Steam Machine: 1.100 Euro, aber nur 40–50 fps statt 60 fps

Valves Steam Machine ist in Asien sofort ausverkauft, doch Tests zeigen schwache Leistung und hohe Preise. Die Konkurrenz ist günstiger.

Die neue Steam Machine von Valve ist in Asien binnen Stunden ausverkauft – doch erste Tests offenbaren deutliche Schwächen.

Der Vorstoß des Spieleentwicklers in den Konsolenmarkt sorgt für Aufsehen. Am 22. Juni startete der Verkauf in Japan, Taiwan und Hongkong, wo die Geräte bei Händler Komodo Station sofort vergriffen waren. Doch die Euphorie weicht schnell der Ernüchterung: Preis und Leistung geben Anlass zur Diskussion.

Hohe Preise, fehlender Controller

Die Kosten für Valves Hardware sind beträchtlich. In Asien liegt die Einstiegsvariante mit 512 Gigabyte Speicher bei umgerechnet rund 1.100 Euro, das 2-Terabyte-Modell kostet etwa 1.530 Euro. In den USA startet die günstigere Version bei 1.049 Dollar (rund 980 Euro), die größere bei 1.349 Dollar (rund 1.260 Euro). Europäische Kunden zahlen 1.039 Euro beziehungsweise 1.359 Euro.

Besonders ärgerlich: Ein Controller ist nicht im Lieferumfang enthalten – der kommt oben drauf. Ein französischer Händler machte sich am Donnerstag einen Spaß daraus und bewarb unter dem Namen „Stim Machine“ einen selbst zusammengestellten PC mit RX-9060-XT-Grafikkarte für 999 Euro. Die Botschaft: Selberbauen ist deutlich günstiger.

Leistung unter den Erwartungen

Die ersten Benchmark-Tests, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, zeigen ein ernüchterndes Bild. Valves Versprechen von flüssigem 4K-Gaming mit 60 Bildern pro Sekunde (fps) kann die Steam Machine nicht halten. In aktuellen Titeln erreicht sie im Schnitt nur 40 bis 50 fps. Wer stabile 60 fps will, muss auf AMDs Hochskalierungstechnologie FSR zurückgreifen – die dann oft von einer Basisauflösung von nur 720p ausgeht.

Noch deutlicher wird der Abstand zur Konkurrenz im direkten Vergleich. Die Steam Machine liegt in manchen Szenarien sogar hinter der Basisversion der PlayStation 5. Zwar übertrifft der 6-Kern-Prozessor (Zen 4) die Sony-Konsole in Spielen wie „Baldur’s Gate 3″ um rund 24 Prozent. Dafür hinkt die hauseigene Grafikeinheit der PS5 um drei bis 18 Prozent hinterher. In „God of War Ragnarok“ erreicht die PlayStation 5 75 bis 78 fps, die Steam Machine nur 60 bis 63 fps.

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Die Steam Machine kostet 1.100 Euro, liefert aber nur 40-50 fps – und Raytracing in Cyberpunk 2077 schafft gerade einmal 15 fps. Bevor Sie zuschlagen, sollten Sie die Alternativen kennen. Dieser Ratgeber zeigt drei fertige Konsolen unter 1000 Euro und eine Bauanleitung für einen PC, der 60 fps stabil hält. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern

Ein echtes Problem bleibt das Raytracing. In „Cyberpunk 2077″ mit Ultra-Einstellungen in Full-HD schafft das Gerät gerade einmal 15 Bilder pro Sekunde. Als weiteren Schwachpunkt identifizierten Tester den Arbeitsspeicher: Valve setzt auf 16 Gigabyte DDR5 im Single-Channel-Modus, was den Datendurchsatz begrenzt.

Keine Subventionen, hohe Kosten

Valve-Ingenieur Yazan Aldehayyat räumte am Dienstag ein, dass die Steam Machine teurer geworden sei als geplant. Ursprünglich peilte das Unternehmen 700 bis 800 Dollar an – der tatsächliche Preis liegt mehr als 30 Prozent darüber. Anders als Sony, Microsoft oder Nintendo subventioniert Valve seine Hardware nicht. Die Begründung: Man setze auf offene Systeme, nicht auf geschlossene Ökosysteme, die Verluste beim Geräteverkauf durch Spieleverkäufe ausgleichen.

Die fehlende Subventionierung macht den Preisvergleich schmerzhaft. Die Einstiegs-Steam-Machine ist rund 88 Prozent teurer als eine PlayStation 5 Digital Edition. Zwar kostet ein vergleichbarer Mini-PC aus Einzelteilen schnell 1.268 Dollar oder mehr. Doch Valves Vorteile bleiben überschaubar: das kompakte 15-Zentimeter-Gehäuse und die modulare Bauweise mit leicht zugänglichen M.2-SSD-Slots, die in Zusammenarbeit mit iFixit entstand.

Verhaltene Verkaufsprognosen

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Die Branche beobachtet die Entwicklung genau. Piers Harding-Rolls von Ampere Analysis rechnet für das erste Jahr mit rund einer Million verkauften Einheiten. Zum Vergleich: Die PlayStation 5 setzte im ersten Jahr 15 Millionen Geräte ab, die Nintendo Switch 2 verkaufte allein im ersten Monat sechs Millionen Stück.

Ob Valves Preisgestaltung einen neuen Standard setzt, ist umstritten. Einige Analysten von Circana und Aldora glauben, dass künftige Konsolen wie die PlayStation 6 oder das Xbox-Projekt „Helix“ ebenfalls die 1.000-Dollar-Marke knacken könnten. Xbox-Chefin Asha Sharma äußerte zuletzt Bedenken zu den steigenden Kosten für Speicher und Komponenten. Andere Experten widersprechen: Sonys Lieferketten-Macht werde verhindern, dass die nächste Generation ähnliche Preise erreicht.