Nintendos neue Konsole verkauft sich weiterhin stark, doch das Wachstum schwächt sich ab. Der Konzern profitiert trotzdem von Hollywood-Erfolgen und Sonderfaktoren.
Die Zahlen klingen auf den ersten Blick widersprüchlich: Nintendos Switch 2 bleibt die schnellstverkaufte Konsole der Firmengeschichte, doch im ersten Fiskalquartal 2026/27 gingen die Auslieferungen deutlich zurück. Zwischen April und Ende Juni wurden 3,82 Millionen Einheiten ausgeliefert – ein Minus von 34,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damals waren es noch 5,82 Millionen gewesen. Insgesamt kommt die Switch 2 damit nach 13 Monaten auf dem Markt auf 23,68 Millionen verkaufte Einheiten.
Rekordstart trotz Delle
Der Rückstand auf den Vorjahreswert ist bemerkenswert, aber kein Grund zur Sorge: Nach fünf Quartalen liegt die Switch 2 noch immer vor den Einführungsphasen von Wii und der ursprünglichen Switch. Mit den Gesamtverkäufen hat die neue Konsole inzwischen sogar die Lebensleistung des GameCube übertroffen, der es auf 21,74 Millionen Einheiten brachte.
Die regionale Verteilung zeigt ein klares Bild: Amerika führt mit 7,95 Millionen Einheiten, gefolgt von Japan mit 6,7 Millionen und Europa mit 5,37 Millionen. Die ursprüngliche Switch verkauft sich derweil weiterhin – wenn auch deutlich langsamer. 0,66 Millionen Einheiten kamen im Quartal dazu, insgesamt stehen nun 156,59 Millionen zu Buche.
Gewinnsprung dank Hollywood und Sondererlös
Trotz rückläufiger Hardware-Verkäufe steigerte Nintendo seinen Nettogewinn im Quartal um beachtliche 53,5 Prozent auf 147,4 Milliarden Yen. Das übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich. Ein wesentlicher Treiber: eine Rückerstattung von 300 Millionen Dollar im Zusammenhang mit US-Zöllen nach dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA). Nintendo verbuchte den Betrag als Minderung der Herstellungskosten.
Hinzu kommt der anhaltende Erfolg des „Super Mario Galaxy“-Films, der weltweit die Milliarden-Dollar-Marke geknackt hat. Die Einnahmen aus geistigem Eigentum verdoppelten sich dadurch auf 34,8 Milliarden Yen. Der konsolidierte Nettoumsatz sank allerdings um 9,5 Prozent auf 517,8 Milliarden Yen – die schwächeren Hardware-Zahlen wogen schwerer als die Zugewinne in anderen Bereichen.
Preiserhöhung in den USA angekündigt
Steigende Herstellungskosten bereiten Nintendo zunehmend Sorgen. Vor allem höhere Preise für Speicherchips und die anhaltenden Zollprobleme belasten die Marge. Als Reaktion darauf hat das Unternehmen eine Preiserhöhung für die Switch 2 in den USA angekündigt: Ab dem 1. September 2026 kostet die Konsole dort 500 Dollar statt bisher 450.
Software als Stabilitätsanker
Während die Hardware schwächelt, liefert die Software verlässliche Zahlen. Die Verkäufe für die Switch 2 stiegen um 9,2 Prozent auf 9,46 Millionen Einheiten, die für die ursprüngliche Switch legten sogar um 38,6 Prozent auf 33,81 Millionen zu.
Der größte Treiber: „Tomodachi Life: Living the Dream“ – der neueste Ableger der Lebenssimulations-Reihe verkaufte sich seit seinem Erscheinen rund 7,94 Millionen Mal. Auch „Pokemon Pokopia“ mit 1,27 Millionen Einheiten und Dauerbrenner wie „Mario Kart World“ und „Donkey Kong Bananza“ trugen zum Erfolg bei.
Der digitale Wandel setzt sich fort: 61,5 Prozent der Software-Umsätze stammen inzwischen aus digitalen Verkäufen. Insgesamt verzeichnet Nintendo 130 Millionen aktive Nutzer pro Jahr über alle Plattformen hinweg.
Ausblick: Starke zweite Jahreshälfte geplant
Für das gesamte Geschäftsjahr bis März 2027 hält Nintendo an seiner Prognose fest: 16,5 Millionen Switch-2-Einheiten und 2 Millionen Einheiten der ursprünglichen Switch. Der erwartete Nettogewinn liegt bei 310 Milliarden Yen, der Umsatz bei 2,05 Billionen Yen.
Die zweite Jahreshälfte soll mit namhaften Titeln Schwung bringen. Am 17. September erscheint ein neues „Fire Emblem“, am 22. Oktober folgt „Switch Sports Resort“. Zudem wird ein Remake von „The Legend of Zelda: Ocarina of Time“ noch vor Jahresende erwartet – ein Klassiker, der bei Fans seit Jahren sehnlichst erwartet wird.

