Südkorea: 140 NVIDIA-Racks für KI-Training der Mythos-Klasse

Südkoreas Wissenschaftsministerium plant 140 NVIDIA-Racks für 3,85 Billionen Won und muss dafür Rechenzentren technisch anpassen.

Das südkoreanische Ministerium für Wissenschaft und IKT bereitet eine großangelegte Modernisierung seiner technologischen Infrastruktur vor. Für das Jahr 2026 stellt die Behörde ein Budget von 3,85 Billionen Won bereit, um insgesamt 140 NVIDIA Vera Rubin NVL72-Racks zu beschaffen. Diese Maßnahme verdeutlicht die Ambitionen des Landes, eine führende Rolle bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz der nächsten Generation einzunehmen.

Budgetplanung und Markteinschätzungen

Die kalkulierten Kosten für das Vorhaben belaufen sich auf etwa 27,5 Milliarden Won pro Rack. Mit diesem Ansatz übertrifft das Ministerium deutlich die bisherigen Prognosen internationaler Finanzinstitute. So schätzten Analysten von Bernstein den Preis pro Einheit zuvor auf etwa 9,1 Millionen US-Dollar, was rund 123 Milliarden Won entspräche, während Morgan Stanley von 7,8 Millionen US-Dollar beziehungsweise circa 105 Milliarden Won ausging.

Vertreter des Ministeriums wiesen darauf hin, dass die Budgetplanung bewusst Spielräume für mögliche Preiserhöhungen sowie die notwendigen Infrastrukturkosten beinhalte. Diese Investition wird als eigenständiges Projekt geführt und ist nicht Teil des übergeordneten Ziels, bis zum Jahr 2028 eine Gesamtzahl von 52.000 fortschrittlichen Grafikprozessoren (GPUs) zu erwerben.

Technische Spezifikationen für die nächste KI-Generation

Die Entscheidung für das Modell Vera Rubin NVL72 basiert auf der enormen Leistungsfähigkeit der Systeme, die speziell für die Entwicklung von Künstlicher Allgemeiner Intelligenz (AGI) vorgesehen sind. Jedes einzelne Rack ist mit 72 Rubin-GPUs und 36 Vera-CPUs ausgestattet. Durch die geplante Anschaffung von 140 Einheiten stünden dem Land insgesamt 10.080 Rubin-GPUs zur Verfügung.

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Der stellvertretende Premierminister Bae Kyung-hoon erläuterte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit dieser Größenordnung. Für das Training von KI-Modellen der sogenannten Mythos-Klasse seien Schätzungen zufolge mindestens 10.000 GPUs erforderlich. Mit der geplanten Beschaffung schafft das Ministerium somit die hardwareseitige Voraussetzung für derartige technologische Sprünge.

Herausforderungen für die Infrastruktur der Rechenzentren

Die Integration der neuen NVIDIA-Systeme stellt jedoch erhebliche Anforderungen an die physische Beschaffenheit der Rechenzentren. Ein einzelnes Vera Rubin NVL72-Rack weist eine Leistungsaufnahme von 200 kW auf. Dies entspricht etwa dem Zwanzigfachen des Energieverbrauchs herkömmlicher Server-Racks, die üblicherweise zwischen 5 und 10 kW benötigen.

Zudem machen die hohe Wärmeentwicklung und das enorme Gewicht spezielle technische Vorkehrungen erforderlich, darunter fortschrittliche Flüssigkeitskühlungen und Bodenstrukturen, die Lasten von mehreren Tonnen tragen können.

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Einige privatwirtschaftliche Akteure haben bereits entsprechende Vorbereitungen getroffen. Das Unternehmen LG Uplus betreibt mit dem Paju AIDC eine Einrichtung, die für eine Gesamtkapazität von 200 MW ausgelegt ist und eine Bodenlast von zwei Tonnen pro Quadratmeter unterstützt. Auch SK Telecom treibt den Bau von KI-Rechenzentren voran, die mit den neuen Hardware-Anforderungen kompatibel sind.

Das Ministerium für Wissenschaft und IKT betonte abschließend, dass für bestehende Rechenzentren unter Umständen umfassende Anpassungen des Layouts notwendig seien. Der Lieferplan und die Vorbereitung des operativen Betriebs müssten in den kommenden Monaten eng mit den beteiligten Partnern koordiniert werden.