Valves Gaming-Konsole Steam Machine ist zurück. Der heutige Launch markiert die Rückkehr ins Wohnzimmer – und das Ökosystem wächst rasant.
Gut elf Jahre nach dem ersten, gescheiterten Anlauf wagt Valve einen neuen Vorstoß ins Konsolengeschäft. Die Steam Machine ist ab sofort erhältlich – und diesmal scheint das Timing besser. Denn parallel zum offiziellen Launch bringt der Hersteller MetaPCs mit dem Steamroller einen fertigen Desktop-PC auf den Markt, der ebenfalls auf Valves Linux-System SteamOS setzt. Das Betriebssystem, das bisher vor allem durch den Handheld Steam Deck bekannt wurde, expandiert damit in neue Formfaktoren.
Drittanbieter-Hardware: Der Steamroller kommt vorbestellbar
MetaPCs hat die Vorbestellungen für seinen Steamroller-Desktop eröffnet. Der Preis: 1.299 Euro. Das System kommt mit vorinstalliertem SteamOS – und spart dem Hersteller damit die rund 100 Euro Lizenzgebühr, die Windows-basierte Gaming-PCs üblicherweise kosten. Das Gehäuse stammt von Jonsbo (Modell D32), im Inneren arbeiten ein AMD Ryzen 5 9600X und eine Radeon RX 7600.
Die weiteren Spezifikationen: 16 GB DDR5-5600 RAM, eine 1 TB NVMe-SSD sowie eine 240-mm-Wasserkühlung. Die Auslieferung der Vorbestellungen soll ab dem 3. Juli 2026 erfolgen. Der Steamroller ist der erste klassische Desktop eines Drittanbieters, der auf SteamOS setzt – ein klares Signal, dass Valves Strategie nach dem Erfolg des Steam Deck nun auch im Tower-Segment ankommt.
Valves eigene Konsole: Zwei Modelle, happige Preise
Die offizielle Steam Machine von Valve selbst kommt in zwei Ausführungen: 512 GB Speicher für 1.049 Euro und 2 TB für 1.349 Euro. Damit liegt der Preis deutlich über den ursprünglich anvisierten 750 Euro. Grund dafür sind explodierende DRAM-Kosten – ein Anstieg von 170 Prozent im Jahresvergleich. Kein Wunder also, dass erste Scalper die Reservierungen bereits für 2.700 bis 2.900 Euro weiterverkaufen.
Die neue Steam Machine kostet ab 1.049 Euro – doch Scalper treiben die Preise auf bis zu 2.900 Euro. Stattdessen können Sie sich mit unserer Anleitung Ihre eigene Konsole bauen: SteamOS läuft jetzt auch auf selbst zusammengestellten PCs. Kostenlose Bauanleitung anfordern
Die Technik basiert auf einer semi-individuellen AMD-Zen-4-Architektur mit einem 6-Kern-12-Thread-Prozessor und einer RDNA-3-GPU mit 28 Compute Units. Die Grafikleistung liegt auf dem Niveau einer Radeon RX 6600, die CPU-Power entspricht etwa einem Ryzen 5 3600. Der Arbeitsspeicher: 8 GB GDDR6.
SteamOS 3.8: Das Betriebssystem wird zum Schlüssel
Begleitet wird der Launch von SteamOS 3.8. Valve hat die neue Version gezielt für breitere Hardware-Kompatibilität optimiert. Wie Valve-Entwickler Pierre-Loup Griffais bestätigte, lässt sich das System nun auch auf selbst zusammengestellten PCs installieren – inklusive Unterstützung für Nvidia- und Intel-Komponenten.
Das Update SteamOS 3.8.10 verbessert die Kompatibilität für Desktops, Laptops und Handhelds. Für Bastler bedeutet das: Sie können sich ihre eigene „Steam Machine“ bauen, ohne Valves offizielle Hardware kaufen zu müssen. Branchenbeobachter sehen darin einen entscheidenden Unterschied zum gescheiterten Versuch von 2015. „Damals fehlte ein ausgereiftes Ökosystem“, heißt es. „Heute ist SteamOS stabil, die Entwickler-Community steht dahinter – und das System wird zunehmend zur echten Alternative zu Windows 11.“
VR-Brille in Sicht, Controller verspätet
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Neben Konsole und Desktop zeichnen sich weitere Hardware-Neuheiten ab. Laut Berichten aus der XR-Szene trafen bereits am 10. Juni 2026 Lieferungen von VR-Geräten in Valves US-Lagern ein – mutmaßlich das Steam-Frame-Headset. Orientiert man sich an den Liefermustern des Steam-Controllers, könnte eine offizielle Ankündigung in den nächsten Wochen erfolgen.
Weniger gut sieht es für den neuen Steam-Controller aus. Globale Lieferkettenprobleme und Komponentenengpässe bremsen die Auslieferung. Die Reservierungsfenster wurden nach hinten verschoben, die ersten Lieferungen werden frühestens im September 2026, teils erst 2027 erwartet.

