Valve hat sein Betriebssystem SteamOS 3.8 für handelsübliche Desktop-PCs freigegeben. Nutzer können sich damit künftig eigene Spielkonsolen zusammenstellen.
Der Schritt markiert eine strategische Wende für den Spieleentwickler. Bislang war SteamOS vor allem als Betriebssystem des Handhelds Steam Deck bekannt. Mit der neuen Version, die am 22. Juni 2026 erschien, dürfen Anwender die Software nun auf selbst zusammengestellter Hardware installieren. Das Ziel: eine Rückkehr zum Konzept der „Steam Machines“ – nur diesmal ohne die engen Hardware-Vorgaben von früher.
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Installation noch mit Hürden
Die Freigabe erfolgt nicht ohne Einschränkungen. Wer SteamOS auf einem Desktop-PC installieren möchte, muss die Zielfestplatte vollständig löschen. Ein Dual-Boot-Betrieb mit Windows oder anderen Systemen ist derzeit nicht möglich. Auch fehlen bestimmte Wohnzimmer-Funktionen wie HDMI-CEC in der Desktop-Version.
Bereits am 17. Juni 2026 hatte Valve mit Version 3.8.10 die ersten Weichen gestellt. Damals wurde die Unterstützung für offizielle Steam-Machine-Hardware sowie verbesserte Kompatibilität mit Intel- und AMD-Plattformen eingeführt. Valve-Entwickler Pierre-Loup Griffais kündigte an, dass das Team an der allgemeinen Desktop-Funktionalität arbeite – der Prozess sei aber noch nicht abgeschlossen.
Die Aktualisierung brachte zudem Wayland als Standard für den Desktop-Modus sowie KDE Plasma 6.4.3. Mit den Patches 3.8.10 und 3.8.11 vom 20. Juni 2026 folgte die Controller-Unterstützung für Drittanbieter-Handhelds wie das Lenovo Legion Go, das ASUS ROG Ally und das MSI Claw.
Steam Machine: Preis und Verfügbarkeit
Parallel zur Software-Öffnung legte Valve die Preisgestaltung für die eigene Steam-Machine-Hardware fest. Das Unternehmen bezeichnet das Gerät als PC-Erweiterung, nicht als klassische Konsole. Die Preise: 1.049 Euro für das 512-GB-Modell und 1.349 Euro für die 2-TB-Version. Ein Bundle mit Steam-Controller ist gegen Aufpreis erhältlich. Die 2-TB-Geräte kommen zudem mit speziellen Frontplatten in Walnuss-Optik und rotem Stoff.
Vorbestellungen sind noch bis zum 25. Juni 2026 um 19:00 Uhr MEZ möglich. Danach folgt ein Zufallsverfahren für die Bestell-Einladungen. Die ersten Kauf-E-Mails sollen ab dem 29. Juni 2026 verschickt werden.
Der Verkauf läuft direkt über Steam in den USA, Kanada, Großbritannien, der EU und Australien. In Japan, Taiwan und Hongkong übernimmt der Partner Komodo den Vertrieb.
Nvidia-Treiber lassen auf sich warten
Ein zentrales Problem für SteamOS auf dem Desktop bleibt die Unterstützung von Nvidia-Grafikkarten. Valve arbeitet zwar mit dem Grafikspezialisten zusammen, funktionale Treiber werden aber frühestens Ende 2026 erwartet. Bis dahin setzt das Unternehmen auf andere Technologien.
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Bereits am 22. Juni 2026 ermöglichte ein neuer Proton-Experimental-Build AMDs FSR 4.1 für RDNA-3- und RDNA-3.5-GPUs. Der Update erlaubt den Umstieg von FSR 3 auf FSR 4, das ein INT8-Modell nutzt, um Bildfehler wie Geisterbilder und Flimmern zu reduzieren.
Weitere Verbesserungen am Linux-Grafik-Stack sind für August 2026 geplant. Mesa 26.2 soll Vulkan-Present-Timing für X11 und XWayland einführen – ein Schritt gegen Ruckler und Eingabeverzögerungen. Zudem soll der Open-Source-Treiber NVK experimentelle DLSS-Unterstützung erhalten.
Alternativen im Linux-Universum
Während Valve auf SteamOS setzt, bringen andere Distributionen eigene Konzepte für Hochleistungs-Desktops und Spiele in Stellung:
- PorteuX 2.7: Die Slackware-basierte Distribution startet in drei Sekunden und arbeitet mit einem schreibgeschützten Systemabbild. Erste Benchmarks zeigen konkurrenzfähige Werte.
- butrelinux: Diese unveränderliche Distribution basiert auf CentOS Stream 10, setzt auf atomare Updates mit OCI-Images und unterstützt Nvidia- sowie Hybrid-Grafik nativ.
- Lumina Linux: Ein neues Arch-Linux-Derivat mit kontrollierten Rolling Releases und Fokus auf Leistung und Benutzerautonomie.
Lieferengpässe zeichnen sich ab
Trotz der Software-Offensive könnte die Hardware-Verfügbarkeit für Steam Machine und Steam Deck in den kommenden Monaten eingeschränkt sein. Branchenberichten zufolge priorisieren Komponentenhersteller die Zulieferung für KI-Rechenzentren – zulasten von Unterhaltungselektronik.

