Super Micro: KI-Boom treibt Quartalsumsatz auf 12,7 Milliarden Euro

Super Micro Computer meldet Rekordumsatz von 12,7 Mrd. Euro, getrieben von der KI-Nachfrage. Das Unternehmen hebt seine Jahresprognose an, sieht jedoch schrumpfende Margen.

Super Micro Computer hat seinen Umsatz im zweiten Quartal mehr als verdoppelt. Der Grund ist die weltweit ungebremste Nachfrage nach KI-Servern.

Das Unternehmen aus San Jose meldete für das zweite Fiskalquartal 2026 einen Rekordumsatz von 12,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 123 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und übertrifft die Analystenerwartungen deutlich. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,69 Euro. Die Nachricht ließ die Aktie des Serverherstellers im außerbörslichen Handel um rund sieben Prozent steigen.

KI-Hardware als alleiniger Wachstumstreiber

Die Zahlen belegen eine radikale Transformation: Super Micro ist kein Generalist mehr, sondern ein spezialisierter KI-Infrastrukturanbieter. Über 90 Prozent des Quartalsumsatzes stammten aus dem Verkauf von KI-optimierten GPU-Plattformen. Das Unternehmen profitiert damit direkt vom Wettrennen um Rechenleistung für generative KI.

Ein Schlüssel zum Erfolg sind die vorkonfigurierten „Rack Scale“-Lösungen. Diese komplett flüssiggekühlten Server-Cluster können von Rechenzentren direkt in Betrieb genommen werden, anstatt aus Einzelteilen mühsam aufgebaut zu werden. Diese Baukasten-Strategie verkürzt die Bereitstellungszeit für Hyperscaler-Kunden erheblich, die derzeit massiv „KI-Fabriken“ ausbauen.

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Ambitionierte Prognose trotz schrumpfender Margen

Angesichts der anhaltenden Nachfrage hat die Konzernführung die Jahresprognose kräftig angehoben. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Super Micro nun einen Umsatz von mindestens 40 Milliarden Euro. Bisher gingen Marktbeobachter von etwa 36,4 Milliarden Euro aus. Auch für das laufende dritte Quartal wird ein weiteres Milliarden-Ergebnis von mindestens 12,3 Milliarden Euro vorausgesagt.

Doch der rasante Umsatzanstieg hat seinen Preis: Die Bruttomarge schrumpfte auf nur noch 6,3 Prozent. Vor einem Quartal lag sie bei 9,3 Prozent. Das Management führt dies auf den Mix mit Großkunden, hohe Logistikkosten und Investitionen in neue Produktionsstätten in Malaysia, Taiwan und den USA zurück.

Experten sehen darin eine typische Strategie in der Expansionsphase: Marktanteile und Wachstum gehen vor kurzfristiger Profitabilität. Die Führung verspricht, dass sich die Margen verbessern werden, sobald die neuen Fertigungsstraßen effizienter laufen.

Wettbewerbsvorteil durch Flüssigkühlung

In einem hitzigen Markt könnte die Kühltechnologie den entscheidenden Unterschied machen. Die neuesten KI-Chips von Nvidia und AMD entwickeln so viel Abwärme, dass traditionelle Luftkühlung an ihre Grenzen stößt. Super Micros Expertise bei flüssiggekühlten Gesamtlösungen gilt daher als wichtiger Wettbewerbsvorteil.

Kann das Unternehmen diesen Vorsprung halten? Die enge Partnerschaft mit Halbleiterriesen wie Nvidia und die schnelle Integration neuer Chipsätze sind dafür entscheidend. Für Investoren bleibt die spannende Frage, ob Super Micro die schmalen Margen stabilisieren kann, ohne das explosive Wachstum auszubremsen. Die aktuellen Zahlen zeigen: Die Nachfrage ist jedenfalls weiterhin ungebrochen.

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