Valve hat sein VR-Headset Steam Frame veröffentlicht. Erste technische Bewertungen mehrerer Fachmedien bescheinigen dem Gerät starke Hardware und komfortables Tragegefühl, weisen aber auch auf Schwächen im Standalone-Betrieb sowie auf einen hohen Einstiegspreis hin.
Preise und Reservierungsverfahren
Die 256GB-Variante kostet 1.059 US-Dollar, 1.049 Euro beziehungsweise 889 Pfund, die 1TB-Version schlägt mit 1.299 US-Dollar, 1.279 Euro beziehungsweise 1.089 Pfund zu Buche.
Interessenten konnten sich ab dem 14. September für 72 Stunden bis zum 17. September, 10 Uhr PT beziehungsweise 13:00 Uhr ET, für ein Lotterie-Verfahren registrieren. Benachrichtigungen über den Zuschlag sollen ab dem 18. September erfolgen, ab demselben Tag soll auch der reguläre Kauf möglich sein.
Zum Preisniveau äußerte sich Valve-Entwickler Jeremy Selan gegenüber der BBC: Der Preis sei durch den globalen RAM-Markt beeinflusst worden, da sich die RAM-Preise zwischen Oktober 2025 und Anfang 2026 verdoppelt hätten.
Im Vergleich liegt der Steam Frame damit deutlich über den Preisen von Metas Quest-Modellen – die Quest 3S startet laut Herstellerangaben bei 349,99 US-Dollar, die Quest 3 bei 599,99 US-Dollar, während eine 512GB-Version der Quest bei 349 US-Dollar liegt.
Technische Ausstattung
Im Inneren arbeitet ein Snapdragon 8 Gen 3 (4nm) mit 16GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher. Die Displays lösen mit 2160×2160 Pixeln pro Auge auf und unterstützen Bildwiederholraten von 72 bis 144 Hz, wobei der 144-Hz-Modus als experimentell gilt.
Pancake-Linsen sorgen für ein Sichtfeld von 110 Grad, hinzu kommen Inside-out-Tracking und Eye-Tracking. Der Akku fasst 21,6 Wh, geladen wird über USB-C mit 45 Watt; als Betriebssystem kommt SteamOS 3 zum Einsatz.
Beim Gewicht setzt Valve auf Leichtbau: Das Headset selbst wiegt 185 Gramm, mit Kopfband oder Strap zwischen 408 und 469 Gramm – deutlich weniger als der Vorgänger Index mit 809 Gramm. Der mitgelieferte Controller arbeitet mit 6DoF-Tracking, wird mit AA-Batterien betrieben, hält laut Herstellerangaben 40 Stunden durch und lässt sich auch als klassisches Gamepad nutzen.
Valve verlangt für das Steam Frame mindestens 1.049 Euro — deutlich mehr als für Metas Quest-Modelle — und in den ersten Tests zeigen sich Abstürze, WLAN-Probleme und eine Akkulaufzeit von nur ein bis anderthalb Stunden. Wer vor der Kaufentscheidung steht, sollte wissen, welche Spiele standalone wirklich laufen und wann sich der Griff zur günstigeren Konkurrenz lohnt. Kostenlosen VR-Kaufberater jetzt anfordern
Als optionales Zubehör bietet Valve ein Ergo-Kit für 59 US-Dollar, ein Netzteil für 29 US-Dollar sowie eine Arcturus Vision Camera für 149 US-Dollar an – ein Netzteil ist im Lieferumfang nicht enthalten.
Streaming, Software und Spielekompatibilität
Eine zentrale Funktion ist das sogenannte Foveated Streaming, das Eye-Tracking nutzt, um laut Herstellerangaben die effektive Bandbreite verzehnfachen zu können. Ein Wi-Fi-6E-Dongle mit Fallback-Mechanismus ermöglicht kabelloses Streaming vom PC.
Für x86-Spiele auf der ARM64-Architektur kommt der FEX-Emulator zum Einsatz, zudem unterstützt das Gerät MicroSD-Erweiterungen, einen vollwertigen Linux-Desktop und die vollständige Steam-Oberfläche. Laut Angaben gelten über 100 Spiele als „Standalone Verified“ und mehr als 130 Titel als „Steam Frame Certified“.
Im Lieferumfang enthalten ist Half-Life: Alyx, dessen nativer Port allerdings erst nach dem Marktstart am 18. September erscheinen soll. Entwickler können Development Kits über das Steam Partner Dashboard beziehen.
Testergebnisse: Stärken und Schwächen
Reviews attestieren dem Gerät eine binokulare Überlappung von 77 Prozent gegenüber 69 Prozent bei der Quest 3, hohen Tragekomfort und insgesamt die Bewertung als bestes Allround-VR-Headset am Markt – allerdings verbunden mit dem Hinweis auf den hohen Preis.
Kabelloses PC-Streaming über den Wi-Fi-6E-Dongle funktioniert in den Tests einwandfrei — genau dort spielt das Steam Frame seine Stärken aus. Unser Setup-Guide zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Foveated Streaming einrichten und welche Titel im Standalone-Betrieb besser auf dem PC bleiben. Setup-Guide für PC-Streaming sichern
Gleichzeitig berichten Tester von Abstürzen und Softwarefehlern, WLAN-Problemen sowie Tracking-Ungenauigkeiten. Half-Life: Alyx sei im Test nur auf niedrigen Grafikeinstellungen spielbar gewesen, die Akkulaufzeit wird mit ein bis anderthalb Stunden angegeben.
Beim Streaming vom PC funktioniere das Gerät hingegen einwandfrei. Insgesamt zeigt sich in den Tests: AAA-Titel laufen im Standalone-Betrieb nicht überzeugend, während Indie- und ältere Spiele sowie das eigens optimierte Half-Life: Alyx gut funktionieren.
Mehr zum Thema bei Tom’s Hardware: „Valve engineers discuss the duality of the Steam Frame and pricing — Valve’s newest VR headset pivots SteamOS …“

