Südkorea: 950 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur mit Nvidia

Südkorea schließt Milliardenabkommen mit Nvidia, Broadcom und OpenAI zum massiven Ausbau seiner KI-Kapazitäten und Lieferkettenposition.

Südkoreas Präsident Lee Jae-myung hat umfangreiche strategische Vereinbarungen mit führenden US-Technologieunternehmen getroffen, um die nationalen Kapazitäten im Bereich der Halbleiter und Rechenzentren massiv auszubauen. Das Gesamtvolumen der Abkommen mit Nvidia, Broadcom und OpenAI beläuft sich auf 950 Milliarden US-Dollar. Ziel der Initiative ist es, Südkorea als eine zentrale und unverzichtbare Kraft in der globalen Lieferkette für Künstliche Intelligenz (KI) zu etablieren.

Samsung und SK Hynix sichern milliardenschwere Partnerschaften

Im Zentrum der Verhandlungen stehen die südkoreanischen Technologiekonzerne Samsung und SK Hynix, die KI-Chip-Verträge im Gesamtwert von 950 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 1.390 Billionen Won) mit Broadcom, Nvidia und Microsoft unterzeichnet haben.

Samsung schloss dabei eine Absichtserklärung mit Broadcom ab, die ein Volumen von über 200 Milliarden US-Dollar umfasst und bis zum Jahr 2030 laufen soll. Diese Kooperation sieht vor, dass Samsung HBM-Speicher (High Bandwidth Memory) für die KI-Beschleuniger von Broadcom liefert. Zudem wird Samsung als Auftragsfertiger (Foundry) für drahtlose Chips und Netzwerk-Komponenten in seinem fortschrittlichen 2-Nanometer-Verfahren agieren.

Parallel dazu hat die SK Group Abkommen im Wert von 750 Milliarden US-Dollar mit Nvidia, Microsoft und Anthropic für den Ausbau der KI-Infrastruktur vereinbart. In diesem Zusammenhang kündigte SK Telecom den Bau einer KI-Fabrik mit einer Leistung von 2 Gigawatt an. In dieser Anlage sollen Vera-Rubin-Systeme von Nvidia sowie HBM4-Speicher von SK Hynix zum Einsatz kommen. Darüber hinaus verständigten sich SK Hynix und Microsoft auf langfristige Lieferverträge für Speicherlösungen in KI-Servern. Ein weiteres Projekt zwischen SK Telecom und Anthropic sieht den Bau eines KI-Rechenzentrums im Gigawatt-Maßstab auf südkoreanischem Boden vor.

Anzeige

Während Weltmächte wie Südkorea massiv in die Hardware-Infrastruktur investieren, müssen Unternehmen hierzulande vor allem die neuen regulatorischen Rahmenbedingungen im Blick behalten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act hilft Ihnen, die komplexen Anforderungen an Risikoklassen und Dokumentationspflichten schnell zu verstehen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Ausbau der Infrastruktur und Beteiligung von Naver

Auch der südkoreanische Internetkonzern Naver geht eine strategische Partnerschaft mit Nvidia ein, um den Aufbau von KI-Fabriken voranzutreiben. Im Zuge dessen investiert Nvidia eine Milliarde US-Dollar für einen Anteil von 4,5 Prozent an Naver. Die finanzielle Flankierung des Projekts übernimmt Brookfield mit Mitteln in Höhe von 9 Milliarden US-Dollar. Naver plant konkret, die Kapazitäten im Rechenzentrum GAK Sejong bis zum Jahr 2028 von derzeit 55 Megawatt auf 200 Megawatt zu erweitern.

Insgesamt umfassen die geplanten KI-Rechenzentrumsprojekte eine Leistung von etwa 5 Gigawatt und den Einsatz von rund 2 Millionen Grafikeinheiten (GPUs). Ein deutlicher Trend zeigt sich dabei in der Vertragsgestaltung: Die Speicherverträge verlagern sich zunehmend auf langfristige Vereinbarungen (LTAs) mit Laufzeiten von mindestens fünf Jahren.

Anzeige

Die globale Vernetzung durch KI-Gigaprojekte schafft nicht nur Chancen, sondern auch neue Angriffsflächen für Cyberkriminalität und Industriespionage. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, welche KI-basierten Bedrohungen auf Firmen zukommen und wie Sie Ihre IT-Infrastruktur proaktiv absichern können. Kostenlosen Sicherheits-Report jetzt herunterladen

Politische Rahmenbedingungen und Forschung

Begleitet werden die wirtschaftlichen Abschlüsse von politischen Weichenstellungen. Präsident Lee Jae-myung verkündete die sogenannte San Francisco AI Declaration, mit der Südkorea seine Position in der KI-Lieferkette festigen will. Zudem stellte er ein grundlegendes KI-Gesetz (Basic AI Act) sowie die Vision einer gesellschaftlichen Basisordnung für das KI-Zeitalter (AI Basic Society) vor. Erst kürzlich kam der Präsident zudem mit mehreren Risikokapitalgebern zusammen, um weitere Investitionen zu erörtern.

Ergänzt wird die industrielle Offensive durch Kooperationen in Forschung und Entwicklung. Nvidia und das Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) vereinbarten die Gründung eines KI-Forschungsinstituts mit einem Budget von 300 Millionen US-Dollar. Weitere Partnerschaften wurden zwischen Hyundai und Nvidia für die Entwicklung einer Roboterplattform sowie zwischen Samsung SDS und Anthropic bekannt gegeben.