Die neue Steam Machine von Valve liefert solide Spieleleistung – doch der hohe Preis lässt Kritiker zweifeln. Unabhängige Tests vom heutigen Dienstag zeigen: Die hauseigene Grafikeinheit des Mini-PCs bewegt sich auf dem Niveau älterer Mittelklasse-Hardware. Kann das Gerät seinen stolzen Preis von über 1.000 Euro rechtfertigen?
Mittelmaß für Höchstpreise
Die Benchmarks sind eindeutig: Der semi-kundenspezifische Grafikchip basiert auf AMDs RDNA3-Architektur und liefert Leistung vergleichbar mit einer Radeon RX 6600, Intel Arc B570 oder Nvidia RTX 3060. Für 1080p-Gaming reicht das locker, und mit Upscaling-Techniken sind auch 1440p-Auflösungen möglich. Doch Analysten stellen die Frage: Warum so viel Geld für veraltete Technik ausgeben?
Die Experten von PCMag bewerteten das System am gestrigen Montag mit 3,5 von 5 Punkten. Sie lobten das kompakte 15-Zentimeter-Würfeldesign und den leisen Betrieb – kritisierten aber den Einstiegspreis von umgerechnet rund 960 Euro als erhebliche Hürde. Auch TechRadar äußerte sich am heutigen Dienstag skeptisch: Ob der Komfort eines „Couch-Gaming“-PCs den hohen Preis der verbauten Komponenten rechtfertigt, bleibt fraglich.
Hardware mit Haken
Unter der Haube arbeitet ein semi-kundenspezifischer AMD Zen 4-Prozessor mit 16 GB DDR5-Arbeitsspeicher. Ein Problem: Das System wird mit nur einem einzigen 16-GB-RAM-Modul ausgeliefert – das bedeutet Einzelkanalbetrieb und damit spürbar weniger Leistung. Ein Upgrade auf Dual-Channel ist zwar möglich, aber aufwendig. Technische Teardowns vom Montag zeigen: Dafür müssen Netzteil und Lüfter ausgebaut werden.
Während die Steam Machine auf eine angepasste Linux-Basis setzt, kämpfen viele Nutzer klassischer PCs noch mit den Hürden beim Wechsel auf das neueste Microsoft-Betriebssystem. Das kostenlose Startpaket zeigt Ihnen, wie Sie den Umstieg auf Windows 11 ohne Risiko und Datenverlust meistern. Windows 11 gefahrlos testen: So geht’s Schritt für Schritt
Die Basisversion kommt zudem mit einer 512-GB-SSD – für moderne Spielebibliotheken viel zu knapp, so die Tester. Auf der Softwareseite läuft eine angepasste Version von SteamOS auf Basis des Linux-Kernel 6.16.12. Positiv: Seit Montag ist das System in der Vulkan-1.4-Konformitätsliste, unterstützt also die neuesten Grafik-APIs. Doch Kompatibilitätsprobleme mit Windows-Spielen und Anti-Cheat-Systemen bleiben eine Schwachstelle der Linux-Plattform.
Internationale Preisprobleme
Besonders deutlich wird das Preisproblem auf internationalen Märkten. In Japan kostet das 512-GB-Modell umgerechnet rund 1.150 Euro, die 2-TB-Version sogar etwa 1.510 Euro. Zum Vergleich: Ein Desktop-PC mit RTX 5060 ist dort für rund 1.210 Euro zu haben – mehr Leistung zum ähnlichen Preis.
Valve hat eigenen Angaben zufolge eingeräumt, dass steigende Kosten für Speicher und Arbeitsspeicher die ursprünglichen Preisziele unmöglich gemacht haben. Und die Entwicklung dürfte sich fortsetzen: Branchenmeldungen vom Montag deuten auf eine zweistellige Preiserhöhung für Snapdragon-Prozessoren ab September hin – das könnte auch Valves andere Hardwareprojekte wie die Steam Frame VR-Brille treffen.
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Konkurrenz aus dem eigenen Haus
Der direkte Vergleich mit Valves erfolgreichem Handheld Steam Deck liegt nahe. Tests vom Montag zeigen: Die Steam Machine bietet die fünffache bis sechsfache Leistung des Steam Decks – kann aber nicht mit dessen Portabilität mithalten. Das Steam Deck ist für rund 720 Euro zu haben.
Für Individualisten bietet die Steam Machine immerhin optische Anpassungsmöglichkeiten: Ein Lichtstreifen dient als Download-Fortschrittsbalken, austauschbare Frontplatten gibt es in verschiedenen Ausführungen, sogar in Holzoptik. Wer jedoch pure Rechenleistung sucht, fährt mit einem selbst gebauten System besser. Ein DIY-Projekt vom Montag zeigt: Ein Eigenbau mit Ryzen 7 3700X und RX 7900 XT erreicht stabile 4K-Leistung bei 60 Bildern pro Sekunde – verliert aber natürlich die kompakte Bauform und die geringe Leistungsaufnahme des Originals.

