SteelSeries hat mit der Sensei Pro und der Rival Pro zwei neue Gaming-Mäuse vorgestellt, die erstmals auf Ultra-Wideband-Funktechnik (UWB) statt des bisher üblichen 2,4-GHz-Standards setzen. Die Sensei Pro ist symmetrisch aufgebaut, die Rival Pro für Rechtshänder ergonomisch geformt.
Beide Modelle bieten eine Polling-Rate von echten 8.000 Hz sowie ein als Infinite Power System bezeichnetes Akkukonzept mit zwei Batterien. Die Vorbestellung läuft bereits, der Versand soll am 13. Oktober beginnen, der Preis liegt bei 179,99 US-Dollar.
Neue Funktechnik mit deutlich mehr Bandbreite
Statt im etablierten 2,4-GHz-Band arbeiten die neuen Mäuse im UWB-Frequenzbereich von 6,4 bis 9,056 GHz. Dieser Bereich bietet laut Herstellerangaben rund die 20-fache Bandbreite des bisherigen Standards.
Möglich wird das durch eine Kooperation mit SPARK Microsystems, deren LE-UWB-Technologie (Low Energy Ultra-Wideband) in beiden Serien zum Einsatz kommt. Die Technik erreicht Datenraten von bis zu fast 41 Mb/s bei einem Energieverbrauch von nur einem Nano-Joule pro übertragenem Bit.
Zudem soll sie eine vorhersehbare, konstant niedrige Latenz von rund 25 Mikrosekunden pro Kilobit Daten ermöglichen – ein Prinzip, das als „deterministisches Funken“ bezeichnet wird. SPARK-Microsystems-CEO Fares Mubarak bezeichnete LE-UWB als die nächste Entwicklungsstufe der drahtlosen Übertragung.
Echte 8.000 Hz Polling-Rate mit Overclocking-Option
Beide Mäuse unterstützen True 8K Polling mit 8.000 Hz, was einem Polling-Intervall von 0,125 Millisekunden entspricht. Wer darüber hinausgeht, kann ein sogenanntes 9K Over-Polling aktivieren, bei dem ein zusätzliches Datenpaket pro acht reguläre Pakete übertragen wird.
Tracking- und Klick-Polling lassen sich dabei unabhängig voneinander in den Stufen 1K, 2K, 4K und 8K einstellen. Als Sensor kommt der TrueMove 42K Pro zum Einsatz, eine angepasste Version des PixArt PAW3955-Sensors mit einer Auflösung von 42.000 DPI. Die verbauten optischen Switches sind für bis zu 100 Millionen Klicks ausgelegt, die Klicklatenz liegt bei 0,35 Millisekunden.
Die neue Funktechnik verspricht deutlich mehr Bandbreite und niedrigere Latenz als der bisherige 2,4-GHz-Standard — doch ein Monats-Test zeigt: Bei voller 8K-Polling-Rate kann die Bildrate in manchen Spielen einbrechen. Bevor Sie 180 Dollar investieren, lohnt der Blick auf die tatsächlichen Kompromisse. Kostenlosen Kaufberatungs-Guide anfordern
Akkulaufzeit variiert stark je nach Polling-Rate
Das Infinite Power System besteht aus zwei wechselbaren 310-mAh-Akkus, die sich extern aufladen lassen, während der jeweils andere Akku im Betrieb ist.
Bei einer Polling-Rate von 1.000 Hz erreicht ein einzelner Akku rund 60 Stunden Laufzeit, in Summe also bis zu 120 Stunden. Bei voller Auslastung mit 8.000 Hz sinkt die Laufzeit pro Akku auf etwa 16 Stunden, insgesamt also rund 32 Stunden im Dauerbetrieb.
Gewicht, Farben und Verfügbarkeit
Die Standardmodelle wiegen 53 Gramm, die kompakteren Mini-Varianten 49 Gramm, wobei weiße Ausführungen jeweils ein Gramm mehr auf die Waage bringen. Konkret bringt die Sensei Pro als symmetrisches Modell für den Claw-Grip 53 Gramm auf die Waage, die ergonomische Rival Pro für den Palm-Grip 54 Gramm.
Beide Serien sind in Schwarz und Weiß sowie jeweils in Standard- und Mini-Größe erhältlich. Der Verkauf startet direkt im SteelSeries-Shop sowie ab dem 13. Oktober bei Drittanbietern, jeweils zum Preis von 180 US-Dollar.
Zwei wechselbare Akkus klingen praktisch — bei voller 8K-Polling-Rate hält ein Akku aber nur rund 16 Stunden statt 60. Wer Laufzeit, Systemlast und Preis sauber gegeneinander abwägt, trifft die bessere Entscheidung. Checkliste für Ihr Setup jetzt sichern
Praxistest meldet Einschränkungen bei voller Polling-Rate
Ein Monats-Test von Tom’s Guide wies darauf hin, dass der Betrieb mit voller 8K-Polling-Rate in manchen Spielen zu Framerate-Einbrüchen führen kann. Nutzer, die auf maximale Reaktionsgeschwindigkeit setzen, müssen demnach gegebenenfalls Kompromisse bei der Bildrate in Kauf nehmen – ein Hinweis darauf, dass die neue Funktechnik zwar mehr Bandbreite und geringere Latenz verspricht, ihre praktischen Auswirkungen auf die Systemleistung aber je nach Spiel variieren können.

