Ein quelloffenes Entwicklerprojekt sorgt für Bewegung beim Upscaling von PC-Spielen: Die unter dem Namen HelixSR vom Entwickler lonewolf0622 auf GitHub bereitgestellte Modifikation erlaubt es, Nvidias Deep Learning Super Sampling in der Version DLSS 3.7 (Model E) auf AMD-Grafikkarten sowie dem Steam Deck auszuführen. Dabei ersetzt das Werkzeug vorhandene Integrationen von AMDs FSR 3.1 durch den Nvidia-Algorithmus. Der Ansatz kommt vollständig ohne Hardware von Nvidia, herstellereigene Treiber sowie Schnittstellen wie CUDA oder ROCm aus.
Funktionsweise und Hardware-Kompatibilität
HelixSR führt DLSS Model E als Direct3D-12-Compute-Shader auf herkömmlichen GPU-Shadern aus, wodurch keine dedizierten Tensor Cores benötigt werden. Die Modifikation bildet das funktionale Verhalten von DLSS nach, verzichtet auf zusätzliches Nachschärfen und stellt Qualitätsmodi von Native (DLAA) bis Ultra Performance sowie dynamische Auflösungen bereit.
Technisch beschränkt sich die Lösung auf DirectX-12-Titel mit nativer FSR-3.1-Einbindung. Eine Unterstützung für die Grafikschnittstelle Vulkan besteht nicht. Zudem deckt das Projekt ausschließlich Super Resolution ab; Funktionen wie Frame Generation oder Ray Reconstruction sind nicht enthalten. Für Spiele ohne direkte FSR-3.1-Unterstützung wird das Tool OptiScaler als Zwischenschicht benötigt.
Hinsichtlich der Hardware setzt HelixSR mindestens auf AMDs RDNA-1-Architektur. Neben Grafikkarten der Serien Radeon RX 5000, RX 6000 und RX 7000 sowie der Mining-Karte AMD BC-250 werden Handhelds wie das Steam Deck mit RDNA 2 sowie Asus ROG Ally, ROG Ally X und Lenovo Legion Go mit RDNA 3 unterstützt. Ältere Architekturen wie Radeon Vega und die Radeon VII bleiben ausgeschlossen.
Benchmarks und Messwerte aus der Praxis
Messungen auf der integrierten GPU des Steam Deck bei etwa 1.400 MHz zeigen für HelixSR bei einem 800p-Upscale-Pass eine Rechenzeit von rund 3,5 Millisekunden pro Frame im Vergleich zu etwa 4,5 Millisekunden bei FSR 4, was einem Vorteil von etwa 22 Prozent entspricht. Bei 1080p fielen die Zeiten mit rund 7 Millisekunden gegenüber rund 11 Millisekunden um rund 36 Prozent kürzer aus.
Für den finalen Downscale-Pass gab das Projekt bei Version 1.4.1 auf AMD BC-250 eine Reduzierung der QSSM-Light-Verarbeitungszeit bei 1080p Quality von 2,19 Millisekunden auf 1,80 Millisekunden an. In Hitman erreichte das System bei 4K Quality 35 FPS im Vergleich zu 17 FPS unter FSR 4.
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In Cyberpunk 2077 ermittelte NJ Tech bei 1080p, 66 Prozent Skalierung und Qualitätseinstellung 99,6 FPS bei 0,91 Millisekunden für FSR 3.1.5, während HelixSR mit DLSS 3.7 auf 91,4 FPS bei 2,24 Millisekunden kam und FSR 4.1.1 72,1 FPS bei 5,07 Millisekunden verzeichnete.
Praxistests des YouTubers BlackHeart909 wiesen für Pragmata etwa 34 bis 40 FPS im Performance-Modus auf dem Steam Deck aus, während Control Resonant auf dem ROG Ally X bei 1080p etwa 35 bis 40 FPS und bei 720p rund 60 FPS erreichte.
Allgemeine Behauptungen über generelle Geschwindigkeitsvorteile gegenüber FSR 4 auf dem Handheld sind jedoch nicht durch vollständig abgestimmte Vergleichstests belegt. Die Rückmeldungen aus der Community fallen auf RDNA-2-Basis gemischt aus, da einzelne Berichte von schlechteren Bildresultaten bei ähnlicher Leistung sprechen.
Entwicklungsstand und Risiken
Das Projekt selbst ist proprietär; öffentlich einsehbar sind lediglich die Installationsskripte. Zur Verwaltung dient unter anderem der HelixSR-Manager von Denarmo, der auf Bibliotheken wie amd_fidelityfx_dx12.dll aufsetzt und unter Linux über Proton sowie vkd3d-proton arbeitet.
Version 1.7.0 ergänzte eine Windows-Kompatibilität, deren Tests laut Entwickler jedoch noch nicht abgeschlossen sind; Berichte verweisen auf Abstürze unter Windows 11 25H2. Die Version 1.8.1 wurde primär auf AMD BC-250 unter Linux mit Mesa RADV erprobt.
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Neben technischer Instabilität birgt der Einsatz rechtliche und sicherheitsrelevante Risiken. Das DLSS-modell unterliegt Nvidias Schutzrechten, weshalb die Verbreitung der Daten eine lizenzrechtliche Grauzone berührt.
Zudem können DLL-Injektionen von Anti-Cheat-Systemen blockiert werden, während Downloads aus inoffiziellen Quellen potenzielle Schadsoftware-Risiken bergen. Unterdessen plant AMD den Rollout von FSR 4 für Handhelds bis Ende 2026, während FSR 4.1 nach dem Start auf der RX-7000-Serie im Juni für RX-6000-Karten für das Jahr 2027 vorgesehen ist.

