SweepLED: Smartphone-App erkennt versteckte Kameras mit 94%

KAIST, NUS und SMU präsentieren SweepLED: Das Smartphone-System erkennt in Tests 93,9 Prozent der versteckten Kameras für unter 7 US-Dollar.

Ein Forschungsteam des Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) hat in Zusammenarbeit mit der National University of Singapore (NUS) und der Singapore Management University (SMU) eine neue Technologie zur Identifizierung versteckter Überwachungskameras entwickelt.

Das System mit dem Namen „SweepLED“ wurde Anfang September auf der Fachkonferenz ACM MobiSys 2026 vorgestellt. Es besteht aus einem kostengünstigen LED-Zusatzmodul für Smartphones und einer spezialisierten Analyse-Software, die auf künstlicher Intelligenz basiert.

Technologischer Ansatz und Funktionsweise

Die Innovation von SweepLED liegt in der Kombination aus optischer Hardware und KI-gestützter Bildverarbeitung. Das Gerät wird als Clip oder Hülle am Smartphone befestigt und nutzt eine gezielte LED-Beleuchtung, um Reflexionen von Kameralinsen einzufangen. Ein entscheidender Vorteil gegenüber bisherigen Detektionslösungen besteht darin, dass SweepLED versteckte Kameras auch dann aufspüren kann, wenn diese ausgeschaltet oder inaktiv sind.

Professor Jun Han vom KAIST, der die Entwicklung leitete, erläuterte die Funktionsweise des Systems, das die für Objektive typischen Lichtreflexionen nutzt. Während herkömmliche Detektoren oft teuer oder unzuverlässig sind, verarbeitet die KI-Software von SweepLED die Bilddaten des Smartphone-Sensors in Echtzeit und filtert störende Lichtquellen heraus, um die exakte Position verdächtiger Linsen zu markieren.

Hohe Genauigkeit in Praxistests

Die Leistungsfähigkeit des Systems wurde in Testreihen mit 30 unterschiedlichen Objekten unter Beweis gestellt. Den Angaben der Forscher Jonghyuk Yoon und Professor Jun Han zufolge erreichte SweepLED dabei eine Genauigkeit von etwa 94 Prozent (konkret 93,9 Prozent). Der Scanvorgang zeichnet sich zudem durch eine hohe Geschwindigkeit aus: Die Identifizierung einer versteckten Kamera beansprucht pro Objekt weniger als 5 Sekunden.

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Diese Effizienz ermöglicht es Anwendern, Räumlichkeiten wie Hotelzimmer oder Umkleidekabinen innerhalb kürzester Zeit systematisch zu überprüfen. Durch die Integration in die gewohnte Smartphone-Umgebung entfällt die Notwendigkeit für sperrige Spezialausrüstung, was die Hemmschwelle für den Einsatz im Alltag deutlich senkt.

Wirtschaftliche Relevanz und Marktpotenzial

Ein wesentlicher Aspekt des Projekts ist die wirtschaftliche Umsetzbarkeit. Die Herstellungskosten für das benötigte LED-Modul werden mit weniger als 7 US-Dollar beziffert. Damit positioniert sich SweepLED als eine für den Massenmarkt taugliche Sicherheitslösung, die preislich deutlich unter professionellen Detektionsgeräten liegt.

Branchenexperten sehen in der Entwicklung eine Antwort auf die weltweit wachsende Besorgnis über die Verletzung der Privatsphäre durch illegale Videoaufnahmen.

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Da die Hardware-Anforderungen minimal sind und die Rechenlast größtenteils von der KI auf dem Smartphone getragen wird, könnte die Technologie nach Einschätzung der beteiligten Institute zeitnah einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die Präsentation auf der ACM MobiSys unterstreicht zudem das wissenschaftliche Fundament der Lösung im Bereich der mobilen Kommunikation und Sensorsysteme.