Starlink Mobile: SpaceX greift mit 5G-Satellitennetz an

SpaceX plant mit Starlink Mobile ein Hybridnetz aus Satelliten und Bodenstationen, um bis 2027 in direkte Konkurrenz zu etablierten Mobilfunkanbietern zu treten.

Bis Ende 2027 will SpaceX mit einem Hybridnetz aus Satelliten und Bodenstationen direkt mit den großen Mobilfunkkonzernen konkurrieren. Das Projekt Starlink Mobile verspricht lückenlose 5G-Versorgung für herkömmliche Smartphones – ohne zusätzliche Hardware.

Der Raumfahrtkonzern von Elon Musk setzt damit den nächsten Schritt in seiner Expansion: Nach dem Erfolg des Satelliteninternets Starlink soll nun auch das klassische Mobilfunkgeschäft erobert werden. Für europäische Nutzer könnte das langfristig mehr Wettbewerb und niedrigere Preise bedeuten – vorausgesetzt, die Regulierungsbehörden spielen mit.

Ein Netz aus dem All und vom Boden

Das Konzept basiert auf einer hybriden Architektur: Starlinks V2-Satelliten liefern die globale Abdeckung, während ein Netz aus sogenannten Small Cells – kompakten Bodenstationen – für dichte lokale Versorgung sorgt. Diese Basisstationen sollen künftig direkt in Starlink-Satellitenschüsseln integriert werden. Branchenkenner sprechen von einer bis zu hundertfach besseren Abdeckung als bei bisherigen Satelliten-Handy-Diensten.

Die technischen Daten können sich sehen lassen: Die V2-Satelliten bieten eine zwanzigfach höhere Durchsatzrate als ihre Vorgänger, Download-Geschwindigkeiten von bis zu 150 Mbps sind möglich. Zum Vergleich: Das reicht locker für HD-Streaming und Videokonferenzen. SpaceX arbeitet bereits mit Apple, Google und Samsung zusammen, damit iPhone, Pixel und Galaxy-Smartphones das Netz ohne Umwege nutzen können.

Milliarden-Deal als Türöffner

Den Grundstein für den Vorstoß legte SpaceX im vergangenen Jahr: Für rund 19,6 Milliarden Euro erwarb der Konzern 65 MHz Mittelband-Spektrum im 2-GHz-Bereich von EchoStar. Die US-Regulierungsbehörde FCC gab im Mai ihre Zustimmung – ein entscheidender Schritt, denn ohne eigene Frequenzen wäre das Projekt chancenlos gewesen.

Angriff auf die Platzhirsche

Die Ankündigung schlug an den Börsen ein: Die Aktien der großen US-Mobilfunkanbieter AT&T, Verizon und T-Mobile fielen um zwei bis vier Prozent. Kein Wunder – der Markt, um den es geht, ist gewaltig: zwischen 300 und 600 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr allein in den USA.

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SpaceX-COO Gwynne Shotwell zeigte sich bei einer Analystenkonferenz zuversichtlich: Man wolle vor allem Kunden gewinnen, die unter permanenten Funklöchern leiden. „Wer kennt das nicht – man steht irgendwo auf dem Land und hat keinen Empfang“, so die Managerin. Genau diese Schwachstellen der etablierten Anbieter will Starlink Mobile nutzen.

Hindernisse auf dem Weg zum Markt

Doch der Weg ist steinig. Die etablierten Carrier haben eine treue Kundschaft: Die monatliche Kündigungsrate liegt bei gerade einmal einem Prozent. Zudem dürfte SpaceX kaum umhin kommen, als virtueller Netzbetreiber (MVNO) zu agieren oder weitere Partnerschaften einzugehen – insbesondere für die Versorgung in Gebäuden und den Kundenservice.

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Wettlauf im All

Während SpaceX das eigene Netz aufbaut, verdient der Konzern weiterhin gutes Geld mit Startdiensten für die Konkurrenz. Erst am 5. August brachte eine Falcon-9-Rakete drei BlueBird-Satelliten des Rivalen AST SpaceMobile ins All. Die Satelliten mit ihren riesigen Antennenflächen von rund 223 Quadratmetern sollen Download-Geschwindigkeiten von knapp 99 Mbps ermöglichen. Für die Falcon-9-Stufe war es die 30. erfolgreiche Landung – ein weiterer Beleg für die Zuverlässigkeit des Systems.

Der Wettlauf um die Satelliten-Kommunikation der Zukunft ist damit in vollem Gange. SpaceX peilt die volle Betriebsbereitschaft von Starlink Mobile für das vierte Quartal 2027 an. Ob die etablierten Mobilfunkanbieter dann noch mitspielen können, wird sich zeigen – spannend wird es allemal.