Studie: Googles Manifest v3 macht Adblocker nicht schwächer

Eine Untersuchung der Goethe-Universität Frankfurt zeigt, dass Werbeblocker unter Googles neuer Browser-Architektur MV3 nahezu gleich wirksam bleiben und sogar Tracker besser blockieren.

Eine Frankfurter Studie widerlegt die Befürchtungen vieler Nutzer: Die neue Browser-Architektur von Google schränkt die Werbeblocker kaum ein. Die Tools funktionieren fast genauso gut wie zuvor.

Seit Jahren schwelt der Streit um Googles Manifest v3 (MV3), das umstrittene Regelsystem für Browser-Erweiterungen. Kritiker sahen darin das Ende wirksamer Adblocker – zu Unrecht, wie sich jetzt zeigt. Eine neue Studie der Goethe-Universität Frankfurt belegt: Die aktuellen Werbeblocker für Chrome und Edge sind genauso effektiv wie ihre Vorgänger.

Die gefürchtete „Adblocker-Apokalypse“ blieb aus

Die Umstellung auf MV3 war ein Schock für Datenschützer und Nutzer. Google führte das System 2024 für seinen Chrome-Browser verbindlich ein, Microsofts Edge folgte. Der Grund: mehr Sicherheit und Leistung. Doch der Kern der neuen Architektur, die declarativeNetRequest-API, ersetzte ein mächtigeres Werkzeug. Die Folge? Die Prognosen waren düster. Viele Experten sagten voraus, dass beliebte Blocker wie uBlock Origin entmachtet würden.

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Hintergrund ist der Konflikt zwischen Privatsphäre und Geschäftsmodell. Googles Kerngeschäft ist Werbung. Die Befürchtung lag nahe, dass das Unternehmen mit MV3 seine eigenen Einnahmen schützen wollte. Die Frankfurter Forschungsergebnisse entkräften diesen Verdienst nun teilweise.

Überraschende Ergebnisse: Kein Leistungsverlust

Die Studie mit dem Titel „Privacy vs. Profit“ verglich systematisch alte (MV2) und neue (MV3) Versionen gängiger Adblocker. Das Ergebnis ist eindeutig: Es gibt keinen statistisch signifikanten Leistungsabfall. Im Gegenteil: Beim Blockieren von Web-Trackern schnitten die MV3-Erweiterungen sogar minimal besser ab. Sie stoppten im Schnitt 1,8 Tracker mehr pro Website.

„Die Daten geben Nutzern eine starke Beruhigung“, folgern die Forscher Karlo Lukic und Lazaros Papadopoulos. Ihre Arbeit wurde im renommierten Fachjournal Proceedings on Privacy Enhancing Technologies veröffentlicht. Die gefürchtete Schwächung der Privatsphäre-Tools ist demnach ausgeblieben.

So tricksten die Entwickler das System aus

Der Erfolg der neuen Blocker ist ein Beleg für die Kreativität der Entwickler-Community. Sie passten ihre Tools den engeren Grenzen von MV3 an. Pioniere wie AdGuard zeigten früh, dass wirksames Blockieren innerhalb des neuen Rahmens möglich ist.

Auch der Entwickler von uBlock Origin reagierte. Er brachte eine abgespeckte, MV3-konforme Version namens „uBlock Origin Lite“ heraus. Sie hat zwar Einschränkungen – etwa bei der kosmetischen Filterung von Seiten-Elementen –, blockt aber Standardwerbung zuverlässig. Die Vollversion bleibt Browsern wie Firefox vorbehalten, die an den mächtigeren alten APIs festhalten.

Was bedeutet das für die Browser-Landschaft?

Die Studie verändert die Debatte um MV3 grundlegend. Aus einem potenziellen Todesstoß für Adblocker wurde eine machbare, technische Evolution. Googles Ziele – mehr Sicherheit und Performance – scheinen erreicht, ohne die Privatsphären-Tools zu zerstören.

Doch der Wettlauf geht weiter. Das Ergebnis unterstreicht das technische Katz-und-Maus-Spiel zwischen Browsern, Werbetreibenden und Entwicklern. Es vertieft auch die Spaltung im Browser‑Markt. Firefox positioniert sich klar als Alternative für Nutzer, die die stärksten Blockier-Möglichkeiten ohne Kompromisse wollen.

Für die meisten Nutzer von Chrome und Edge ändert sich jedoch wenig. Die Ära des effektiven Ad-Blockings geht auch unter MV3 weiter. Die Entwickler werden weiter innovieren, um innerhalb der vorgegebenen Grenzen die maximale Filterleistung zu erzielen. Die Befürchtungen der vergangenen Jahre haben sich, zumindest laut aktueller Datenlage, nicht bewahrheitet.

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