Valves neue VR-Brille Steam Frame hat ihre erste Welle an Testberichten erhalten. Im Mittelpunkt der Kritiken steht das kabellose PC-Streaming über den mitgelieferten 6-GHz-Dongle, das durchweg positiv bewertet wird – während Akkulaufzeit, Passthrough-Qualität und Preis als Schwachstellen gelten.
Bewertungen fallen unterschiedlich aus
Die vergebenen Noten spiegeln ein gemischtes, aber überwiegend positives Bild wider: PC Gamer vergab 80 von 100 Punkten, Tom’s Hardware 4 von 5 Sternen, Engadget 6,5 von 10 Punkten. Road to VR verzichtete auf eine konkrete Endnote.
Kabelloses Streaming als Highlight
Das Streaming über den 6-GHz-Adapter wird von mehreren Testern als größte Stärke des Geräts herausgestellt. PC Gamer, Road to VR, Engadget und Tom’s Hardware loben die Funktion, Kotaku bezeichnete sie sogar als „revelatory“.
Club386 testete das Gerät mit einem PC mit Ryzen 7 7800X3D und RTX 4080 und beschrieb die Verbindung als fast perfekt und zuverlässiger als Metas Air Link. Road to VR ergänzte, das Streaming sei im selben Raum kaum von einer kabelgebundenen Verbindung zu unterscheiden.
Allerdings zeigten sich bei größerer Distanz Schwächen: The Verge berichtete von starken Rucklern aus etwa 3,5 Metern Entfernung, wenn sich eine Wand zwischen Headset und PC befand. Die Brille nutzt zudem Foveated Streaming per Eye-Tracking, um die Bildqualität dort zu priorisieren, wohin der Nutzer gerade blickt.
Akkulaufzeit im Fokus der Kritik
Der 21,6-Wh-Akku fällt in mehreren Tests negativ auf. Engadget maß rund zwei Stunden bei leichter Nutzung, bei Half-Life: Alyx jedoch weniger als 90 Minuten.
Road to VR kam auf 1 bis 1,5 Stunden Laufzeit. PC Gamer stellte fest, dass eine halbe Ladung bei 120 Hz in unter 30 Minuten aufgebraucht war, während das vollständige Aufladen 142 Minuten dauerte.
Als Reaktion auf die Kritik veröffentlichte Valve das Update 0.3.0, das laut Angabe „substantially faster charging while unit is off/sleeping“ bringen soll. Die Ladeleistung stieg demnach von 8 Watt im ausgeschalteten Zustand beziehungsweise 27 Watt im Spitzenwert auf sofort 19 bis 21 Watt und bis zu 42 Watt während des Spielens. Damit soll es möglich sein, direkt nach dem Anstecken eines leeren Akkus weiterzuspielen.
Die ersten Testberichte zum neuen Valve-Headset sind da: Das kabellose PC-Streaming über den mitgelieferten 6-GHz-Dongle wird von mehreren Testern als größte Stärke gefeiert — im selben Raum kaum von einer Kabelverbindung zu unterscheiden. Doch Akkulaufzeit, Passthrough-Qualität und der Preis ab 1.049 Euro sorgen für gemischte Noten. Wer vor dem Kauf Klarheit will, findet in diesem kostenlosen Leitfaden die wichtigsten Setup-Schritte und eine ehrliche Einordnung. Jetzt kostenlosen VR-Leitfaden anfordern
Passthrough und Standalone-Modus schwächeln
Die Passthrough-Funktion, die die reale Umgebung ins Headset einblendet, wird als monochrom, grau und niedrig aufgelöst beschrieben. Auch der Standalone-Betrieb auf Basis des Snapdragon 8 Gen 3 erhielt gemischte Bewertungen.
Road to VR ordnete die visuelle Qualität auf Quest-3-Niveau ein, sah bei der Bildklarheit jedoch einen leichten Vorteil für Metas Konkurrenzgerät. Club386 bemängelte sichtbares Ghosting, wofür Valve einen Software-Fix angekündigt habe – ein Termin dafür wurde nicht genannt.
Technische Ausstattung und Kritik am Softwareangebot
Der Steam Frame verfügt über zwei LCD-Displays mit einer Auflösung von jeweils 2.160 x 2.160 Pixeln pro Auge, Pancake-Linsen, ein Sichtfeld von bis zu 110 Grad (laut PC Gamer horizontal 110 Grad, vertikal 88 Grad), Eye-Tracking, vier Kameras, 16 GB RAM sowie SteamOS als Betriebssystem. Das Gerät lässt sich zudem als virtueller Monitor für Nicht-VR-Spiele nutzen.
Mehrere Rezensenten kritisierten Bugs und ein noch dünnes Spieleangebot zum Start. CNET riet potenziellen Käufern zum Abwarten. Rock Paper Shotgun bemängelte, dass eigenständige VR-Titel inzwischen nur noch spärlich erscheinen, und sah angesichts des Preises die Kaufwirtschaftlichkeit als Problem.
Engadget bewertete den Preis als zu hoch und das Timing angesichts eines schrumpfenden VR-Markts als verspätet – laut PC Gamer hält Meta derzeit einen Marktanteil von rund 54 Prozent im VR-Segment.
Kaufprozess und Preise
Kaufmails zum Steam Frame gingen mit einer 72-Stunden-Zahlungsfrist heraus, ein Lieferdatum für die USA und Europa wurde dabei nicht genannt. Der Verkauf erfolgt per Lotterie, um Weiterverkäufer auszuschließen. In den USA kostet das Modell mit 256 GB 1.059 US-Dollar, die 1-TB-Variante 1.299 US-Dollar. In Europa liegen die Preise bei 1.049 Euro beziehungsweise 1.279 Euro.
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Als Zubehör bietet Valve ein Ergonomic Accessories Kit für 59 US-Dollar sowie ein 45-Watt-Netzteil für zusätzlich 29 US-Dollar an – ein Netzteil ist im Lieferumfang nicht enthalten, das Gerät nutzt wie das Steam Deck einen USB-C-Anschluss. Ein Ersatz-Strap mit Wechselakku ist geplant, Preis und Erscheinungstermin stehen noch nicht fest.
Laut Angaben zum Marktstart wurden mehr als 100 Spiele von Valve handgetestet und für kompatibel erklärt. Half-Life: Alyx liegt dem Gerät als Pack-in bei.

