Valve startet den kommerziellen Verkauf seiner Steam Machine – der erste Schritt in den hart umkämpften Konsolenmarkt.
Der Spieleentwickler und Plattformbetreiber verschickte am heutigen Montag die ersten Kauf-Einladungen an interessierte Kunden. Die Auslieferung der kompakten Wohnzimmer-PCs beginnt bereits am Dienstag, den 30. Juni. Die Preise liegen zwischen 1.049 Euro für das 512-GB-Modell und 1.428 Euro für die 2-TB-Version inklusive Controller.
Leistungsstark, aber nicht ganz auf PS5-Niveau
Die neue Steam Machine setzt auf SteamOS, das im März 2026 einen Marktanteil von 5,33 Prozent erreichte. Die aktuelle Version 3.8 unterstützt nun auch Nvidia- und Intel-Komponenten. Dank der Proton-Kompatibilitätsschicht laufen rund 90 Prozent der Steam-Bibliothek auf dem Gerät.
Die Hardware-Leistung entspricht in etwa einer RTX 3060 – flüssiges Spielen in 1080p bei 60 Bildern pro Sekunde ist für die meisten Titel drin. Marketing-Materialien versprechen sogar 4K-Gaming mit FSR-Technologie, wobei FSR 4 erst in Zukunft erwartet wird. Branchenkenner weisen jedoch darauf hin, dass das Gerät trotz des höheren Preises etwas weniger leistungsstark ist als eine PlayStation 5.
Ein Wermutstropfen: Spiele mit Kernel-basierten Anti-Cheat-Systemen wie Valorant, Call of Duty, Battlefield 6, Fortnite und diverse EA-Sports-Titel laufen weiterhin nicht auf dem System.
Während SteamOS auf Linux-Basis für Gaming optimiert ist, setzen viele Nutzer für maximale Software-Kompatibilität weiterhin auf Windows – doch oft nerven dort Updates und Systemfehler. Das kostenlose Linux-Startpaket zeigt Ihnen, wie Sie Ubuntu als schnelle und sichere Alternative einfach parallel zu Windows installieren können. Vorteile von Linux jetzt risikofrei testen
Lieferketten-Probleme treiben Preise
Der Launch fällt in eine Zeit massiven Drucks auf die Lieferketten. Die Preise für DRAM-Speicher sind im Jahresvergleich um 170 Prozent gestiegen. Valve hätte nach eigenen Angaben gerne niedrigere Preise angesetzt, doch die hohen Kosten für Speicher und Komponenten machen dies unmöglich.
Die angespannte Lage befeuert bereits den Schwarzmarkt. Obwohl Valve ein Reservierungssystem mit Zufallsfaktor eingeführt hat, um automatisierte Käufe zu verhindern, tauchen Steam-Machine-Reservierungen auf eBay zu Preisen von bis zu 2.899 Euro auf.
Wachsendes Ökosystem und Alternativen
Ob Gaming-PC oder Office-Rechner – wer von Windows-Fehlermeldungen oder hohen Hardware-Preisen genervt ist, findet im Linux-Ökosystem eine stabile und kostenlose Lösung. Mit dem Gratis-Startpaket inklusive Ubuntu-Vollversion machen Sie selbst ältere Geräte wieder flott und sicher. Kostenloses Linux-Startpaket hier sichern
Mit der offiziellen Hardware von Valve wächst auch das Angebot an SteamOS-kompatiblen Geräten. Der Hersteller MetaPCs hat den Vorverkauf für seinen „Steamroller“-PC gestartet. Das Gerät kostet 1.299 Euro, wird ab dem 3. Juli 2026 in den USA und Kanada ausgeliefert und kommt mit einem AMD Ryzen 5 9600X sowie einer Radeon RX 7600.
In der DIY-Szene haben Bastler bereits 3D-druckbare Gehäuse für Mini-ITX-Builds entwickelt, die an das kompakte Design der Steam Machine angelehnt sind. Vorsicht ist jedoch bei Angeboten auf internationalen Plattformen wie Taobao geboten: Dort wird ein angeblicher Klon für 688 Euro angeboten – mit Spezifikationen, die Experten zufolge physikalisch unmöglich sind.
Valves offizieller Steam Controller soll im September 2026 folgen.

