Die globale Speicherknappheit treibt die Preise für Gaming-Hardware in die Höhe und belastet Verbraucher zunehmend. Während Valves neue Steam Machine einen starken Start hingelegt hat, warnen Experten vor weiter steigenden Kosten für RAM und SSDs. Eine Entspannung am Markt wird frühestens 2028 erwartet.
Steam Machine unter Druck
Valves Steam Machine, die Ende Juni 2026 auf den Markt kam, verkauft sich mit geschätzten 12.000 bis 15.000 Einheiten pro Woche ordentlich. Doch das Gerät steht bereits unter massivem Preisdruck. Das Basismodell mit 512 GB Speicher startet bei 1.039 Euro – und die Kosten könnten weiter steigen.
Die Valve-Ingenieure Yazan Aldehayyat und Pierre-Loup Griffais warnen vor steigenden Preisen für Arbeitsspeicher und SSDs. Branchenexperten bestätigen: Die aktuellen Ladenpreise spiegeln noch die Großhandelskosten von vor drei bis sechs Monaten wider. Der volle Effekt der Speicherknappheit erreicht die Kunden erst noch.
Die Folge: Eine wachsende Kluft zwischen Erwartung und Realität. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass das mittlere Budget amerikanischer Verbraucher bei umgerechnet etwa 730 Euro liegt – der durchschnittliche Ladenpreis liegt jedoch bei rund 1.460 Euro. Die Reaktion der Kunden ist deutlich: 41 Prozent nutzen ihre Geräte länger, 15 Prozent greifen zu gebrauchter oder generalüberholter Hardware.
Der ideale Gaming-PC für 1440p
Trotz der Preisrallye zeichnen Experten ein klares Bild der aktuellen Wunschkonfiguration. Für flüssiges Gaming in 1440p-Auflösung gilt der Ryzen 7 9800X3D in Kombination mit der RTX 5070 als Maßstab. In anspruchsvollen Titeln wie Cyberpunk 2077 werden stabile 120 Bilder pro Sekunde erreicht.
Wer aufs Preis-Leistungs-Verhältnis achtet, greift zum Ryzen 7 7800X3D und der RX 9070 XT. Für schmalere Budgets empfiehlt sich die Kombination aus Ryzen 5 7600X und RX 9060 XT.
Die Händler reagieren mit Sonderaktionen. Ein Jubiläums-Bundle mit Ryzen 7 5800X3D, Mainboard und RAM war kürzlich für umgerechnet rund 485 Euro zu haben. Fertigsysteme wie der ABS Flux II Aqua mit Intel Core i7-14700F und RTX 5070 wurden in den letzten Tagen mit Rabatten von bis zu 460 Euro angeboten.
Kreative Auswege aus der Preisfalle
Die hohen Neupreise beflügeln ungewöhnliche Strategien. Selbst zehn Jahre alte Hardware kann noch mithalten: Eine übertaktete Quadro M4000 erreicht in Cyberpunk 2077 bei 1080p fast 60 Bilder pro Sekunde – dank moderner Upscaling-Technologie.
Noch ausgefallener: Einige Bastler verwerten Komponenten aus defekten Laptops. Mainboards und Hochleistungs-RAM lassen sich so zu einem Bruchteil der Neupreise beschaffen. Ein System mit einem recycelten mobilen RTX-5060-Chip kann deutlich günstiger sein als vergleichbare Desktop-Komponenten.
Mittelklasse-Systeme im Preis-Check
Im Bereich der Fertig-PCs dominieren derzeit Konfigurationen mit RTX 5060 und RTX 5070. Systeme mit RTX 5060 und 32 Gigabyte DDR4-Arbeitsspeicher sind ab etwa 1.000 Euro zu haben – die niedrigsten Preise seit Wochen.
Auch Highend-Modelle mit RTX 5080, 16 Gigabyte GDDR7-Speicher und Intels Core Ultra 7 270K Plus werden mit deutlichen Rabatten angeboten. Die Hersteller kämpfen mit der angespannten Versorgungslage und drosseln teilweise die Produktion.
Die Leistung der neuen Konfigurationen entspricht weitgehend den Erwartungen. Wer das nötige Kleingeld mitbringt, findet klare Wege zu flüssigem 1440p- und 4K-Gaming – die Preise bleiben jedoch volatil.

