Stellantis bucht 22 Milliarden Euro für Elektro-Kurswechsel

Der Autokonzern Stellantis schreibt 22,2 Milliarden Euro ab und kehrt seiner reinen Elektrostrategie den Rücken. Unter neuer Führung setzt man nun auf eine flexible Plattformstrategie mit verschiedenen Antriebsarten.

Der Autoriese Stellantis schreibt 22,2 Milliarden Euro ab und kehrt seiner aggressiven Elektro-Strategie den Rücken. Der radikale Kurswechsel unter neuer Führung spiegelt den globalen Absatzeinbruch bei reinen E-Autos wider und sendet Schockwellen durch die gesamte Branche.

Milliarden-Abschreibung nach gescheiterten Prognosen

Die gewaltige Summe resultiert aus überzogenen Erwartungen an die Elektroauto-Nachfrage. Im zweiten Halbjahr 2025 buchte der Konzern die Kosten für gestoppte Projekte – darunter den geplanten elektrischen Ram 1500 – und Entschädigungen für Zulieferer. Die Ankündigung ließ die Aktie des Jeep- und Ram-Mutterkonzerns in Mailand um bis zu 28 Prozent abstürzen, was einen Handelsstopp auslöste.

Dieser strategische Rückzieher markiert eine der größten Korrekturen der Automobilgeschichte. Stellantis folgt damit Konkurrenten wie Ford und General Motors, die ihre Elektroziele bereits zuvor nach unten schraubten. Der Konzern stößt zudem Beteiligungen ab, darunter seine 49-Prozent-Anteile an einer Batteriefabrik in Ontario an Partner LG Energy Solution.

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Neue Strategie: „Freiheit der Wahl“ statt Elektro-Zwang

Unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Antonio Filosa setzt Stellantis nun auf eine „Freiheit-der-Wahl“-Strategie. Das bedeutet das Aus für das Ziel, bis 2030 in Europa nur noch vollelektrische Pkw zu verkaufen. Stattdessen entwickelt der Konzern flexible Plattformen, die Elektro-, Hybrid- und verbesserte Verbrennungsmotoren aufnehmen können.

„Der vorherige Kurs hat uns von den realen Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten vieler Kunden entfernt“, erklärte die Führung. Die neue Linie soll Marktanteile zurückgewinnen, indem sie verschiedene Antriebsarten anbietet – statt einen Technologiesprung zu erzwingen, für den der Markt noch nicht bereit ist.

Folgen für die Hochtechnologie-Entwicklung

Der Elektro-Rückzug wirft Fragen zur Zukunft autonomer Fahrfunktionen auf. Die gewaltige Kapitalumschichtung dürfte Investitionsprioritäten in allen Bereichen verschieben. Bereits 2025 hatte Stellantis sein fortgeschrittenes Level-3-Autonomieprogramm STLA AutoDrive gestoppt – mit Verweis auf hohe Kosten und geringe Nachfrage.

Die branchenweite Neuausrichtung könnte zu einem pragmatischeren Ansatz bei teuren Zukunftstechnologien führen. Während die Profitabilität und die aktuelle Hybrid-Nachfrage im Vordergrund stehen, rücken kurzfristige AV-Einführungen in den Hintergrund.

Reaktion auf den globalen „E-Auto-Winter“

Die Kehrtwende ist eine direkte Antwort auf die schwierige globale Lage, oft als „E-Auto-Winter“ bezeichnet. Hohe Anschaffungskosten, lückenhafte Ladeinfrastruktur und wegfallende staatliche Kaufprämien bremsen die Nachfrage. Neue CEO Filosa macht die vorherige Führung unter Carlos Tavares für die Fehleinschätzung des Energiewende-Tempos verantwortlich.

Trotz des Rückschlags prognostiziert Stellantis für 2026 weiteres Umsatzwachstum, wenn auch verlangsamt. Positive operative Cashflows erwartet der Konzern ab 2027. Der milliardenschwere Neustart soll den Autoriesen wieder auf Marktrealität trimmen. Ein aktualisierter Langfristplan wird für später in 2026 angekündigt.

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