Sturzprävention im Alter: Fast jede vierte Person ab 65 stürzt jährlich

Vorträge und neue Unterstützungsangebote thematisieren Einsamkeit, Sturzprävention und geistige Fitness im Alter.

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Anlässlich des Internationalen Tags der älteren Menschen stand im Gemeindesaal Triesen die gezielte Förderung der psychischen Gesundheit und der kognitiven Fitness im Fokus. Der Liechtensteiner Seniorenbund gestaltete eine Zusammenkunft, die fachliche Impulse und präventive Ansätze für ein gesundes Altern verknüpfte.

Den inhaltlichen Schwerpunkt am 1. Oktober 2026 bildete ein Vortrag von Theresa Wald, Oberpsychologin am Clinicum Alpinum, unter dem Titel «Gesund älter werden». Neben dem Fachprogramm stimmte ein Seniorenchor mit Volks- und Heimatliedern auf die Veranstaltung ein, die durch ein gemeinsames Abendessen abgerundet wurde.

Demografischer Wandel und soziale Prävention in Liechtenstein

Die wachsende Bedeutung präventiver Angebote spiegelt sich in den demografischen Daten des Fürstentums wider: Im Jahr 2025 lag die Lebenserwartung bei Geburt in Liechtenstein bei 84,1 Jahren. Jakob Gstöhl vom Seniorenbund unterstrich am 1. Oktober 2026, dass Einsamkeit im Alter auch hierzulande ein ernstzunehmendes Thema bleibe.

Gemeinschaftliche und soziale Aktivitäten könnten dieser Entwicklung wirksam und präventiv entgegentreten. Zugleich verwies Gstöhl darauf, dass weiterhin spürbarer Handlungsbedarf im Bereich des altersgerechten und bezahlbaren Wohnens bestehe, um die Lebensqualität älterer Bürgerinnen und Bürger langfristig zu sichern.

Physische Stabilität und Sturzprophylaxe als Basis

Um die geistige Selbstständigkeit bis ins hohe Alter zu bewahren, bildet die körperliche Verfassung eine zentrale Voraussetzung. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) legte zum Internationalen Tag der älteren Menschen die Informationsreihe «Gleichgewicht und Kraft» aktualisiert neu auf.

Nach Angaben des Instituts stürzt beinahe jede vierte Person ab 65 Jahren mindestens einmal jährlich, während 13 Prozent der Betroffenen sogar mehr als zwei Stürze pro Jahr verzeichnen.

Zur Risikosenkung empfiehlt das Institut ein kontinuierliches Kraft- und Gleichgewichtstraining. Ebenso wesentlich sei die Überprüfung verordneter Arzneimittel, da Schlaf- und Beruhigungsmittel das Gleichgewicht stören und Muskelkraft mindern können.

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Neben einer calciumreichen Ernährung, Vitamin D und Bewegung zur Eindämmung von Osteoporose gehören regelmäßige Sehtests sowie ein sturzsicheres Wohnumfeld – etwa durch adäquate Beleuchtung, Handläufe und den Verzicht auf lose Teppiche – zu den grundlegenden Präventionsmaßnahmen.

Kognitives Training und kommunale Unterstützungsstrukturen

Neben der körperlichen Beweglichkeit spielt die mentale Aktivierung eine tragende Rolle für die psychosoziale Gesundheit. Bei einem Seminar am 28. September 2026 in Schaafheim erläuterte die zertifizierte Gedächtnistrainerin Marion Segatz Wege zur Förderung von Merkfähigkeit, Wortfindung und logischem Denken.

Neben Bewegungseinheiten wie Spaziergängen oder Tanzen tragen auch spielerische Alltagsübungen, darunter das Rückwärtsbuchstabieren von Wörtern, zur geistigen Beweglichkeit bei.

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Ergänzend zu individuellen Trainings gewinnen wohnortnahe Beratungs- und Hilfsangebote an Bedeutung. Im hessischen Odenwaldkreis startet ab dem 5. Oktober 2026 die psychosoziale Fachkraft «PauLa» ein kostenloses, vermittelndes Beratungsangebot für Senioren in neun Kommunen, um das selbstbestimmte Wohnen im vertrauten Umfeld zu begleiten.

In Bad Bentheim beginnt zudem am 8. Oktober 2026 die Selbsthilfegruppe «Licht und Sonne», die sich gezielt an Menschen ab 60 Jahren richtet, um sozialer Isolation und psychischen Belastungen im Alter im geschützten Rahmen zu begegnen.