Sturzprävention: Rutschhemmklassen R9–R13 schützen im Alter

Rutschfeste Böden, fixierte Teppiche, passende Treppenlifte und Bewegung können das Sturzrisiko älterer Menschen im Zuhause verringern.

Stürze zählen zu den häufigsten Gefahrenquellen im Alltag älterer Menschen, und Gesundheitseinrichtungen sowie Ratgeberportale beschäftigen sich zunehmend mit baulichen und verhaltensbezogenen Gegenmaßnahmen. Rutschfeste Bodenbeläge, gesicherte Teppiche und angepasste Treppenlifte gehören zu den Maßnahmen, die im Wohnumfeld konkret umsetzbar sind.

Rutschhemmung im Bad und in der Küche

Ein Ratgeber von fussboden-ratgeber.de erläutert die Rutschhemmklassen R9 bis R13 für Vinylböden. Demnach eignet sich die Klasse R9 für trockene Bereiche wie Wohn- und Schlafzimmer, während R10 für Küche, Eingangsbereich und Bad außerhalb der Dusche empfohlen wird. In Bereichen mit viel Feuchtigkeit und Schmutz sei die Klasse R11 angebracht.

Für bodengleiche Duschen reicht die Rutschhemmklasse R10 laut demselben Ratgeber allein nicht aus. Erforderlich sei zusätzlich die Herstellerangabe zur Barfußklasse nach DIN 51097 (A, B oder C) sowie ein Blick ins Datenblatt zur Wasserfestigkeit des Materials.

Teppiche sicher fixieren

Auch lose Teppiche auf Hartböden bergen Sturzrisiken. Das Mieter-Magazin empfiehlt eine rutschhemmende Unterlage, die etwas kleiner als der Teppich selbst zugeschnitten wird, sowie Antirutschmatten oder Teppichstopper für kleinere Läufer.

Schwere Teppiche mit stabilem Rücken gelten als zusätzlich sturzsicher. Wichtig sei dabei der Untergrund: Parkett, Laminat und Vinyl benötigen laut dem Ratgeber herstellerfreigegebene Unterlagen, während Fliesen zwar glatter, aber robuster seien.

Treppenlifte je nach Wohnsituation

Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität kann ein Treppenlift die Sturzgefahr auf Treppen deutlich reduzieren. Laut heim-treppenlifte.com hängt die passende Variante von Treppenform, -breite, Türbereichen sowie der individuellen Beweglichkeit ab.

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Ein Sitzlift eignet sich demnach für sicheres Sitzen, ein Plattformlift für Rollstuhl- oder Rollatornutzer, ein Hublift für geringe Höhenunterschiede und ein Stehlift bei begrenztem Platzangebot. Die Kosten variieren laut dem Anbieter je nach Schienenlänge, Liftart und Ausstattung; generalüberholte Geräte und mögliche Zuschüsse können die Anschaffung erschwinglicher machen.

Sicherheit als ganzheitliches Konzept

Sturzprävention lässt sich nicht isoliert von weiteren Sicherheitsaspekten im Wohnumfeld betrachten. Auch der Einbruchschutz spielt für das Sicherheitsgefühl älterer Menschen eine Rolle: Laut addis-techblog.de erfolgen die meisten Einbrüche über Fenster und Terrassentüren durch Aufhebeln. Als wirksam gelten demnach abschließbare Griffe, Pilzkopfverriegelungen und Nachrüstsicherungen sowie Bewegungsmelder mit kurzer Nachlaufzeit.

Bewegung und Kreislaufgesundheit als Ergänzung

Bauliche Maßnahmen allein reichen nach Einschätzung von Fachleuten nicht aus. Laut krone.at tragen regelmäßige Ausdauer- und Kraftübungen sowie gezieltes Gleichgewichtstraining zur Sturzvermeidung bei.

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Ergänzend werden die Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerten, eine überwiegend pflanzliche Ernährung, der Verzicht aufs Rauchen, ein maßvoller Alkoholkonsum, ausreichender Schlaf und Stressabbau empfohlen. Medikamente sollten dabei keinesfalls eigenständig abgesetzt werden.

Fazit für Betroffene und Angehörige

Die Kombination aus rutschhemmenden Bodenbelägen, gesicherten Teppichen, passenden Treppenliften und allgemeiner körperlicher Fitness bildet nach aktuellem Kenntnisstand einen wirksamen Ansatz zur Sturzprävention im eigenen Zuhause. Wer bauliche Anpassungen plant, sollte laut den genannten Ratgebern stets die Herstellerangaben zu Rutschhemmklassen und Materialeignung berücksichtigen, statt sich auf pauschale Empfehlungen zu verlassen.