Während Valve am 30. Juni die Vorbestellungen für seine offizielle Steam Machine startet, wächst eine Bewegung von Bastlern heran, die mit 3D-Druckern und der nun öffentlich verfügbaren SteamOS 3.8 eigene, günstigere Versionen der Konsole bauen. Die Projekte zeigen: Valves Vision einer offenen Spieleplattform wird von der Community längst selbst in die Hand genommen.
Der Terk Box: Leistung für 700 Euro
Der AMD-Ingenieur Jacob Terkelsen präsentierte Anfang der Woche mit der Terk Box v1.1 ein Paradebeispiel für den DIY-Ansatz. Der Mini-PC im 3D-gedruckten Gehäuse setzt auf handelsübliche Komponenten: eine Nvidia GeForce RTX 5060, einen Ryzen 5 5500, 16 Gigabyte RAM und eine 512-Gigabyte-SSD.
Die Kosten für den Eigenbau liegen bei rund 700 Euro – deutlich unter den 1.039 Euro, die Valve für sein Basismodell verlangt. Allerdings gibt es Unterschiede: Die offizielle Steam Machine setzt auf eine maßgeschneiderte RDNA-3-GPU mit 28 Compute Units und Zen-4-Architektur. DIY-Bauer müssen dagegen Kompromisse bei der Auswahl der Mittelklasse-Komponenten eingehen.
Druckbare Gehäuse für die Heimwerkstatt
Ermöglicht werden die Eigenbauten durch Kreative wie 3DCatt, der kürzlich eine aktualisierte Version eines 3D-druckbaren Steam-Machine-Gehäuses veröffentlichte. Die zweite Iteration unterstützt Mini-ITX-Mainboards und Grafikkarten bis zu 200 Millimetern Länge – etwa die Radeon RX 9060 XT.
Die Konstrukteure haben die typischen Herausforderungen von Kompaktbauten bedacht: Für das nur 220 Kubikzentimeter große Gehäuse empfehlen sie Blower-Lüfter, um die Abwärme effektiv abzuführen. Zwar schränkt die geschlossene Seitenwand den Luftstrom etwas ein, doch das Design bietet Platz für Flex-ATX- oder SFX-Netzteile und verschiedene Lüftergrößen. Die Baupläne sind auf Plattformen wie Printables kostenlos verfügbar.
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SteamOS 3.8: Das Betriebssystem für alle
Ein entscheidender Schritt für die DIY-Szene war die Veröffentlichung von SteamOS 3.8 durch Valve. Das Betriebssystem lässt sich nun auf handelsüblichen PCs installieren und macht sie zu dedizierten Spielkonsolen.
Allerdings gibt es Einschränkungen: Während SteamOS 3.8.10 die Kompatibilität für Intel- und AMD-Plattformen verbessert hat, wird offizieller Support für Nvidia-Grafikkarten erst 2027 erwartet. Bastler, die wie bei der Terk Box auf Nvidia setzen, müssen vorerst auf Windows oder alternative Linux-Distributionen ausweichen.
Der Markt mischt mit
Valve verteidigt den Preis von 1.039 Euro mit dem Verweis auf den offenen PC-Ökosystem-Ansatz und die Entwicklungskosten von SteamOS. Die offizielle Konsole bietet einen 6-Kern-Zen-4-Prozessor, 16 Gigabyte DDR5-RAM und 512 Gigabyte NVMe-Speicher – genug für 4K-Ausgabe.
Doch nicht nur die Bastlerszene fordert Valve heraus. Der französische Händler LDLC bringt mit der „Stim Machine“ eine weitere Alternative. Das größere, aber modulare System kostet als Bausatz rund 1.100 Euro, fertig montiert 1.150 Euro. Es setzt auf einen Ryzen 5 8400F und eine Radeon RX 9060 XT und punktet mit einfachen Upgrade-Möglichkeiten durch Standard-Mini-ITX-Komponenten.
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Bleibt die Frage: Wer setzt sich durch? Valves kompaktes Gesamtpaket, die kosteneffizienten 3D-Druck-Lösungen der Community oder die Upgrade-freundlichen Retail-Alternativen? Der 30. Juni wird zeigen, wohin die Reise geht.

