Die Technologiekonzerne Superhuman und Google haben am heutigen Dienstag ihre KI-gestützten Produktivitätssuiten grundlegend erneuert. Im Fokus stehen digitale Assistenten, die E-Mail-Verkehr und Arbeitsabläufe weitgehend autonom steuern.
Superhuman: Auto Drafts 2.0 spart neun Minuten pro E-Mail
Superhuman hat mit Auto Drafts 2.0 eine deutlich verbesserte Version seines KI-Textgenerators vorgestellt. Das System durchsucht Posteingang, Kalender und Webdaten nach relevantem Kontext und verfasst anschließend passende Antworten – angepasst an den individuellen Schreibstil des Nutzers.
Die Zahlen sprechen für sich: 60 Prozent der KI-generierten Entwürfe werden laut Unternehmensangaben ohne manuelle Nachbearbeitung versendet. Pro E-Mail spart die Funktion rund neun Minuten. Co-Gründer Rahul Vohra betont, dass 40 Prozent aller Entwürfe noch am selben Tag verschickt werden.
Verfügbar ist die Funktion zunächst für Business- und Enterprise-Kunden. Die Kosten liegen bei umgerechnet etwa 30 bis 33 Euro pro Monat.
Parallel dazu launchte Superhuman mit Superhuman Docs eine Weiterentwicklung der Coda-Plattform. Der KI-native Arbeitsbereich bietet intelligente Blöcke und Spalten sowie Datenbanken, die bis zu einer Million Zeilen verarbeiten können. Bestehende Coda-Kunden erhalten automatisch Zugriff.
Google testet persönliche Briefings und erweitert Gemini
Auch Google zieht nach: Der Konzern startet die Testphase für CC, einen spezialisierten E-Mail-Assistenten auf Basis des Gemini-Modells. CC durchsucht Gmail, Google Drive und den Kalender, um täglich personalisierte Zusammenfassungen zu erstellen. Derzeit ist das Tool exklusiv für AI Pro- und Ultra-Abonnenten in den USA und Kanada verfügbar.
In Großbritannien können Nutzer nun auch im Chrome-Browser auf Gemini-Funktionen zugreifen. Ein „Ask Gemini“-Button sowie Multi-Tab-Vergleichstools erleichtern die Arbeit. Die Integration umfasst zudem das Bildgenerierungsmodell Nano Banana 2 und direkte Verknüpfungen mit Google Maps, YouTube und Gmail. Für iOS-Geräte soll die Unterstützung im nächsten Monat folgen.
Während KI-Assistenten die Produktivität steigern, müssen Unternehmen gleichzeitig die komplexen rechtlichen Anforderungen des neuen EU AI Act im Blick behalten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Pflichten, Fristen und Risikoklassen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Der Trend zu „digitalen Kollegen“
Die aktuellen Produktlaunches sind Teil einer größeren Entwicklung: Immer mehr Unternehmen setzen auf KI-Assistenten als digitale Kollegen, die Entwürfe verfassen, Zusammenfassungen erstellen und Aufgaben koordinieren. Besonders in der Finanzbranche gewinnt dieser Trend an Fahrt.
Erst vor wenigen Tagen, am 9. Juli, hatte OpenAI die GPT-5.6-Familie mit den Modellen Sol, Terra und Luna sowie ChatGPT Work vorgestellt. Letzteres richtet sich speziell an Unternehmen und integriert sich in Slack, Google Workspace und Microsoft 365.
Die Einführung autonomer KI-Systeme im Unternehmen erfordert nicht nur technische Innovation, sondern auch eine rechtssichere Dokumentation gemäß der neuen EU-Verordnungen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche KI-Systeme als Hochrisiko eingestuft werden und was Verantwortliche jetzt konkret tun müssen. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?
Nischenanwendungen zeigen die Bandbreite der Entwicklung: Atrium AI launchte mit Atrium Verge eine KI-Lösung für Kirchengemeinden, die Social Media und Freiwilligenkoordination übernimmt. In Japan bringt Knowledge Sense ein KI-Plugin für das Groupware-System Cybozu Garoon Mail auf den Markt.
Während die meisten Anbieter auf Geschwindigkeit setzen, konzentriert sich B2Bware auf Genauigkeit. Dessen KI-System erfasst E-Mail-Bestellungen automatisch in ERP-Systemen wie SAP und Sage und reduziert dabei die Fehlerquote um 90 Prozent – durch Erkennung von Kurzschrift und konfidenzbasierte Bewertung einzelner Positionen.

