SteamOS 3.8 ist ab sofort für Desktop-PCs verfügbar. Valve ermöglicht damit den Bau eigener Gaming-Systeme auf Basis der Konsolen-Software.
Die Veröffentlichung fällt mit der Ankündigung einer neuen offiziellen Steam Machine zusammen. Das Gerät soll ab dem 29. Juni 2026 ausgeliefert werden. Valve setzt damit seinen Vorstoß ins Wohnzimmer fort – und gibt gleichzeitig Bastlern die Werkzeuge für den Eigenbau an die Hand.
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High-End-Hardware und Lotterie-System
Die neue Steam Machine positioniert sich als Premium-Gaming-Gerät. Das Einstiegsmodell mit 512 GB Speicher kostet 1.049 Euro. Die 2-TB-Variante schlägt mit 1.349 Euro zu Buche. Der neue Steam Controller ist nicht im Lieferumfang enthalten – er kostet separat 79 Euro. Im Komplettpaket mit der 2-TB-Konsole sind bis zu 1.428 Euro fällig.
Um die Nachfrage zu kanalisieren, setzt Valve auf ein randomisiertes Reservierungssystem. Interessenten müssen sich bis zum 25. Juni 2026 um 19:00 Uhr MEZ registrieren, um für die erste Lieferwelle berücksichtigt zu werden. Valve betont, dass die Preise die tatsächlichen Komponentenkosten der letzten sechs Monate widerspiegeln. Das Unternehmen subventioniert die Hardware bewusst nicht – mit dem Ziel, die Offenheit des PC-Ökosystems zu bewahren. Subventionierte Hardware führe oft zu geschlossenen Plattformen, so die Begründung.
Technische Daten: Was die neue Konsole leistet
Die Steam Machine setzt auf maßgeschneiderte Hardware für High-End-Gaming im Wohnzimmer. Die Kern-Spezifikationen:
- Prozessor: Custom AMD Zen 4 mit 6 Kernen und bis zu 4,8 GHz Takt
- Grafik: AMD RDNA3-basiert mit 28 Compute Units (CUs) und 8 GB dediziertem GDDR6-VRAM
- Arbeitsspeicher: 16 GB DDR5 RAM
- Anschlüsse: Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.3, HDMI 2.0, DisplayPort 1.4 und USB-C
Erste Leistungstests zeigen: Die Konsole bewegt sich auf dem Niveau aktueller Heimkonsolen wie PlayStation 5 und Xbox Series X. Die GPU-Leistung liegt zwischen einer RX 6600 und RX 7600. Der Prozessor ist rund 20 Prozent schneller als der der PlayStation 5. Das Gehäuse ist kompakt und leise. Frühe Tests bemängeln jedoch fehlende voroptimierte Spieleinstellungen und eine unzuverlässige Schlafmodus-Funktion.
SteamOS 3.8: Eigenbau leicht gemacht
Die öffentliche Version von SteamOS 3.8 basiert auf Arch Linux mit der KDE-Plasma-Oberfläche. Sie verwandelt handelsübliche Desktop-PCs in individuelle Steam Machines. Die neue Version verbessert die Kompatibilität für Intel- und AMD-Plattformen.
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Allerdings gibt es Einschränkungen: Die aktuelle Desktop-Version erfordert eine dedizierte Installation. Dual-Boot mit anderen Betriebssystemen wird derzeit nicht unterstützt. Auch HDMI-CEC fehlt noch.
Während die Software für AMD-Grafikkarten optimiert ist, bestätigte Valve-Entwickler Pierre-Loup Griffais, dass Nvidia-Treiber in Arbeit sind. Valve arbeitet mit Nvidia zusammen, rechnet aber nicht mit einer Fertigstellung im Jahr 2026.
FSR 4: Visuelle Aufwertung für RDNA 3
Valve treibt auch die Software-Entwicklung voran. Aktuelle Updates von Proton Experimental integrieren AMD FSR 4 DLLs in Steam und Proton. Nutzer können damit Spiele, die noch FSR 3 nutzen, auf die neuere FSR-4-Technologie „upgraden“.
Diese Verbesserung zielt speziell auf die RDNA-3-Architektur der neuen Steam Machine. Während die RDNA-3-Hardware sofort von den visuellen Verbesserungen profitiert, wird der RDNA-2-basierte Steam Deck voraussichtlich erst 2027 offizielles FSR-4-Support erhalten. Die spezialisierte FSR-4-Bibliothek wurde von Valve optimiert, um die spezifischen Fähigkeiten der neuen GPU voll auszuschöpfen.

