktuelle Hardware-Engpass zeigt jedoch, wie schwierig die Balance zwischen Kundengewinnung und reibungsloser Lieferkette ist.

Marktbestätigung mit operativen Herausforderungen

Die Lieferverzögerungen sind für wartende Kunden zwar frustrierend, signalisieren aber eine starke Marktbestätigung für Premium-Satelliteninternet. Die hohe Nachfrage zeigt, dass viele Verbraucher – besonders in ländlichen oder unterversorgten Gebieten – bereit sind, für schnelle und zuverlässige Verbindungen einen Aufpreis zu zahlen.

Gleichzeitig berichten Nutzer in sozialen Medien von komplexen Logistikprozessen und langen Reaktionszeiten des Supports. Die Skalierung der Kundendienstleistungen scheint somit genauso kritisch zu sein wie die Steigerung der Hardwareproduktion. Der Router-Mini-Engpass ist ein greifbares Symptom dieses operativen Drucks, der für Technologieunternehmen im Hyperwachstum typisch ist.

Ausblick: Verdopplung der Produktion geplant

Als Reaktion auf die aktuellen Probleme arbeitet Starlink nach eigenen Angaben mit Hochdruck an einer schnelleren Verfügbarkeit der Router Mini. Langfristig plant das Unternehmen, seine Fertigungskapazitäten massiv auszubauen. Einem Fortschrittsbericht von 2025 zufolge soll die Produktion in der Antennenfabrik in Bastrop, Texas, 2026 verdoppelt werden – von etwa 8 Millionen auf potenziell über 16 Millionen Kits pro Jahr.

Zudem steht ein Netzwerk-Upgrade bevor: In der ersten Hälfte 2026 will SpaceX mit dem Start seiner Satelliten der dritten Generation beginnen. Diese sollen mehr als das Zehnfache an Kapazität bieten, was für die Unterstützung von Millionen neuer Nutzer und noch schnellerer Tarife entscheidend sein wird. Für die wartenden Kunden verspricht die Zukunft ein leistungsfähigeres Netz – vorausgesetzt, die Produktion kann mit dem Wachstum Schritt halten.