Südkorea: Hacker erbeuten Daten von 1,15 Millionen Soldaten

Cyberangriffe auf Südkorea legen sensible Militär- und Diplomaten-Daten offen. Sicherheitslücken in staatlichen Systemen werden kritisiert.

Hacker haben Zugriff auf sensible Daten von Soldaten und Diplomaten erlangt – die Angriffe offenbaren gravierende Sicherheitslücken.

Südkorea kämpft mit gleich zwei schwerwiegenden Sicherheitsvorfällen. Unbefugte drangen in militärische Bildgebungssysteme ein und erbeuteten Krankenakten von rund einer Million Soldaten. Parallel dazu wurden die E-Mail-Konten hochrangiger Diplomaten kompromittiert. Die Angriffe werfen ein Schlaglicht auf die Verwundbarkeit staatlicher IT-Infrastrukturen – und das in einer der technologisch fortschrittlichsten Nationen der Welt.

Militärkrankenhäuser im Visier

Das südkoreanische Verteidigungsministerium bestätigte den Einbruch in ein medizinisches Bildarchivierungssystem (PACS). Das System speichert Röntgenaufnahmen, CT-Scans und andere medizinische Bilder von rund 1,15 Millionen Militärangehörigen. Zwischen November und Dezember 2025 griffen Unbekannte darauf zu – rund 8 Gigabyte Daten, etwa 1000 Bilder, wurden abgegriffen.

Betroffen waren sechs Militärkrankenhäuser in Goyang, Yangju, Pocheon, Gangneung, Guri und Daegu. Die erbeuteten Dateien enthielten Namen, Geschlecht, Alter und Diagnosedaten der Patienten. Ein offener Netzwerkport hatte den Angreifern von November 2025 bis März 2026 als Einfallstor gedient.

Entdeckt wurde der Einbruch erst im April 2026. Das Militär schaltete das mobile PACS-System am 14. April ab. Zwar gibt es bislang keine Hinweise auf einen Abfluss der Daten ins Ausland, doch eine gemeinsame Untersuchung läuft auf Hochtouren.

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Diplomatische Daten in Gefahr

Noch brisanter ist ein zweiter Vorfall: Das Außenministerium kündigte an, sämtliche E-Mail-Adressen seiner Diplomaten zu ändern. Grund ist ein Hack an der Korea National Diplomatic Academy (KNDA). Eine Online-Lernplattform der Akademie wurde über eine sogenannte Zero-Day-Sicherheitslücke kompromittiert – und das zehn Monate lang unentdeckt.

Der nationale Geheimdienst NIS entdeckte den Angriff im Februar 2026. Die Täter erbeuteten zwischen 6000 und 10.000 Datensätze: Namen, Benutzer-IDs, E-Mail-Adressen, Positionen und verschlüsselte Passwörter aktueller und ehemaliger Diplomaten. Besonders heikel: Unter den Betroffenen sind 350 Militärattachés im Auslandseinsatz.

Sensible Daten wie Sozialversicherungsnummern oder Privatadressen blieben dem Vernehmen nach verschont. Das Ministerium hat das betroffene System abgeschaltet. Kritiker monieren, dass der Server im Hauptquartier des Außenministeriums von regelmäßigen Sicherheitschecks ausgenommen war – ein schwerer Organisationsfehler.

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Regionale Sicherheitsbedrohung wächst

Die südkoreanischen Vorfälle sind kein Einzelfall. Zeitgleich warnten US-Behörden vor russischen Hackern, die gezielt E-Mail-Konten von Nuklearwissenschaftlern, Rüstungskonzernen und Regierungsmitarbeitern angreifen. Die Kreml-treuen Gruppen sammeln demnach seit einem Jahr Informationen über Kernfusionstechnologie.

Japan reagiert bereits: Das Verteidigungsministerium stellt auf eine Zero-Trust-Architektur um. Das System überwacht sämtlichen Netzwerkverkehr – intern wie extern. Auslöser war ein Angriff über einen infizierten USB-Stick. Bis 2027 soll die Umstellung abgeschlossen sein. Die wachsende Bedrohungslage zwingt die Region zum Umdenken.