Surface Laptop Ultra: Microsoft lässt Copilot+-Label fallen

Microsoft setzt beim neuen Surface Laptop Ultra auf NVIDIA RTX und stellt das Copilot+-Branding zurück. Die Agentur Droga5 soll das KI-Image schärfen.

Microsoft schwenkt bei seiner KI-Hardware-Strategie um und lässt das „Copilot+ PC“-Label für das neue Spitzenmodell Surface Laptop Ultra fallen. Stattdessen setzt der Konzern auf eine enge Partnerschaft mit NVIDIA und versucht, sein KI-Image durch neue kreative Führung zu schärfen.

Der Wechsel zu NVIDIA RTX Spark

Bei der Vorstellung des Surface Laptop Ultra Anfang Juni stand die NVIDIA RTX Spark-Plattform im Mittelpunkt – nicht die Copilot+-Bezeichnung, die Microsoft erst im Mai 2024 eingeführt hatte. Das neue Gerät bietet beeindruckende Spezifikationen: bis zu 1 Petaflop KI-Rechenleistung, 128 GB Unified Memory und eine Blackwell-basierte GPU mit 6.144 CUDA-Kernen. Damit übertrifft es die ursprünglichen Copilot+-Anforderungen von 40 TOPS NPU und 16 GB RAM bei Weitem.

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Intern bestätigte Microsoft zwar, dass der Surface Laptop Ultra technisch gesehen weiterhin ein Copilot+-PC sei. Das Branding wurde jedoch offenbar bewusst zurückgestellt, um der NVIDIA-RTX-Marke den Vortritt zu lassen. Branchenbeobachter vermuten, dass Microsoft mit diesem Schritt auch Abstand von früheren Kontroversen gewinnen will – etwa der Kritik an erzwungenen Windows-11-Integrationen und Datenschutzbedenken rund um die Recall-Funktion.

Neben dem Laptop präsentierte Microsoft am 4. Juni 2026 die Surface RTX Spark Dev Box. Dieser kompakte Desktop-Rechner ist für den lokalen Betrieb großer KI-Modelle mit über 120 Milliarden Parametern ausgelegt und nutzt eine 20-Kern-Grace-CPU sowie NVLink C2C-Technologie.

Verwässerte Marke und kreativer Neustart

Die Entscheidung, das Copilot+-Branding zurückzufahren, folgt auf eine phase der Markenverwässerung. Obwohl die Kategorie ursprünglich mit einem 16-GB-RAM-Minimum eingeführt wurde, verkauft Microsoft seit Kurzem auch Surface Laptop for Business-Modelle mit nur 8 GB RAM – ein klarer Bruch mit dem eigenen Leistungsversprechen.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat Microsoft am 4. Juni 2026 die Agentur Droga5 verpflichtet. Sie soll das kreative Konto von Copilot betreuen und die Identität des KI-Assistenten in einem zunehmend überfüllten Markt schärfen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Return on Investment für Unternehmenskunden. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erreichte Microsoft 365 Copilot immerhin 20 Millionen bezahlte Unternehmenslizenzen – ein Anstieg von 15 Millionen im Vorquartal.

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Hardware-Leaks und bevorstehende Enthüllung

Während der Surface Laptop Ultra das Copilot+-Label ablegt, deuten durchgesickerte Spezifikationen vom 4. Juni darauf hin, dass andere kommende Geräte weiterhin den Standard unterstützen werden. Das Surface Pro 13, dessen offizielle Vorstellung für den 16. Juni 2026 erwartet wird, soll demnach auf den Qualcomm Snapdragon X2 Elite-Prozessor setzen.

Laut den Leak-Daten wird das neue Tablet über eine 80-TOPS-NPU verfügen – fast doppelt so leistungsstark wie der ursprüngliche Snapdragon X Elite. Dazu kommen ein 13-Zoll-OLED-Display, bis zu 32 GB RAM und eine Akkulaufzeit von bis zu 15,5 Stunden bei Videowiedergabe. Die volle Copilot+-Funktionalität bleibt erhalten.

Microsoft experimentiert zudem mit futuristischen Hardware-Konzepten. Auf der Build 2026 zeigte das Unternehmen Prototypen eines tragbaren KI-Badges mit Kamera sowie eines KI-Würfels mit Touchscreen für den Schreibtisch. Beide Geräte befinden sich derzeit in internen Tests mit mehreren hundert Mitarbeitern – eine kommerzielle Veröffentlichung steht jedoch noch nicht fest.