SuperDuper! 4.0: Backup per natürlicher Sprache statt Menüs

IT-Anbieter präsentieren KI-gestützte Backup- und Infrastrukturlösungen. Neue Produkte versprechen Effizienzgewinne und prägen den deutschen Markt.

Die IT-Branche erlebt Anfang August 2026 einen Paradigmenwechsel: Führende Anbieter setzen verstärkt auf künstliche Intelligenz, um Backups, Hardware-Management und Infrastruktur-Code weitgehend zu automatisieren. Die neuen Lösungen versprechen erhebliche Effizienzgewinne für Unternehmen – und dürften den deutschen Markt nachhaltig prägen.

KI-gestützte Backups für Rechenzentren

Acronis hat im Rahmen seiner Accelerate-Veranstaltung vier neue KI-Funktionen vorgestellt, die sich gezielt an Managed Service Provider (MSPs) richten. Dazu gehören eine Cyber Console, Cyber Intelligence, ein Service Desk sowie ein Cyber Studio. Der Hersteller betont, dass ein KI-nativer Ansatz künftig das zentrale Designprinzip für die Automatisierung von Betriebsabläufen sei. Die Werkzeuge sollen die Verwaltung komplexer Umgebungen vereinfachen – inklusive verbesserter Migrationsmöglichkeiten für Plattformen wie VMware und Azure.

Nur einen Tag später, am 2. August, hat Veeam die allgemeine Verfügbarheit seiner Data Platform v13.1 bekannt gegeben. Das Update erweitert die Unterstützung von Hypervisoren auf 14 Plattformen, darunter Red Hat OpenShift Virtualization, Citrix XenServer und Sangfor aSV. Ein besonderes Highlight ist die neue Vault Archive Tier: Sie ermöglicht die langfristige Speicherung unstrukturierter Daten und alter Backups zu einem Preis von umgerechnet rund 4,10 Euro pro Terabyte und Monat. Die Sicherungsschicht setzt auf AES-256-Verschlüsselung und WORM-Technologie (Write-Once, Read-Many), um die Datenintegrität über einen Mindestzeitraum von 180 Tagen zu gewährleisten.

Automatisierte Infrastruktur per Code-Generierung

Der Trend zur Automatisierung erfasst auch die zugrunde liegenden Infrastrukturebenen. StackGen hat am 1. August eine KI-Plattform gestartet, die auf Basis von Absichtserklärungen automatisch Infrastruktur-Code erzeugt. Erste Anwender berichten, dass sich bis zu 95 Prozent der Bereitstellungsaufgaben automatisieren lassen – was einer zehnfachen Effizienzsteigerung entspricht. Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass bis 2028 rund ein Drittel aller unternehmensweiten Infrastrukturaufgaben teilautonom erledigt werden. Der Gesamtmarkt für autonome Unternehmenslösungen soll bis 2030 die Marke von 100 Milliarden Euro überschreiten.

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Im Hardware-Bereich haben Dell und Nutanix ihre Integration abgeschlossen: Seit dem 1. August unterstützt die Nutanix Cloud Platform über NCI 7.6 den Dell PowerStore. Unternehmen können damit All-Flash-Speicher mit 6:1-Datenreduktion und NVMe-Unterstützung in Nutanix-AHV-Umgebungen nutzen. Die Lösung bietet sowohl Metro- als auch asynchrone Replikation für Hochverfügbarkeits-Szenarien.

Natürliche Sprache statt Konfigurationsmenüs

Die KI-Anwendung erreicht nun auch den Desktop-Bereich. Mit SuperDuper! 4.0 ist Anfang August eine Backup-Lösung erschienen, die sich per natürlicher Sprache bedienen lässt. Anwender beschreiben ihre Backup-Aufgaben einfach in ganzen Sätzen, statt sich durch komplexe Menüs zu klicken.

Das aktualisierte Tool läuft auf Intel- und Apple-Silicon-Macs und bietet parallele Kopierprozesse sowie eine „Smart Update Turbo“-Funktion für höhere Geschwindigkeit. Unterstützt werden verschiedene Dateisysteme wie exFAT und FAT32 sowie Netzwerkspeicher (NAS). Die Software kostet als Einmalkauf rund 46 bis 47 Euro – Bestandskunden der vergangenen sechs Jahre erhalten Rabatte.

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Spezialisierte Hardware für KI-Rechenzentren

Während Backup- und Verwaltungssoftware zunehmend autonom arbeitet, bringen Hardware-Hersteller passende Infrastruktur für KI-intensive Workloads auf den Markt. Schneider Electric und AMD haben am 1. August ihr Helios-Referenzdesign für Rack-Lösungen vorgestellt. Es unterstützt KI-Cluster mit einer IT-Kapazität von bis zu 10,4 Megawatt. Die Flüssigkühlung entzieht dem System bis zu 84 Prozent der Wärme und erreicht einen PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) von rund 1,12.

Supermicro hat sein Portfolio ebenfalls erweitert: Zehn neue Rack-Modelle für hochdichte KI-Umgebungen wurden vorgestellt. Sie tragen statische Lasten von bis zu 2.500 Kilogramm und sind mit Flüssigkühlung kompatibel. Der Speicherspezialist OWC bringt derweil das Express 4M2 Ultra auf den Markt – ein Thunderbolt-5-zertifiziertes NVMe-RAID-System. Es unterstützt bis zu 32 Terabyte Speicher und erreicht Übertragungsraten von über 6.600 Megabyte pro Sekunde. Zielgruppe sind Profis, die große Datenmengen lokal und leistungsstark verarbeiten müssen.

Ergänzend hat NixOS am 2. August Unterstützung für NVIDIA-DGX-Spark-Systeme hinzugefügt. Ein spezieller NVIDIA-Kernel, der 82 Prozent kleiner ist als Standardkonfigurationen, sowie reproduzierbare Playbooks für KI-Workloads wie PyTorch und vLLM vereinfachen die Bereitstellung leistungsfähiger KI-Infrastruktur erheblich.