Supermicro startet Auslieferung: Vera Rubin NVL72-Racks mit 72 GPUs

Supermicro hat die Auslieferung seiner NVL72-Racks mit 72 Rubin-GPUs gestartet. Die Systeme bieten Flüssigkühlung und skalierbare Blueprints für KI-Rechenzentren.

Der Hardware-Hersteller Supermicro hat mit der Auslieferung seiner vollintegrierten, flüssigkeitsgekühlten Rack-Systeme auf Basis der NVIDIA Vera Rubin NVL72-Plattform begonnen. Wie aus Unternehmensmeldungen vom 23. September 2026 hervorgeht, umfasst das Angebot neben der Hardware auch detaillierte Blueprints für skalierbare KI-Cluster-Systeme, die auf den sogenannten Data Center Building Block Solutions (DCBBS) basieren.

Technische Spezifikationen der NVL72-Konfiguration

Die nun ausgelieferten Racks sind mit 72 Rubin-Grafikprozessoren (GPUs) und 36 Vera-Zentraleinheiten (CPUs) ausgestattet. Die Architektur setzt sich aus 18 Trays im 1U-Format zusammen, wobei jedes Tray vier Rubin-GPUs und zwei Vera-CPUs beherbergt. Für die notwendige Konnektivität sorgen neun NVLink-Switch-Trays, die eine Scale-up-Bandbreite von 216 TB/s ermöglichen.

In Bezug auf die Speicherkapazität verfügt das System über 20,7 TB HBM4 sowie bis zu 54 TB LPDDR5X. Laut Produktspezifikationen weist die Rubin-GPU einzeln 288 GB HBM4 auf. Die gesamte Plattform von NVIDIA bietet demnach 20,7 TB HBM4 bei einer Geschwindigkeit von 1.400 TB/s sowie 3.168 Olympus-CPU-Kerne.

Im Vergleich zum Vorgängermodell GB200 NVL72 gibt der Hersteller an, dass die Kosten pro Million Tokens auf ein Zehntel sinken, während die Effizienz auf bis zu zehn Tokens pro Megawatt steige.

Kühlung und Skalierbarkeit für KI-Rechenzentren

Ein zentrales Merkmal der neuen Systeme ist die Flüssigkühlung. Supermicro nutzt hierfür die In-Row-Kühlverteilungseinheit (CDU) mit einer Leistung von 1,8 MW pro Einheit und N+1-Redundanz. Das eingesetzte DLC-2-System (Direct Liquid Cooling) soll laut Unternehmensangaben mehr als 98 Prozent der entstehenden Wärme erfassen. Ergänzend können Rear-Door-Wärmetauscher installiert werden.

Die veröffentlichten Blueprints zielen auf eine hohe Skalierbarkeit ab. Die Systeme sind für einen Leistungsrahmen von 5 MW bis hin zur Gigawatt-Skala ausgelegt. Eine einzelne skalierbare Einheit (Scalable Unit) bündelt 1.152 Rubin-GPUs und 331 TB HBM4 über insgesamt 16 Compute-Racks.

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CEO Charles Liang betonte, dass Kunden diese Einheiten bereits bestellen können, und hob die DLC-2-Technologie als wesentliches Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb hervor.

Bereits im Juni 2026 hatte Supermicro einen Blueprint für ein flüssigkeitsgekühltes System mit acht Racks auf Basis der Vera Rubin NVL4-Plattform vorgestellt, dessen Verfügbarkeit für das vierte Quartal 2026 erwartet wird.

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Marktreaktion und zeitlicher Hintergrund

NVIDIA hatte den Produktionsanlauf der Rubin-Plattform ursprünglich am 31. Mai 2026 im Rahmen der GTC Taipei angekündigt und einen Auslieferungsstart für den Herbst in Aussicht gestellt.

An den Finanzmärkten löste die Nachricht über den Lieferbeginn bei Supermicro Kursbewegungen aus. Die Aktie von Super Micro Computer (SMCI) stieg im vorbörslichen Handel um 1,9 Prozent auf 42,32 US-Dollar. Damit verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein Plus von 41,9 Prozent (Stand letzter Schlusskurs).

Zu einem ähnlichen Zeitpunkt wurde die NVIDIA-Aktie (NVDA) mit einem leichten Rückgang von 0,55 Prozent bei 227,60 US-Dollar gehandelt. Berichten zufolge zeigten Nutzer von Handelsplattformen ein deutliches Übergewicht an Kaufordern für SMCI-Papiere, während bei NVIDIA Verkaufsordern überwogen.