Super Intelligence Force: US-KI-Gremium startet 120-Tage-Frist

Das Gremium soll binnen 120 Tagen Empfehlungen zu KI-Risiken, Sicherheitsfragen und möglichen Folgen einer Überregulierung vorlegen.

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Die neu formierte Arbeitsgruppe der US-Regierung für Künstliche Intelligenz hat formell ihre Gründungscharta verabschiedet. Bei der ersten Sitzung der sogenannten Super Intelligence Force am 15. Oktober 2026 um 16:00 Uhr Ortszeit wurde damit ein 120-Tage-Fenster in Gang gesetzt, innerhalb dessen zentrale Weichenstellungen der nationalen KI-Politik erarbeitet werden sollen.

Die Frist läuft für die Vorlage eines Berichts an Präsident Donald Trump und Stabschefin Susie Wiles. Das Dokument soll sich mit KI-Risiken, Cybersicherheit, Bürgerrechten, Standards für fortgeschrittene Modelle sowie den potenziellen wirtschaftlichen Folgen einer übermäßigen Regulierung befassen.

Als übergeordnetes Ziel formuliert das Gremium, Risiken zu verringern und die führende Rolle der USA im Technologiebereich zu sichern, ohne Innovationen auszubremsen. Sicherheitsmechanismen der Industrie sollen nicht ersetzt, sondern Risiken gemeinsam mit KI-Unternehmen identifiziert werden.

Feste Arbeitsgruppen und klare Ressortaufteilung

Geleitet wird das Gremium von Jay Clayton, dem Direktor der nationalen Nachrichtendienste, der Anfang Oktober zum KI-Beauftragten ernannt wurde. Ihm stehen drei Vize-Vorsitzende zur Seite: Andrew Ferguson, Vorsitzender der Handelsaufsicht FTC, Emil Michael, Unterstaatssekretär im Verteidigungsministerium, sowie Scott Kupor, Direktor der Personalbehörde OPM.

Dem Führungskreis gehören zudem Vizepräsident JD Vance, Verteidigungsminister Pete Hegseth, Finanzminister Scott Bessent, Michael Kratsios und Susie Wiles an. Als externe Teilnehmer sind David Sacks und Condoleezza Rice eingebunden.

Im Rahmen der Charta wurden mehrere spezialisierte Arbeitsgruppen eingerichtet. Clayton bildet gemeinsam mit Sean Cairncross, dem National Cyber Director, eine eigene Arbeitsgruppe. Ferguson koordiniert ein Komitee für Strafverfolgung und Verbraucherschutz unter Beteiligung des Justizministeriums und der FTC.

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Zudem entstanden eine Arbeitsgruppe für kritische Infrastruktur sowie eine gemeinsame Einheit mit führenden KI-Entwicklungslaboren. Michael übernimmt im Verteidigungsressort die Ausarbeitung von Melderichtlinien für Sicherheitslücken und Cyberangriffe in Laboren. Kupor verantwortet den Bereich kritische Infrastruktur und Arbeitsmarkteffekte in Abstimmung mit dem Arbeitsministerium.

Frühwarnungen und Haftungsregeln im Fokus

Geplant ist unter anderem ein Meldesystem, über das Entwicklungslabore staatliche Stellen frühzeitig über Sicherheitsverletzungen, Hackerangriffe und Umgehungen von Sicherheitsbarrieren in Kenntnis setzen müssen. Nach Medienberichten stehen zudem ein Notifikationsprogramm und neue Gesetze zur privaten Haftung im Raum.

Parallel beauftragte das Gremium den wissenschaftlichen Beraterstab des Präsidenten mit einem Risikobericht zu drei Schwerpunkten: Cybersicherheit und kritische Infrastruktur, Biosicherheit und Dual-Use-Technologien sowie Modellkontrolle und Rechenschaftspflichten.

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Hintergrund der Initiative ist eine Präsidialverordnung vom 29. September 2026, mit der das Konzept einer Superintelligenz formell eingeführt wurde. Am Folgetag unterzeichneten Führungskräfte führender KI-Konzerne freiwillig eine entsprechende Übereinkunft im Weißen Haus.

Clayton warnte anlässlich der Beratungen davor, dass ein technologischer Rückstand der USA im internationalen Wettbewerb sowohl bekannte als auch unbekannte Risiken durch rivalisierende Staaten verschärfen könnte.

Wie verbindlich die Vorgaben letztlich durchgesetzt werden, gilt derweil als offene Frage. Ein Behördenvertreter brachte Exportkontrollen als mögliches Druckmittel ins Spiel; solche Beschränkungen waren bereits im Juni gegen das KI-Unternehmen Anthropic verhängt und Anfang Juli wieder aufgehoben worden.

Aus den Reihen der Demokraten regt sich Kritik an dem Vorgehen. Die Abgeordnete Lori Trahan bemängelte das Fehlen einer dauerhaften, durch den US-Kongress mandatierten Strategie. Der Abgeordnete Josh Gottheimer äußerte Zweifel an der Wirksamkeit konkreter Schutzmechanismen.

Aus der Bevölkerung kommt indessen Ruf nach staatlichen Leitplanken: Eine von Reuters und Ipsos Anfang Oktober veröffentlichte Umfrage ergab, dass eine Mehrheit der US-Wähler den Umgang von Regierung und Parlament mit KI-Gefahren als unzureichend einstuft und neue Regulierungen verlangt.